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Ehemaliger Bürgermeister sucht Lebensretter

Herzinfarkt am Maschsee Ehemaliger Bürgermeister sucht Lebensretter

Der ehemalige Gehrdener Bürgermeister Hermann Heldermann (57) hat am Maschsee einen schweren Herzinfarkt erlitten. Dass er überlebte, verdankt er einem jungen Arzt, der zufällig vorbeikam und ihn reanimiert hat. Jetzt sucht Heldermanns Frau den unbekannten Lebensretter.

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Hermann Heldermann befindet sich mittlerweile wieder auf dem Weg der Besserung.

Quelle: Christian Burkert

Hannover. Beim Sonntags-Radausflug am Maschsee fiel er einfach vom Rad und blieb liegen: Hermann Heldermann, bis 2014 Bürgermeister von Hannovers Nachbarstadt Gehrden, hat einen schweren Herzinfarkt erlitten. Dutzende Spaziergänger wussten sich nicht zu helfen, viele gafften sogar nur, wie Heldermanns Frau bemängelt. Dann kam plötzlich ein junger Arzt vorbeigeradelt, stieg ab und begann mit der Reanimation, bis die Rettungskräfte eintrafen. „Dieser Arzt hat meinem Mann das Leben gerettet“, sagt Stefanie Heldermann: „Aber keiner weiß, wer er war – wir suchen ihn, um ihm zu danken.“

Heldermann, 57 Jahre alt, schlank und sportlich trainiert, ist gestern von der Intensivstation des Clementinen-Krankenhauses auf die Normalstation verlegt worden. Er wird voraussichtlich keine bleibenden Schäden davontragen. „Das schnelle Eingreifen des zufällig vorbeikommenden Arztes hat sein Leben gerettet“, sagt der Chef der MHH-Kardiologie, Professor Johann Bauersachs: „Beim Herzinfarkt ist die Schwelle zum Tod sehr niedrig, schnelle Hilfe ist wichtig – wenn nicht in Minuten reagiert wird, ist der Tod sicher.“

An Hilfsbereitschaft habe es nicht gemangelt, berichtet Heldermanns Ehefrau, „aber keiner wusste, was zu tun war.“ Sie selbst hat sich vorgenommen, jetzt einen Erste-Hilfe-Kursus zu belegen: „Den einzigen und letzten habe ich beim Führerschein absolviert – vor mehr als 30 Jahren.“

Erste-Hilfe-Kenntnisse regelmäßig auffrischen

Professor Bauersachs rät dringend dazu, die Erste-Hilfe-Kenntnisse regelmäßig aufzufrischen. „Alle fünf Jahre wären gut, aber das macht ja leider kaum einer.“ Während man früher aufwendige Methoden gelernt hat, wie nach einem Unfall oder Infarkt zu helfen ist, sind die Tipps jetzt erheblich vereinfacht: „Prüfen, rufen, drücken“, sagt der Kardiologe: „Erst prüfen, ob der Verunglückte ansprechbar ist, dann sofort über 112 Hilfe rufen oder jemanden damit beauftragen, dann rhythmisch kräftig aufs Brustbein drücken.“ Sein Tipp fürs Tempo: „Singen Sie dabei ,Stayin’ alive’ von den Bee Gees – das ist das Tempo, etwa zwei Schläge pro Sekunde.“ Im Zweifelsfall keine Beatmung machen: „Davor ekeln sich ja alle“.

Im Fall des Ex-Bürgermeisters, der sich bereits am 5. Juli ereignete, hatte der junge Mediziner forsch in die Runde gefragt, ob jemand kompetent sei – und dann das Kommando übernommen. Die Reanimation dauert etwa eine Stunde – doch am Ende war der Lebensretter unauffindbar. „Wir hoffen, dass er sich meldet“, sagt Stefanie Heldermann. Sie ist erreichbar unter (01 72) 9 61 40 98.

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