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Aus der Stadt Fahrkartenkontrolle bei Üstra eskaliert
Hannover Aus der Stadt Fahrkartenkontrolle bei Üstra eskaliert
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06:48 06.06.2016
Von Bernd Haase
Quelle: Foto: dpa
Hannover

Um Problemem zu entgehen, sollten die US-Amerikaner die fälligen Knöllchen in Höhe von 60 Euro pro Person an Ort und Stelle bar bezahlen. Zeugen bestätigen dies, die Üstra dementiert nach Befragung der Kontrolleure. Der Vorfall ereignete sich am 25. Mai.

Unstrittig ist, dass das Trio keinen gültigen Fahrausweis vorweisen konnte. Der Laatzener Joachim Düscher und seine beiden amerikanischen Gäste waren mit der Bahn in Berlin gewesen und traten die Rückfahrt vom Hauptbahnhof Hannover nach Laatzen-Rethen mit der Stadtbahn an. „Wir hatten Online-Tickets bei der Bahn gebucht. Dort war auch die Fahrt nach Rethen ausgewiesen, aber nicht als Fahrschein, sondern nur als Reisehinweis. Das haben wir zu spät bemerkt“, berichtet Düscher.

Bei der Fahrkartenkontrolle bat der Rethener die Prüfer, angesichts der Sachlage Kulanz walten zu lassen. Andere Fahrgäste hätten das Ansinnen unterstützt. Es fand jedoch kein Gehör. Das Trio musste an der Station Altenbekener Damm aussteigen und sich ausweisen. Die Amerikaner sollten das sogenannte erhöhte Beförderungsentgelt bar zahlen, Düscher wurde aufgeschrieben und musste sich ein Ticket für die restliche Rückfahrt kaufen.

Dabei kam es zu einem Wortwechsel, in dessen Verlauf die Prüfer mit einem Polizeieinsatz und einem möglichen Gerichtsverfahren drohten. Sollten die Amerikaner bei der Passkontrolle keine Quittungen für die anfallenden Kosten vorlegen können, würde die Ausreise aus Deutschland verweigert, habe es geheißen. Der Rethener wiederum bezeichnete dieses Verhalten als armselig.

Hätten die Kontrolleure kulant reagieren sollen?

„Die Situation ist auf beiden Seiten eskaliert“, sagt Üstra-Sprecher Udo Iwannek. Die Prüfer hätten sich eventuell provozieren lassen. Bei deutschen Staatsbürgern würden Knöllchen für Schwarzfahren grundsätzlich nicht bar kassiert, bei Fahrgästen ohne festen Wohnsitz in der Bundesrepublik dürften die Prüfer dies tun. Iwannek bestätigt, dass bei Fahrgästen aus dem Ausland ein gewisser Kulanzspielraum bestehe. „Problem war, dass zeitgleich in derselben Bahn eine weitere Gruppe Schwarzfahrer aus dem Ausland festgestellt wurde“, sagte er. Die Prüfer hätten nicht die einen aufschreiben können, die anderen aber nicht.

Protec-Prüfer haben im Gegensatz zu den Prüfern der Üstra die Möglichkeit, ihr Gehalt durch Prämien aufzubessern. Dass dieser Umstand ihren Ehrgeiz angestachelt haben könnte, weist Iwannek zurück: „Das es sich um einen Schwarzfahrer-Fall handelte, bestreitet schließlich keiner.“ Düscher wiederum beklagt einen Imageschaden für die Üstra und die Stadt Hannover. Er selbst jedenfalls habe bei vergleichbaren Fällen im Ausland „nachsichtige und diplomatische Reaktionen von Ordnungshütern erlebt“.

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