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Üstra verbucht Rekord bei Fahrgastzahlen

Bilanz Üstra verbucht Rekord bei Fahrgastzahlen

Die Üstra hat 2016 rund 176 Millionen Fahrgäste transportiert – und damit mehr als je zuvor in ihrer 125-jährigen Unternehmensgeschichte. Das hatte auch Auswirkungen auf ihr Finanzergebnis: Das Defizit 2016 sank gegenüber dem Vorjahr um 28 Prozent auf 15,2 Millionen Euro.

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„Wir brauchen mehr Kapazitäten“: 2016 fuhren so viele Passagiere wie noch nie in Hannover Bus und Bahn.

Quelle: Finn (Archiv)

Hannover. Die Üstra hat im vergangenen Jahr einen neuen Fahrgastrekord verbucht, was wiederum Auswirkungen auf ihr Finanzergebnis nach sich zieht. Laut Bilanz, die am Freitag dem Aufsichtsrat vorgelegt wurde, sank das Defizit 2016 gegenüber dem Vorjahr um 5,9 Millionen Euro oder 28 Prozent auf 15,2 Millionen Euro. „Wir blicken auf ein erfolgreiches Jahr zurück. Man muss immer berücksichtigen, dass öffentlicher Nahverkehr nicht kostendeckend zu betreiben ist“, sagt Ulf-Birger Franz, Verkehrsdezernent der Region und Aufsichtsratsvorsitzender der Üstra. Die Regionsverwaltung gleicht die roten Zahlen ihres Tochterunternehmens aus.

Vor allem zwei Effekte haben laut Vorstandschef André Neiß zu der Ergebnisverbesserung beigetragen. „Wir haben ein Cross-Border-Leasing-Verfahren für unsere Fahrzeuge sechs Jahre früher beendet als geplant.“ Das komplizierte und nicht unumstrittene Geschäftsmodell war zwischenzeitlich unter öffentlichen Unternehmen in Deutschland populär und nutzte Lücken im US-amerikanischen Steuersystem. „Der Investor wollte aussteigen, hat uns aber die finanziellen Vorteile gelassen“, sagt Neiß. 4 Millionen Euro seien so auf der Habenseite verbucht worden.

Gleichzeitig hat die Üstra 2016 rund 176 Millionen Fahrgäste transportiert und damit mehr als je zuvor in ihrer 125-jährigen Unternehmensgeschichte. Gerechnet über die vergangenen fünf Jahre liegt der Zuwachs bei zehn Prozent. „Das ist mehr als der Bundesdurchschnitt von 4,4 Prozent“, betont Neiß. Die Kunden scheinen auch die Fahrpreiserhöhungen zu schlucken, die seit mehr als einem Jahrzehnt im Großraum Verkehr Hannover die Regel sind und auch zum nächsten Fahrplanwechsel ins Haus stehen dürften. Die Einnahmen aus dem Fahrscheinverkauf lagen bei 162 Millionen Euro, was gegenüber den zwölf Monaten zuvor eine Steigerung von knapp 11 Millionen Euro ausmacht.

Aufsichtsratschef Franz sagte, die Fahrgaststeigerungen brächten auch Herausforderungen mit sich. „Wir brauchen mehr Kapazitäten.“ Trotzdem weist die Investitionssumme 2016 gegenüber einen starken Rückfall von 80,7 Millionen Euro auf weniger als ein Viertel auf. „Das hängt mit den Abrechnungszyklen für die neuen Stadtbahnwagen zusammen und wird nicht so bleiben“, erläutert Neiß. Eben weil immer mehr Fahrgäste in die Busse und Bahnen einsteigen, werde man weiter in den Fuhrpark investieren.

Die Mitarbeiter der Üstra erhalten für das vergangene Jahr einen Bonus von 750 Euro brutto pro Person. „Das ist unstrittig, weil die Kriterien dafür erfüllt sind“, betont Franz. Im vergangenen Jahr hatte es einen kräftigen Streit zwischen Geschäftsführung und Region um dieses Thema gegeben, weil die Behörde damals die Rechtmäßigkeit der Boni anzweifelte. „Das ist endgültig beigelegt“, sagt Franz.

Frauenquote steigt

Nachdem die Frauenquote 2016 um 1,3 Prozentpunkte stieg, sind aktuell 19,1 Prozent der Üstra-Beschäftigten weiblich. Das sei ein gutes Ergebnis, meint Üstra-Personalvorstand Wilhelm Lindenberg. Das Thema treibt die Üstra seit einiger Zeit um. Sie ist ein klassisch männerdominiertes Unternehmen und möchte dies ändern – nicht nur auf Grund von Quotendenken, sondern auch, weil es sonst schwierig wird, geeigneten Nachwuchs zu finden. Deshalb hatte sie unter dem Motto „Üstra rockt“ eine der aufsehenerregendsten Kampagnen der vergangenen Jahre in Hannover lanciert. Laut Personalvorstand Lindenberg ist eine Fortsetzung geplant.

Die Mitarbeiterzahl ist zuletzt leicht von 2038 auf 2105 gestiegen, weil wegen der steigenden Fahrgastzahlen auch mehr zu tun ist. „Die große Herausforderung ist aber die, dass bis 2025 rund 1000 Mitarbeiter ausscheiden und ihre Stellen ersetzt werden müssen“, erklärt Lindenberg. Die Üstra, sagt die Betriebsratsvorsitzende Denise Hain, stehe vor einem Generationswechsel.

Bei den Auszubildenden liegt der Frauenanteil bei 30 Prozent – wie auch bei den Fahrern. Die Unfallquote bei den Frauen im Fahrdienst, so entgegnete Lindenberg auf die Frage eines Journalisten, liege übrigens leicht unter derjenigen bei den Männern.    

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