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So denken Hannovers Jugendliche über die EU

Umfrage So denken Hannovers Jugendliche über die EU

Gurkenkrümmung, Bürokratie, Brüsseler Selbstherrlichkeit - wer EU-Gegner in Hannover sucht, wird schnell fündig. Hier oder da aber wandelt sich das Bild, gerade unter Jugendlichen. Und auch die „Pulse of Europe“-Bewegung findet in Hannover Zuspruch.

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Das denken Jugendliche über Europa.

Quelle: Kutter/Schaarschmidt/M

Hannover. „Der freie Handel in der EU bringt doch wirtschaftliche Vorteile“, sagt etwa die 19-jährige Sophie Persigehl bei einer HAZ-Umfrage vor dem Hauptbahnhof. Özlem Akcay, 19, schätzt weitere Aspekte der EU: „Ich kann ohne Probleme reisen und auch die einheitliche Währung ist mir wichtig.“

Gurkenkrümmung, Bürokratie, Brüsseler Selbstherrlichkeit? Was denken Hannovers Jugendliche über die EU?

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Das sind mehr als Einzelstimmen. Hannover gehört zu einer von 60 europäischen Städten in zehn Ländern, in denen es „Pulse of Europe“-Kundgebungen gibt. In zahlreichen Städten Europas gehen Menschen unter diesem Motto auf die Straße und demonstrieren für ein geeintes Europa. Es ist keine Massenbewegung, aber doch ein politisches Zeichen. „Der große Weckruf kam mit dem Brexit“, sagt Michael Buckup, Leiter des Europäischen Informationszentrums Niedersachsen (EIZ). „Erst, wenn etwas bedroht wird, weiß man es zu schätzen.“

Das Ergebnis einer neuen Studie der Bertelsmann-Stiftung: Drei von vier jungen Menschen bewerten Europa positiv .

Der Organisator der hannoverschen „Pulse“-Kundgebungen ist ein 22-jähriger Student der Politikwissenschaften. „Wir wollen die grandiose Idee von Frieden und Zusammenarbeit in Europa erhalten“, sagt Tobias Hassebrock. „Sie ist gefährdet.“ Dass er mit „Pulse of Europe Hannover“ bei manchen einen Nerv traf, zeigt die Zahl der Teilnehmer. Anfangs waren es bloß 80, zuletzt 300, für den kommenden Sonntag rechnet Hasselbrock mit etwa 800 Demonstranten und hat die Veranstaltung vor die Oper verlegt - los geht es um 14 Uhr. „Es war die richtige Idee zur richtigen Zeit.“

Die Entscheidung, sich deutlich für die EU auszusprechen, reifte lange in dem 22-Jährigen. Vor drei Monaten sei sein Großvater auf ihn zugekommen und habe gesagt, „dass er große Angst hat, sein Enkel werde bald nicht mehr in Frieden leben“. Es sei eine Reaktion auf den Brexit gewesen. Außerdem sei der 22-Jährige vor Kurzem in Österreich „total erschreckt“ gewesen von Grenzkontrollen: „So etwas kannte ich gar nicht mehr.“

Am Sonntag haben sich etwa 250 Menschen am Ernst-August-Platz versammelt, um für ein vereintes Europa und gegen politische Radikalisierung zu demonstrieren. Die Veranstaltung ist Teil der Bürgerinitiative "Pulse of Europe", die in zahlreichen europäischen Städten vertreten ist.

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Auch Birgit Honé, Niedersachsens Staatssekretärin für Europa und regionale Entwicklung, lobt die EU: „Sie ist Teil unserer Lebenswirklichkeit.“ Die Union fördert neue Unternehmungen, die Ausbildungs- und Arbeitsplätze in Niedersachsen bereitstellen.

Bis Ende Mai hat „Pulse of Europe“ in Hannover Kundgebungen geplant. „Wir stellen uns deutlich gegen die Nationalisten“, sagt Hassebrock. Allerdings möchte er seine Bewegung auch nicht als „Europa-Romantik“ verstanden wissen. „Die EU muss reformiert werden“, fordert er - allerdings hin zu mehr Europa und weniger Nationalstaaterei.

Diskussion zum Thema: „Quo vadis Europa?“ ist der Titel einer Runde im Hanns-Lilje-Haus, Knochenhauerstraße 33. Sie beschäftigt sich morgen um 19.30 Uhr mit den Gefahren für die EU angesichts von Brexit und Rechtspopulisten. Der Eintritt ist frei.

Von Peer Hellerling

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