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Um Klassenfahrten tobt der nächste Streit

Schulen müssen sparen Um Klassenfahrten tobt der nächste Streit

Hannovers Schulen müssen den Lehrern mehr Geld für Klassenfahrten erstatten. Das können manche Schulen jedoch nur schwer aufbringen, da ihre Budgets vom Land dafür kaum erhöht worden sind. Nun müssen sie bei den Fahrten sparen. Das hat einen neuen Sreit ums das Thema ausgelöst.

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Schüler auf Klassenfahrt in einem Schullandheim.

Quelle: dpa

Hannover. Angesichts neuer Regeln denken viele Schulen über Sparmodelle bei den Klassenfahrten nach. Dabei geht es nicht um den oft schon üppigen Elteranteil, sondern um die Kosten, die die Schule decken muss. Weil Lehrer jetzt einen höheren Anteil ihrer Kosten erstattet bekommen, die Schulbudgets aber nur geringfügig erhöht worden sind, ist hier Fantasie gefragt. Manche Schulen setzen auf Zuschüsse von Stiftungen oder Fördervereinen, andere machen weniger aufwendige Fahrten als vorher - Torfhaus statt Türkei. Wieder andere widmen Mittel aus dem Ganztagsbereich um oder streichen eine schulinterne Fortbildung, um Fahrten zu finanzieren. „Das ist eigentlich schade“, sagt Martin Thunich, Leiter der Wilhelm-Raabe-Schule, „denn wir brauchen beides - Schulungen des Kollegiums und Klassenfahrten.“

Bildungsverbände prangern seit Langem an, dass Fahrten und Fortbildungen aus einem gemeinsamen Topf finanziert werden. Nach Angaben des Kultusministeriums wurde das Budget der allgemeinbildenden Schulen im Haushaltsjahr 2016 von rund 105,4 Millionen auf etwa 108,6 Millionen Euro erhöht, pro Schule ergibt sich daraus etwa ein Plus von 2,5 Prozent. Eine Schule mit bis zu zehn Lehrern bekommt jetzt 285 Euro pro Pädagoge satt 278, bei einem Kollegium mit mehr als 40 Lehrern gibt es jeweils 3 Euro mehr.

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Neue Debatte um Klassenfahrten: Sollte das Land das 
Budget für die Schulen erhöhen?

Mit einem jahrelangen Klassenfahrtenboykott hatten drei Viertel der Gymnasien in Niedersachsen gegen die Erhöhung ihrer wöchentlichen Unterrichtsverpflichtung um eine Stunde auf 24,5 Wochenstunden protestiert. Am Ende zwang das Oberverwaltungsgericht Lüneburg das Land, die Mehrarbeit wieder zurückzunehmen. Hinter dem Boykott steckte auch der Ärger darüber, für Klassenfahrten auch noch draufzuzahlen. Deshalb räumte Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) vor knapp einem Jahr den Lehrern bessere Erstattungsmöglichkeiten ein. Statt 16,50 Euro können sie jetzt bis zu 30 Euro pro Übernachtung geltend machen. Pro Klassenfahrtstag können sich Pädagogen jetzt eine Ausgleichsstunde aufschreiben lassen. Zuvor waren es maximal vier pro Woche.

Viele Gymnasien, darunter Tellkampf-, Sophien- oder Schillerschule, melden, dass sie mit dem Budget bislang auskommen. Schulen mit eigenem Landheim sind hier klar im Vorteil. „Alle Inlandsfahrten werden voll bezahlt“, sagt auch Wilhelm Bredthauer von der Goetheschule. In Zeiten des Boykotts habe man Geld gespart, das man jetzt zur Finanzierung der Auslandsfahrten einsetzen könnte.

„Eine Prisorisierung wird wohl jede Schule machen müssen“, sagt Andreas Gaebel, stellvertretender Leiter der Schillerschule. Die Eingangsfahrt für die Fünftklässler und die Abschlussfahrt der Abiturienten gelten gemeinhin als besonders wichtig, ebenso Austauschfahrten. Nicht immer sei das nahe Ziel unbedingt das günstigere, betont Kurt Veith (Leibnizschule). Ein Anspruch auf volle Kostenerstattung der Lehrer sei zwar berechtigt, würde aber mit Einschränkungen bei Dauer und Ziel der Fahrten verbunden sein, meint Schulleiter Bredthauer. „Für mich waren alle Fahrten im Rückblick ein persönlicher Gewinn, der höher lag als etwaige Kostenerstatungen“, sagt der Pädagoge.

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