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Aus der Stadt Wo ist der Platz für Radfahrer?
Hannover Aus der Stadt Wo ist der Platz für Radfahrer?
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00:15 02.08.2016
Großbaustelle: Bis November wird die Straße umgebaut. Ratspolitiker haben jetzt Sorge, dass sich die Situation für Radfahrer nicht verbessert. Quelle: Eberstein
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Hannover

Im Abschnitt zwischen Goseriede und Herschelstraße haben die Planer einen Radfahrstreifen vorgesehen, der sich auf der Fahrbahn befindet. Zwischen Herschelstraße und Ernst-August-Platz soll ein verkehrsberuhigter Bereich entstehen, den sich die Radler mit Autos teilen. Teile der Ratsopposition kritisieren jetzt, dass durch den Umbau ein Nadelöhr für alle Verkehrsteilnehmer entstehe. Im November sollen die Arbeiten beendet und die Kurt-Schumacher-Straße wieder befahrbar sein.

Derzeit ist die Straße noch voll gesperrt. Anlass für die Neugestaltung der  Citystrecke ist der Ausbau der Stadtbahnlinien 10 und 17 („D-Linie“). Die Züge fahren langfristig durch die Bahnunterführung zwischen Ernst-August-Galerie und Hauptbahnhof bis zum Raschplatz. Die gesamte Strecke soll barrierefrei werden, daher entsteht auf der Kurt-Schumacher-Straße ein Hochbahnsteig. Im Zuge der Gleisarbeiten erneuert die Stadt die gesamte Straße. Bäume werden gepflanzt, ein neues Pflaster verlegt: Die Straße soll den Charakter eines Boulevards bekommen.  

Ratspolitiker glauben, dass die Straße zwar schöner wird, der Verkehr aber nicht besser fließt – im Gegenteil. „Das wird alles sehr eng“, sagt CDU-Verkehrspolitiker Felix Blaschzyk. Die rot-grün geführte Stadt wolle zwar den Anteil des Radverkehrs erhöhen, nutze aber  bei einer Straßenerneuerung nicht die Chance, Radlern mehr Raum zu geben. „Mehr Platz hätten wir, wenn die Gleise verschwänden und die Bahn unterirdisch fahren würde“, sagt er. Damit spielt er auf die alte Debatte um eine Tunnellösung für die Linien 10 und 17 an.

Auch die Linkspartei fürchtet, dass die Straße nach dem Umbau zum Nadelöhr wird. Piraten-Vertreter Dirk Hillbrecht geht noch einen Schritt weiter: „Nach dem Umbau wird die Kurt-Schumacher-Straße zur No-go-Area für Radfahrer.“ Die FDP hat ebenfalls Bedenken. „Ich würde mich als Radfahrer nicht auf diese Straße trauen“, sagt FDP-Fraktionschef Wilfried Engelke. Am Ende werde die Stadt nachbessern müssen und möglicherweise die gesamte Kurt-Schumacher-Straße zur Fußgängerzone erklären.
Nachbessern musste die Stadt gerade erst beim Radweg am Schwarzen Bären. An der Einmündung der erst vor vier Jahren neu gebauten Benno-Ohnesorg-Brücke in die Blumenauer Straße wird der Radfahrerengpass behoben. Dort mussten sich Fußgänger und Radler in Höhe des Veranstaltungszentrums Capitol einen nur 2,60 Meter breiten Weg teilen. Jahrelang hatte es Protest aus dem Bezirksrat gehagelt, jetzt endlich hat die Stadt die Problemstelle behoben.

In der SPD ist man überzeugt, dass auf der Kurt-Schumacher-Straße genügend Platz bleibt. „Es wird einen Radstreifen geben. Das ist eine Verbesserung zur Situation vor dem Umbau“, sagt SPD-Verkehrsexperte Jürgen Mineur. Zudem meint er, dass bald weniger Verkehr auf der Straße rollen wird. Autos werden künftig von der Kurt-Schumacher-Straße nicht mehr links Richtung ZOB abbiegen dürfen. Damit werde die Straße als Durchgangsstrecke entlastet.

Der Weggang des Pächters im Schloss Herrenhausen hat die Kommunalpolitik ins Grübeln gebracht. Es müsse jetzt möglichst rasch ein Nachfolger gefunden werden, um das Tagungszentrum nahtlos weiter zu betreiben, lautet der Tenor aus den Parteien.

Andreas Schinkel 02.08.2016

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