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Umbau der Leibniz-Bibliothek fast beendet

Testbetrieb ab Mitte April Umbau der Leibniz-Bibliothek fast beendet

Schon seit über drei Jahren wird die Gottfried-Wilhelm-Leibniz Bibliothek umgebaut - und die Bibliotheksbesucher auf eine harte Probe gestellt. Es gab weniger Arbeitsplätze, Lesesäle und Freihandbestände waren nicht nutzbar. Jetzt soll der Testbetrieb - 15 Monate verspätet - am 13. April starten.

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Quelle: Ralf Decker

Hannover. Studenten, Wissenschaftler und die vielen anderen Nutzer der Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Bibliothek sind mit ihrer Geduld auf eine harte Probe gestellt. Der Umbau der renommierten Wissenschaftsbibliothek zieht sich seit deutlich mehr als drei Jahren hin und ist mit etlichen Einschränkungen verbunden. Als der zweite Bauabschnitt im Januar 2013 startete, gingen die Planer noch von einer Fertigstellung im Januar 2015 aus. Doch zahlreiche Verzögerungen verlängerten die Bauarbeiten.

Wiedereröffnung war für Dezember 2015 angekündigt

Zuletzt war eine Wiedereröffnung für Dezember 2015 oder kurz danach angekündigt. Jetzt verkündet ein Zettel am Haupteingang, dass der reguläre Betrieb voraussichtlich im ersten Quartal 2016 startet. Das geht heute zu Ende - der Termin ist nicht zu halten. Die Gesamtkosten der Sanierung sind unterdessen von den ursprünglich veranschlagten 10 Millionen auf 11,2 Millionen Euro gestiegen.

Nach Umbauarbeiten startet nun der Testbetrieb der Bibliothek am 13. April - 15 Monate verspätet.

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„Wir starten am 13. April mit dem Probebetrieb für Leihstelle und Information, die dann im Foyer zu finden sind“, sagt Direktorin Anne May. In der Woche danach sollen alle Flächen im umgestalteten Hauptgebäude wieder zugänglich und nutzbar sein. Mehrere Gewerke waren zuletzt noch mit Restarbeiten und der Beseitigung von Mängeln beschäftigt, berichtet die Bibliotheksdirektorin.

Endlich aufatmen und forschen

Regelmäßige Besucher wie Helga Neumann werden aufatmen. Die pensionierte Lehrerin und Germanistin forscht mit ihrem Ehemann zum Vorgehen der Zensurbehörden in der DDR vor der Veröffentlichung vor Romanen und Erzählungen. „Wir kommen jetzt nicht weiter, weil wir die alten Zeitschriftenbestände nicht einsehen können“, sagt Helga Neumann. Die provisorischen Verhältnisse dauerten viel länger als angekündigt, klagt sie. „Zuletzt ist gar kein Eröffnungstermin mehr genannt worden.“

Seit im April 2013 die entscheidende Bauphase begonnen hat, können Besucher die Lesesäle nicht mehr betreten sowie Freihandbestände und Zettelkataloge nicht nutzen. Auch Führungen und Schulungen zur Nutzung der Bibliothek mussten entfallen, denn das Hauptgebäude ist seitdem für die Öffentlichkeit geschlossen. Die Bibliothekare haben vor drei Jahren einen provisorischen Flachbau hinter der Leibniz-Bibliothek bezogen, in dem sie ihre Serviceleistungen anbieten.

Nur wenige Arbeitsplätze

Für die Recherche in Katalogen, Datenbanken und im Internet stehen nur wenige Arbeitsplätze zur Verfügung. Die Mitarbeiter versuchen allerdings, die Nutzer so weit es geht zu unterstützen. Sie leihen manchen Forschern in Einzelfällen sogar ältere Bücher, die im üblicherweise das Haus nicht verlassen dürfen und nur im Lesesaal einzusehen waren, für drei Tage aus. Das Serviceteam übernimmt außerdem für Bibliotheksnutzer die Recherche an den Zettelkatalogen, solange diese noch nicht wieder zugänglich sind.

„Die Kollegen haben diese Situation sehr gut gemeistert. Es ist nicht einfach, unsere Besucher immer wieder vertrösten zu müssen“, betont Direktorin Anne May, die die Bibliothek seit Anfang des Jahres leitet. Ihr Vorgänger Georg Ruppelt hatte die umfangreiche Sanierung der 1976 erbauten Leibniz-Bibliothek angeschoben. Trotz einer Verlängerung seiner Dienstzeit um drei Jahre hat er den Abschluss der Bauarbeiten nun doch knapp verpasst.

"Sanierung und Umbau waren bitternötig"

„Sanierung und Umbau waren bitternötig. Die Klimaanlage lief noch mit Anluft von außen, und auch die kriminaltechnische Sicherheit musste angepasst werden.“ Schließlich beherbergt die Bibliothek Kostbarkeiten wie Leibniz’ Schriften und den Goldenen Brief.

Chronik der Verzögerungen

Der Umbau der Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Bibliotek begann genau genommen bereits 2009. In diesem ersten Bauabschnitt wurden für rund 3 Millionen Euro Magazin und Verwaltungsgebäude neu gedämmt, Sicherheitstechnik aufgerüstet, Brandschutz sowie Barrierefreiheit verbessert.

Anfang 2013 startete der zweite Bauabschnitt, für den zunächst zwei Jahre kalkuliert waren. Ein neues vorgesetztes und verglastes Foyer entstand, das den früher abgeschotteten Eindruck aufheben und sofort den Blick auf Bücher freigeben soll. In dem neu gewonnenen Raum findet die Ausleihe ihren Platz, die vorher im ersten Stock lag. Auch Lesesäle, Schauräume und Vortragssaal sind neu angeordnet oder waren in dieser Form bisher nicht vorhanden.

Der Eröffnungstermin musste mehrfach verschoben werden: Am 1. Juli 2015 sollte die Bibliothek zum 369. Geburtstag von Gottfried Wilhelm Leibniz ihre Türen öffnen. Doch mehrere Gewerke waren in Verzug, darunter die Tischler, die Ausstellungsvitrinen für Leibniz’ Nachlass herstellten. Dann stand der 14. September im Terminplan. Allerdings wurde vorher Asbest in einer Decke entdeckt, was die Bauarbeiten weiter verzögerte. Jetzt sind es wieder Gewerke, die Eröffnungstermine verhinderten. „Wenn die öffentliche Hand baut, hat sie oft keine Sanktionsmöglichkeiten oder will keine haben“, sagt der ehemalige Bibliotheksdirektor Georg Ruppelt.  

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