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Üstra-Chefs wollten Bonus erst nicht zahlen

Streit um Sonderzahlungen Üstra-Chefs wollten Bonus erst nicht zahlen

Seit Wochen liegen die Üstra-Vorstände André Neiß und Wilhelm Lindenberg mit der Region im Clinch. Grund: Sie haben Boni für das Jahr 2014 in Höhe von 750 Euro je Mitarbeiter ausgezahlt, obwohl die Bedingungen dafür nicht erfüllt waren. Jetzt stellt sich heraus: Beide hatten dies in Mitarbeiterversammlungen zunächst abgelehnt. 

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Die Üstra-Vorstände Wilhelm Lindenberg (von links), André Neiß und Hauke Jagau wollten die Boni erst nicht zahlen.

Quelle: Ralf Decker/Archiv

Hannover. Die Mitarbeiterzeitung „Starter“ vom Dezember 2014, die der HAZ vorliegt, zitiert dazu unter anderem Lindenberg, der 2014 in einer Versammlung gesagt hatte: „Die Voraussetzungen dafür fehlen, denn die Sauberkeit im Fahrzeug und die Pünktlichkeit weichen ab.“ Neiß sagte laut „Starter“, die Üstra könne „für dieses Geschäftsjahr leider keinen Teil der Ergebnisverbesserung an ihre Mitarbeiter ausschütten“. Dann heißt es in dem Text: „Beide ernten lautstarke Buhrufe auf allen vier Versammlungen.“ Anschließend schreibt die Zeitung, die Mitarbeiter könnten sich eigentlich gar nicht mehr steigern, weil die Kundenzufriedenheit schon bei 97 Prozent liege. Eine Steigerung ist aber Voraussetzung. Der Partnerschaftsvertrag der Üstra mit der Region regelt, dass die Auszahlung der Boni an die Zufriedenheit der Kunden gekoppelt ist. Die Regionsverwaltung hatte den Üstra-Vorstand in einer Sitzung im Mai 2015 darauf hingewiesen, dass sie den Bonus nicht zahlen könne. Im Sommer 2015 floss das Geld dennoch.

Der Bericht in der Mitarbeiterzeitschrift beziehe sich auf interne Informationsveranstaltungen des Vorstands, die Mitte November 2014 stattgefunden hatten, sagte am Donnerstag Üstra-Sprecher Udo Iwannek. „Zu diesem Zeitpunkt war der Stand, dass wir die Werte bei der Kundenzufriedenheit nicht erreichen werden.“ Anschließend hätten sich dann die Zahlen noch leicht verbessert. Außerdem habe der Betriebsrat in Gesprächen mit dem Vorstand deutlich gemacht, dass die Mitarbeiter keinen Einfluss etwa auf gute Werte bei der Pünktlichkeit hätten, wenn es in der Stadt zahlreiche Baustellen gebe.

Die beiden Vorstände hätten diese Einwände ernst genommen, so Iwannek. Sie hätten sich dann rechtlich beraten lassen und den Bonus gezahlt.

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Einigung mit Vorständen

Die Regionsspitze strebt im Streit mit den Vorständen der Üstra über Bonuszahlungen an die Mitarbeiter eine Einigung an – knüpft diese aber offenbar an strenge Bedingungen. Er werde einen Schlichterspruch akzeptieren, sagte Regionspräsident Hauke Jagau am Mittwoch. „Es wäre ein schönes Signal, wenn es zu einer Einigung käme.“

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