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Aus der Stadt Üstra verliert elf Millionen Euro
Hannover Aus der Stadt Üstra verliert elf Millionen Euro
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19:48 13.09.2012
Von Bernd Haase
Verlust für die üstra: Wegen steigender Fahrgastzahlen der S-Bahn werden die gemeinsamen Einnahmen im GVH neu verteilt. Quelle: Symbolfoto
Hannover

Grund dafür sind vor allem die steigenden Nutzerzahlen der S-Bahn. Mittlerweile fahren täglich etwa 90.000 Reisende mit den roten Zügen. Jährlich zählen die Unternehmen im Großraum Verkehr Hannover (GVH) etwa 196 Millionen Fahrgäste, drei Viertel davon entfallen auf Busse und Bahnen der Üstra. Weil viele Passagiere aber auch umsteigen, kann nicht genau nachvollzogen werden, wer mit welchem Fahrschein wie lange welches Verkehrsmittel benutzt. Deshalb wandern die Gesamteinnahmen – im Jahr 2011 waren es 211 Millionen Euro – zunächst in einen Gemeinschaftstopf und werden dann nach einem komplizierten Schlüssel verteilt. Die Daten dafür lässt der GVH im Vier-Jahres-Turnus genauer überprüfen.

Dabei ist jetzt herausgekommen, dass die Üstra für 2011 etwa 5,7 Millionen Euro weniger erhält als vorgesehen und für das laufende Jahr noch einmal 5,3 Millionen Euro weniger. „Wir werden die Zahlen überprüfen, haben sie aber vorsorglich schon einmal berücksichtigt“, sagt der Üstra-Vorstandsvorsitzende André Neiß. Bleibt es dabei, würde das erwartete Defizit des Unternehmens für 2012 auf 30 Millionen Euro steigen.

Insgesamt verbucht der GVH derzeit leichte Rückgänge beim Verkauf von Einzelfahrscheinen, was aber durch steigende Einnahmen aus Großkunden­angeboten und Semestercards für Studenten aufgefangen wird. Derzeit fahren rund 38.000 Mitarbeiter von Unternehmen mit Firmen- oder Sammelbestellerabos; die Tendenz ist laut GVH weiter steigend.

An den Fahrgastzahlen kann die Üstra vor allem im Sommer ablesen, wie das Wetter ist. „An schönen Tagen sind die Busse und Bahnen leerer“, sagt Sprecher Udo Iwannek. Grund ist der Radverkehr, der sich vor allem in der Stadt Hannover steigender Beliebtheit erfreut. Sein Anteil am Gesamtverkehrsaufkommen liegt laut Erhebungen des Instituts für angewandte Sozialwissenschaften mittlerweile bei 15 Prozent; vor zwei Jahren waren es noch 13 Prozent. Erklärtes Ziel der Stadt ist es, diesen Anteil bis 2025 zu verdoppeln.

Die Üstra will nach Angaben von Neiß auf den Trend zum Fahrrad reagieren. „Wir müssen entsprechende Angebote vorhalten und planen sie auch“, sagt der Üstra-Chef, hält sich aber zu den Details bedeckt. Sein Unternehmen hat die Federführung beim Neustart von Hannovermobil, der sogenannten integrierten Mobilitätskarte. Damit können Nahverkehrskunden zwar bisher bei Car­sharing mitmachen und eine Bahncard erhalten, aber die Möglichkeit, Fahrräder oder E-Bikes auszuleihen, fehlt bisher. Die Nachfrage nach solchen Angeboten steigt aber in allen deutschen Großstädten merkbar an.

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