Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Neue Stadtbahn kann nicht fahren
Hannover Aus der Stadt Neue Stadtbahn kann nicht fahren
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:15 31.03.2014
Von Bernd Haase
Bei den „Schnupperfahrten“ Anfang März habe zu keinem Zeitpunkt ein Sicherheitsrisiko bestanden, heißt es vonseiten der Üstra. Quelle: Philipp von Ditfurth
Hannover

Ursprünglich wollte sie die Wagen von Mitte März an auf den Linien 3 und 7 fahren lassen, dann wurde der Termin auf Anfang April verschoben. Einen neuen Zeitpunkt nennt das Unternehmen nicht, was Raum für Spekulationen öffnet: In München hatte sich die Inbetriebnahme eines neuen Stadtbahnwagens um zwei Jahre gegenüber dem ursprünglich vorgesehenen Termin verzögert.

„Bei Qualitätskontrollen ist eine fehlerhafte Schweißnaht im Bereich des sogenannten Gelenkträgers aufgefallen“, bestätigte Üstra-Sprecher Udo Iwannek gestern auf Nachfrage entsprechende Informationen der HAZ.

Der Träger verbindet zwei Karosseriebauteile eines Wagens und ist Teil der Mechanik, die dafür sorgt, dass der Wagen um die Kurve fahren kann. Im Inneren des Fahrzeugs befindet sich an dieser Stelle ein Drehteller.

3200 Hannoveraner kamen, um sie zu sehen: Die neue Stadtbahn der Üstra, der TW 3000.

Das Fahrzeug, dessen Erstling im November in Hannover eintraf, war zwischenzeitlich nicht nur für die Fahrten zur technischen Abnahme eingesetzt worden, sondern Anfang März auch an einem Sonnabendvormittag für kostenlose „Schnupperfahrten“ zwischen Hauptbahnhof und der Station Stadionbrücke. Mehr als 3000 Stadtbahnfans nutzten seinerzeit die Gelegenheit und stiegen zu.

„Es hat zu keinem Zeitpunkt ein Sicherheitsrisiko bestanden. Das haben uns Techniker und die Abnehmer bestätigt“, betont Iwannek. Man wolle aber sicherstellen, dass das Problem an den sechs bisher ausgelieferten Wagen behoben wird und an den folgenden nicht mehr auftritt. Theoretisch könne der TW 3000 laut Iwannek auch mit der fehlerhaften Schweißnaht fahren. „Es würde aber den späteren Wartungs- und Kontrollaufwand erhöhen, und das wollen wir schon aus Kostengründen nicht“, sagte der Sprecher.

An der Herstellung des neuen Stadtbahnwagens sind mehrere Firmen in einem Konsortium beteiligt. Die Endmontage und die Auslieferung liegen bei der Firma Heiterblick in Leipzig. Die Gelenkträger stammen nach Informationen der HAZ von einer Zulieferfirma, die wohl auch für den finanziellen Schaden aufkommen muss. Zur Höhe dieser Kosten konnte die Üstra gestern keine Auskunft geben.

Die neuen Stadtbahnwagen sollen nach und nach die vorhandenen grünen Modelle ersetzen, die nach mehr als 30 Jahren das Ende ihrer Lebensdauer erreicht haben. Bis 2018 sollen 100 Exemplare des TW 3000 ausgeliefert werden; der Stückpreis liegt bei rund 2,5 Millionen Euro.

Am Freitag wurde die neue Stadtbahn TW 3000 am Betriebshof an der Glocksee vorgestellt.

Finanziert wird das Fahrzeug zu großen Teilen vom Land Niedersachsen über dessen Nahverkehrsgesellschaft. Auf weitere 46 Fahrzeuge besteht eine Option.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Aus der Stadt Großbaustelle in der Innenstadt - Neue Fassade für Büros am Klagesmarkt

Auf dem Klagesmarkt beginnen die Vorbereitungen für eine der größten Baustellen in Hannovers Innenstadt: Parkplätze auf der Platzmitte werden abgesperrt, und die Baugrube soll bis zu sechs Meter Tiefe ausgehoben werden

Andreas Schinkel 27.03.2014

Ob Zeitung, Rathaus, Notaufnahme oder Altenpflege: Zahlreiche Schüler nutzten den jährlichen Zukunftstag für eine kleine Stippvisite in der Arbeitswelt in und um Hannover.

27.03.2014
Aus der Stadt Ausstand der Stadtbahn-Fahrer - Üstra spart pro Streiktag 89.000 Euro

Drei Tage lang standen die Bahnen und Busse der üstra in der Stadt still. Während sich Pendler ärgerten und auf Auto, Taxi und Fahrrad umstiegen, sparte die üstra durch den Ausstand 267.000 Euro ein.

Mathias Klein 30.03.2014