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Aus der Stadt Umstrittenes Parkhaus am HCC eröffnet
Hannover Aus der Stadt Umstrittenes Parkhaus am HCC eröffnet
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06:15 20.09.2012
Der umstrittene zweiteilige Parkhauskomplex (Vordergrund) am HCC ist am Montag eröffnet worden. Quelle: Rainer Droese
Hannover

Der 8,8 Millionen Euro teure Bau bietet Platz für 900 Autos, elf Busse können zwischen den zwei Parkhauskomplexen abgestellt werden. Besucher des HCC können in Zukunft ihre Autos statt wie in der Vergangenheit auf den matschigen Parkplätzen im dreigeschossigen Parkhaus abstellen. „So kommen Besucher mit trockenen Schuhen zu den Bällen und Tagungen im Congress Centrum“, sagte Hannovers Wirtschaftsdezernent Hans Mönninghoff, der am Montag den Gebäudekomplex eröffnete.

Mönninghoff lobte die Fertigstellung des Parkhauses als einen „erheblichen Komfortsprung für das HCC“. Das neue Parkhaus biete auch Parkmöglichkeiten für Menschen mit Behinderung. Acht überbreite Parkplätze machen das Rangieren mit dem Familienauto einfacher, dazu können Frauen an elf Stellen bevorzugt und sicher mit kurzem Weg zum Ausgang parken. Auf dem Dach wurde bereits teilweise eine Photovoltaikanlage installiert. „Sie deckt bei voller Leistung den Stromverbrauch von 300 Hannoveranern“, sagte Mönninghoff. Und wenn einmal die Parkplätze am Zoo knapp würden, „dann können Zoobesucher ihre Fahrzeuge auch hier abstellen“ – zu einem moderaten Preis: 50 Cent kostet die Stunde, wer sein Auto einen Tag stehen lassen will, zahlt 3,50 Euro.

Für den Bau wurde zu den Straßenseiten und in Richtung der Einfamilienhaussiedlung westlich des Parkhauses mit schallisolierenden Materialien gearbeitet. Auch die Überdachung der oberen Decks und die rechtwinklige Anordnung der zwei Parkhausgebäude solle die Anlieger in der Nachbarschaft vor Lärm schützen, sagte Mönninghoff. Der Lärmschutz zählte zu den Punkten, die Anwohner seit Bekanntwerden des Bauprojekts kritisiert hatten. Sie fürchteten lautes Türklappen und Motorengeräusche an Veranstaltungstagen im HCC.

Vor zwei Jahren formierte sich großer Protest in der Nachbarschaft – gegen das Parkhaus und die Bebauung des Behelfsparkplatzes an der Mars-la-Tour-Straße gegenüber. Dort werden vom Bauunternehmen Hochtief derzeit 175 moderne Wohnungen im höheren Preissegment gebaut. Viele Anwohner befürchteten, die geplante Bebauung passe architektonisch nicht zum denkmalgeschützten Ensemble mit Theodor-Heuss-Platz und Kuppelsaal. Die Bauarbeiten riefen auch Naturschützer auf den Plan. Diese sorgten sich um die Mehlschwalben, die in den Pfützen des unebenen Parkplatzes Nahrung und Nistmaterial suchten. „Wir werden Lehmboden anlegen, der den Vögeln in Zukunft all dies bietet“, sagt Mönninghoff nun. Auf der Fläche zwischen beiden Gebäudeteilen des Parkhauses und der westlichen Grundstücksgrenze ist als Ausgleich für die Baumfällungen auf dem Parkplatz Mars-la-Tour-Straße die Anpflanzung von 50 Bäumen vorgesehen. Die Bepflanzung der Grünflächen ist allerdings noch nicht abgeschlossen.

Finanziert wurde der Gebäudekomplex aus der Stadtkasse. Zwar verkaufte die Stadt den alten Ersatzparkplatz an der Mars-la-Tour-Straße an Hochtief, doch die Einnahmen deckten die Kosten für das neue Parkhaus nicht. Dennoch stimmte der Rat für die Realisierung des Projekts. Mönninghoff bedankte sich am Montag für die Unterstützung des Gremiums, konnte sich eine Spitze gegen Jens-Michael Emmelmann aber nicht verkneifen. Der CDU-Ratsherr hatte damals gegen den Antrag gestimmt, dass die Stadt für die Differenz aufkommt. Für Emmelmann keine einfache Angelegenheit: Als CDU-Politiker hält er den kaufmännischen Vorgang und die Tatsache, dass die Stadt nach dem Verkauf dennoch tief ins Stadtsäckel greifen musste, für „unglücklich“. Doch als Vorsitzender des Werksausschusses HCC sieht Emmelmann die Vorteile: „Das Parkhausist eine totale Verbesserung für das HCC.“

Felix Klabe

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