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Aus der Stadt Üstra befragt Fahrgäste zu Alkoholverbot
Hannover Aus der Stadt Üstra befragt Fahrgäste zu Alkoholverbot
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00:16 24.01.2016
Von Bernd Haase
Fahrgäste sollen abstimmen, ob in den Bussen und Bahnen der Üstra weiter Alkohol getrunken werden darf. Quelle: peters
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Hannover

Die Üstra und die mit dem S-Bahn-Verkehr betraute DB Regio sind bisher die einzigen Unternehmen im Großraum Verkehr Hannover (GVH), die noch kein Alkoholverbot haben. Bei der Bahn gilt das im gesamten Bundesgebiet. Die Üstra hatte sich entsprechenden Forderungen schon häufiger gegenüber gesehen, sie in der Vergangenheit aber abgelehnt. Das Problem seien nicht die Trinker, sondern die Betrunkenen - jene also, die schon alkoholisiert in die Fahrzeuge einsteigen, lautete die Begründung. Bestehende Möglichkeiten, gegen Zecher vorzugehen, halte man für ausreichend. Außerdem hatte die Üstra auf zu erwartende Belastungen für die Fahrer hingewiesen. Die müssten ein Alkoholverbot durchsetzen, wenn gerade kein Mitarbeiter vom Sicherheitsdienst in einem Bus oder ein Bahn mitfährt. Zuletzt hatte sich die Üstra aber einem Alkoholverbot, das den Konsum während der Fahrt meint, aufgeschlossener gegenüber gezeigt.

Einer ablehnenden Haltung waren lange auch SPD und Grüne in der für den Nahverkehr zuständigen Regionsversammlung gefolgt. Dass es nun in eine andere Richtung gehen könnte, dürfte auch politisch motiviert sein. Im Wahlkampf um die Regionspräsidentschaft vor anderthalb Jahren hatte CDU-Kandidat Axel Brockmann ein Alkoholverbot bei der Üstra zu einem seiner zentralen Themen gemacht und war  dem Amtsinhaber Hauke Jagau mächtig auf die Pelle gerückt. Der Sozialdemokrat setzte sich hauchdünn in der Stichwahl durch. Diese Erfahrung dürfte die CDU unter anderem dazu bewogen haben, eine Bürgerbefragung zum Thema zu beantragen - durchzuführen am 11. September und damit parallel zur niedersächsischen Kommunalwahl. "So kann ein objektives Meinungsbild der Bürger eingeholt werden", begründen die Christdemokraten ihr Ansinnen. Ihr Fraktionsmitglied Philipp Plath sagte gestern im Verkehrsausschuss, es sollten auch diejenigen abstimmen dürfen, die bei anderen Unternehmen wie Regiobus oder Metronom bereits Erfahrungen mit dem Alkoholverbot gemacht haben.

SPD und Grüne meinen dagegen, es sei "zielführender, anstelle aller Bürger ausschließlich die Fahrgäste der Üstra" zu befragen. Das Unternehmen selbst soll die Aktion durchführen, und zwar kurzfristig, wie es in dem Antrag heißt. Das bedeutet auch: Möglichst weit weg vom Wahltag. Die genauen Modalitäten stehen noch nicht fest. Ob das Resultat in jedem Fall bindend sein wird, blieb gestern im Verkehrsausschuss der Regionsversammlung offen. "Das Ergebnis wird dem Ausschuss zur Bewertung vorgelegt", haben SPD und Grüne beschlossen.

Ausweislich der Statistik der Polizeidirektion Hannover sind Busse und Bahnen kein Brennpunkt in Sachen Sicherheit. Bekannt ist aber spätestens seit Brockmanns Wahlkampf, dass ein Alkoholverbot viele Freunde in der Bevölkerung hat. Sie erwarten sich ein höheres subjektives Sicherheitsgefühl, mehr Sauberkeit in den Fahrzeugen oder finden es ganz einfach unangenehm, wenn dort die Flaschen und Dosen kreisen.

Dessen ist man sich auch bei der Üstra bewusst. "Wir respektieren die mit einem Alkoholkonsumverbot verbundenen Wünsche und Erwartungen unserer Fahrgäste. Insoweit nehmen wir den Auftrag einer Befragung gerne an", sagt der Vorstandsvorsitzende André Neiß. Die alltägliche Umsetzung bedeute aber eine zusätzliche Herausforderung, der man sich dann stellen werde.

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