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Aus der Stadt Üstra: Schuld liegt bei Rentner
Hannover Aus der Stadt Üstra: Schuld liegt bei Rentner
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00:29 31.08.2014
Von Bernd Haase
Der Betroffene zog sich bei dem Unfall eine Hüftprellung sowie Armverletzungen zu. Quelle: von Ditfurth
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Hannover

Damals war ein 84-jähriger Mann aus Leinhausen bei einem Unfall auf der Stöckener Straße verletzt worden. Er soll nun 506,78 Euro zahlen, die die Üstra für Schienenersatzverkehr, Ausfall des beteiligten Stadtbahnfahrers und Ausfallpauschale geltend macht. Der Sohn und Betreuer des Mannes wehrt sich dagegen, weil nach seiner Ansicht der Stadtbahnfahrer zumindest eine Mitschuld trägt.

Bei dem Unfall hatte der Leinhausener die Gleise überquert und musste dann vor einer roten Fußgängerampel warten. Ein Trolley, den er hinter sich hergezogen hatte, ragte noch in den Gleisbereich und wurde von einer vorbeifahrenden Stadtbahn erfasst. Als Folge riss es den Mann zu Boden; er zog sich eine Hüftprellung sowie Armverletzungen zu. Ein Verfahren wegen einer Verkehrsordnungswidrigkeit gegen ihn wurde eingestellt. Der Sohn bezeichnet die Forderung der Üstra wegen der seiner Ansicht nach ungeklärten Schuldfrage als unangemessen und hat einen Anwalt eingeschaltet. Ob die Angelegenheit vor Gericht landet, ist noch nicht ausgemacht. Unterdessen hat Michael Fleischmann, Fraktionsvorsitzender der Gruppen aus Linken und Piraten in der Regionsversammlung, die Üstra aufgefordert, in diesem Fall Kulanz walten zu lassen. „Sie sollte hier keine Prinzipienreiterei veranstalten“, meint er.

Die Üstra begründet ihr Vorgehen damit, dass sie als steuerfinanziertes Unternehmen im Interesse der Allgemeinheit berechtigte Forderungen geltend machen müsse. Das liegt auf Linie mit vielen anderen Nahverkehrsunternehmen. Die Dresdener Verkehrsbetriebe etwa, jüngst anhand eines Kundenbarometers vor den Münsterschen Kollegen und der Üstra zur Nummer eins in Deutschland gekürt, machen ebenfalls Kosten geltend, wenn sie von der Schuld eines Beteiligten ausgehen.

„Eine Größenordnung von 500 Euro kommt da schnell zusammen“, sagt Justiziar Tobias Krause. Die Bremer Straßenbahn AG dagegen macht grobe Fahrlässigkeit eines Beteiligten zum Maßstab dafür, ob sie eine Rechnung schickt - ein Sprecher nennt als Beispiel Trunkenheit. Bei der Deutschen Bahn gibt es keine einheitliche Regelung für Fern-, Regional- und S-Bahnverkehr. „Wir behalten uns, wenn der Beteiligte Schuld hat, Regressansprüche vor und prüfen dann den Einzelfall“, erklärt eine Sprecherin.

Auch Autofahrer bekommen nach Angaben der Landesbehörde für Straßenbau nach verschuldeten Unfällen Rechnungen - etwa für beschädigte Leitplanken oder die Beseitigung ausgelaufenen Öls.

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