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Üstra-Fahrer zeigen Bein

Unternehmen will so Frauen für sich gewinnen Üstra-Fahrer zeigen Bein

Die Üstra will mehr Frauen als Bus- oder Stadtbahnfahrerinnen gewinnen. Dafür werben nun die männlichen Mitarbeiter des Unternehmens - indem sie während der Arbeitszeit Röcke tragen. Das Unternehmen teilt mit, dass die Teilnahme an der Aktion freiwillig ist.

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Mit dieser besonderen Dienstkleidung machen die Üstra-Fahrer auch am Steuer ihrer Fahrzeuge Werbung für die Gewinnung weiblicher Kollegen.

Quelle: Rainer Dröse

Hannover. Carsten Rothbart hat breite Schultern, die Arme voller Tätowierung – und gestern hatte er einen Rock an. Der 40-Jährige ist einer von neun Üstra-Mitarbeitern, die mit dem für Männer eher ungewöhnlichen Kleidungsstück Werbung für ihren Arbeitgeber machen wollen. „Ziel der Kampagne ist es, Frauen als Bus- oder Stadtbahnfahrerinnen zu gewinnen“, erklärt der Vorstandsvorsitzende André Neiß. Bis zum Jahr 2022 sollen 22 Prozent der rund 2000 Üstra-Mitarbeiter weiblich sein. „Derzeit sind wir bei einer Quote von 16 Prozent“, sagt Personalvorstand Wilhelm Lindberg.

Ab sofort treten dafür nicht nur zehn Bus- und Stadtbahnfahrer regelmäßig ihren Job im Rock an. „Wir haben auch 21 Busse und drei Stadtbahnen mit großen Fotos der Kollegen bekleben lassen“, sagt Üstra-Sprecherin Katja Raddatz. Mindestens ein Jahr lang sollen sie durch Hannover rollen und so „vor allem Frauen ansprechen, weil diese Zielgruppe bislang im Fahrdienst und in den technischen Berufen deutlich unterrepräsentiert ist“, sagt Lindenberg. „Frauen bringen wichtige Kompetenzen, wie Kommunikationsstärke sowie Kunden- und Serviceorientierung mit, die für einen guten und zukunftsfähigen Mobilitätsdienstleister von entscheidender Bedeutung sind.“ Ein weiterer Grund ist, dass rund 600 Mitarbeiter die Üstra bis zum Jahr 2022 verlassen werden.

Männliche Üstra-Mitarbeiter tragen Röcke - und wollen damit Werbung für ihre weibliches Personal machen.

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Um diese Abgänge kompensieren und vor allem Frauen für einen Job bei den Verkehrsbetrieben gewinnen zu können, hat die Modedesignerin Thekla Ahrens, die bereits jene Dienstkleidung gestaltete, die die Fahrer seit Anfang des Jahres tragen, das spezielle Beinkleid für die Herren entworfen. Die Röcke gibt es, je nach persönlicher Vorliebe – eher klassisch als Kilt oder modern als glatter Rock mit aufgenähten Seitentaschen. Ganz gleich welche Variante die Fahrer wählen, sie sind laut Projektleiterin Claudia Kudlinski die ersten männlichen Mitarbeiter eines Verkehrsunternehmens, denen es gestattet wird, einen Rock bei der Arbeit zu tragen.

Es gab im Vorfeld Diskussionen um die Aktion

Obwohl die Fahrer sich alle freiwillig für die Kampagne gemeldet haben, gab es bereits im Vorfeld Diskussionen um die Aktion. „Als ich das meiner Frau erzählte, schaute die mich nur ungläubig an“, erzählt einer der Fahrer. „Dann meinte sie nur, ich sei bekloppt und könne machen, was ich wolle.“ Das ließ der sich nicht zweimal sagen und fährt nun regelmäßig mit Rock. „Wie häufig die Kollegen die Röcke tragen, bleibt ihnen überlassen“, sagt Raddatz. „Aber irgendwann wird das Wetter eine natürliche Grenze setzen.“ Spätestens wenn es im Winter kalt werde, würden wohl viele der Fahrer lieber wieder ihre Diensthosen tragen.

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Bei der Üstra tragen künftig einige Männer Röcke, um Frauen als Bus- oder Stadtbahnfahrerinnen zu gewinnen. Wie finden Sie diese Werbemaßnahme?

„Ich werde versuchen den Rock so oft wie möglich anzuziehen“, sagt Rothbart, der seinen Arbeitgeber gerne bei der Werbeaktion unterstützt. „Das ist nicht nur so, dass sich die Üstra als moderner und lockerer Arbeitgeber darstellen will. Sie ist es auch.“ Das habe er in seinen fast 20 Jahren Betriebszugehörigkeit schon mehrfach erfahren. „Ich habe die Arme voll mit Tätowierungen von Punk-Bands“, sagt der 40-Jährige. „Das hat nie jemanden gestört.“ Dies sei aber nicht der einzige Grund gewesen, warum er sich für die Kampagne gemeldet habe. „Für mich ist das nichts ungewöhnliches, einen Rock zu tragen“, sagt er. „Auch privat trage ich gelegentlich mal einen Kilt.“

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