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Üstra erwischt mehr als 73.000 Schwarzfahrer

Ohne Fahrschein in Hannover Üstra erwischt mehr als 73.000 Schwarzfahrer

In Hannover sind im vergangenen Jahr so viele Schwarzfahrer in Bussen und Bahnen der Üstra ertappt worden, wie seit fünf Jahren nicht mehr. 1,56 Millionen Euro nahm das Verkehrsunternehmen ihnen an Bußgeldern ab, fast 30 Prozent mehr als im Jahr 2014. Insgesamt 73.474-mal trafen die Kontrolleure Personen ohne gültiges Ticket an.

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Fahrkartenautomaten stehen an jedem Bahnsteig - aber nicht jeder nutzt sie.

Quelle: dpa

Hannover. Im Jahr 2014 waren es mit 63.870 noch fast 10.000 weniger. Vor allem die Zahl der Wiederholungstäter ist mit 9721 im Vergleich zu 7249 in 2014 überproportional gestiegen. Gegen sie stellte die Üstra zusätzlich zu der erhobenen Geldstrafe auch eine Strafanzeige.

„Der Anstieg der erwischten Schwarzfahrer und Wiederholungstäter resultiert vor allem daraus, dass unsere Mitarbeiter erneut mehr Personen kontrolliert haben, als im Vorjahr“, sagt Üstra-Sprecher Udo Iwannek. Insgesamt 3,43 Millionen Fahrgäste mussten demnach ihre Tickets vorweisen, das sind 190.000 mehr als noch 2014. Anfang April führte die Üstra sogar zum ersten Mal seit fünf Jahren eine sogenannte Schwerpunktkontrolle durch, bei der ein kompletter Bahnsteig abgeriegelt und alle Fahrgäste kontrolliert wurden.

Doch weder dies, noch das sogenannte erhöhte Beförderungsentgelt, das seit dem 1. Juli 2015 bundesweit auf 60 Euro angestiegen ist, schreckten die Schwarzfahrer in der Region ab. Erstmals seit 2010 steigt die Schwarzfahrerquote wieder auf über 2 Prozent. „Das heißt auf der anderen Seite, dass 98 Prozent der 163 Millionen Personen, die wir im vergangenen Jahr befördert haben, einen Fahrschein haben“, sagt Iwannek, der betont, dass es bei den effektiveren Kontrollen, die 2015 durchgeführt wurden, nicht darum gehe, Geld einzunehmen. „Wenn wir irgendwann überhaupt keine Schwarzfahrer mehr erwischen, sind wir das glücklichste Unternehmen“, sagt er.

Bis dahin will die Üstra aber weiter regelmäßig ihre Fahrgäste überprüfen. Auch weitere Schwerpunktkontrollen seien in diesem Jahr nicht ausgeschlossen. Zudem halten die Verkehrsbetriebe weiter an dem umstrittenen Modell der sogenannten Fangprämie für die Mitarbeiter ihres Tochterunternehmen Protec fest.

Im Sommer war bekannt geworden, dass die rund 20 Mitarbeiter der Sicherheitsfirma, die für die Üstra Kontrollen durchführen, Prämien für ertappte Schwarzfahrer kassieren. Bis zu 800 Euro können die Kontrolleure demnach zusätzlich im Monat verdienen. Die 60 direkt bei der Üstra eingestellten Kontrolleure hingegen profitieren nicht von dem Anreizsystem. „So wird das auch in Zukunft bleiben“, sagt Üstra-Sprecher Iwannek auf Nachfrage der HAZ.

Obwohl unter anderem der Fahrgastverband Pro Bahn die Praxis kritisiert hatte, ändert das Verkehrsunternehmen nichts an der Regelung. „Wir haben beschlossen, dass die Protec-Mitarbeiter weiter von dem Anreizsystem profitieren, unsere Kontrolleure aber nicht daran teilnehmen werden“, sagt Iwannek.     

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