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Aus der Stadt Üstra setzt in Zukunft nur noch auf Elektrobusse
Hannover Aus der Stadt Üstra setzt in Zukunft nur noch auf Elektrobusse
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09:48 25.04.2015
Von Michael Zgoll
Hybridbusse, wie auf diesem Bild, seien nur eine Brückentechnologie, sagte Üstra-Vorstandsmitglied Lindenberg am Freitag. Quelle: Symbolbild/Archiv
Hannover

Elektrobusse sind die Zukunft, Hybridbusse nur eine Brückentechnologie: Das sagte Üstra-Vorstandsmitglied Wilhelm Lindenberg gestern am Rande der Bilanzpressekonferenz des Nahverkehrsunternehmens. Zwar werden 2015 zu den schon laufenden 36 Hybridfahrzeugen noch 26 hinzukommen, doch der Fokus liegt bereits auf dem Jahr 2016 - dann sollen die ersten drei Elektrobusse auf der Ringlinie 100 / 200 fahren. Die Vision des Üstra-Vorstands: An jedem Knotenpunkt von Bus und Bahn stehen Ladesäulen, an denen Energie aus dem Gleichstromnetz der Stadtbahn abgezweigt wird. Nur vier Minuten wird es dann dauern, einen Elektrobus wieder so weit aufzuladen, dass dieser etwa eine neue Ringlinien-Tour absolvieren kann. Die erste Ladestation wird im Spätsommer am August-Holweg-Platz installiert.

Allerdings kostet ein Elektrobus nach Lindenbergs Angaben gut 600.000 Euro und damit doppelt so viel wie ein Hybridbus, ein Dieselbus ohne Zwischengelenk ist noch einmal etwas günstiger. Die Vorteile des E-Antriebs seien aber offenkundig: Eine Energieausnutzung von 90 Prozent (Diesel: gut 30 Prozent), weniger Verbrauchskosten und Lärm sowie bei Strombezug aus regenerativen Energiequellen kein Schadstoffausstoß. „Die Batterien sind das Teuerste, aber die Preise sinken deutlich“, sagte der Vorstand. Ohne Subventionen könne man die deutlich höheren Anschaffungskosten aber trotzdem nicht auffangen: „Darum führen wir mit dem Land Gespräche über eine E-Bus-Förderung.“

Indes hat die Üstra ihr Ergebnis im Geschäftsjahr 2014 leicht verbessert: Der Verlust beträgt nur noch 17,6 Millionen Euro (Vorjahr: 18 Millionen). Vorstandschef André Neiß führt das auf „eiserne Kostendisziplin“ zurück - allerdings seien auch die Tarifeinnahmen um 6,2 Prozent auf 146 Millionen Euro gestiegen. Das ist besonders bemerkenswert, weil die Fahrgastzahlen um 0,9 Prozent auf 163.300 sanken. Gründe dafür waren drei Streiktage und der milde Winter, der weniger Radfahrer als im Vorjahr auf Busse und Bahnen ausweichen ließ.

Mehr Jobs bei der Üstra

Die Zahl der Vollzeit-Arbeitskräfte bei der Üstra stieg im Geschäftsjahr 2014 auf 1825 (Vorjahr 1799). Der Frauenanteil ist aus Sicht des Vorstands mit 15,8 Prozent immer noch zu niedrig, soll bis 2022 auf 22 Prozent erhöht werden. Vom neuen Stadtbahn-Modell TW 3000 sind derzeit - nach einjähriger Verzögerung wegen fehlerhafter Schweißnähte - fünf Fahrzeuge in der Erprobung. Bis zum Ende dieses Jahres sollen immerhin 38 von 100 neuen Stadtbahnwagen über Hannovers Gleise rollen.

Keine Kritik am Langzeit-Zuschlag

Üstra-Aufsichtsratsvorsitzender und Regionspräsident Hauke Jagau lobte, dass die Üstra aufgrund einer neuartigen Direktvergabe - ohne europaweite Ausschreibung - für die nächsten 22,5 Jahre für den Nahverkehr in Hannover zuständig ist: „Das ist eine Zukunftsgarantie für die Mitarbeiter und die Qualität des ÖPNV.“ Auch Bernward Schlossarek, Chef der CDU-Regionsfraktion, äußerte sich zustimmend zum Zuschlag für die Üstra: „Das Unternehmen macht einen tollen Job und ist nah bei den Menschen - warum sollten wir wechseln?“

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