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81-Jähriger wird abermals verurteilt

Unbelehrbarer Berufsverbrecher 81-Jähriger wird abermals verurteilt

Der 81-jährige Berufsverbrecher Wilhelm P. begeht seit 1951 regelmäßig Straftaten. Jetzt wird der mittlerweile taube Mann schon wieder verurteilt – dabei hat er den Großteil seines Lebens bereits in Haft verbracht.

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Bekommt vier Monate Haft wegen Ladendiebstahls: Wilhelm P. (rechts).

Quelle: Schaarschmidt

Hannover. Widerstreitende Gefühle: Die hat an diesem Tag wohl jeder in Saal 2170 des Amtsgerichts. Auf der Anklagebank sitzt ein Berufsverbrecher, der seit dem Jahr 1951 Straftaten begeht. Der wegen zahlreicher Diebstähle und Betrügereien, aber auch wegen Gewalttaten, Vergewaltigungen und Missbrauchs von Kindern jahrzehntelang in Zuchthaus, Gefängnis und Sicherungsverwahrung saß. Das alles ist entsetzlich. Auf der Anklagebank sitzt aber auch ein 81-Jähriger, der taub ist. Dem seine Verteidigerin die Fragen des Gerichts aufschreiben muss und der sich x-mal für seine Taten entschuldigt. Das ist bemitleidenswert. Und doch muss sich Wilhelm P., der eh schon wieder einsitzt, an diesem Tag wegen drei weiterer Diebstähle verantworten. Und er wird erneut verurteilt, zu vier Monaten Haft ohne Bewährung.

Anwältin Susanne Frangenberg verliest eine Verteidigererklärung. P. gesteht den Diebstahl von zwei Dosen Tabak in einem City-Supermarkt, das Entwenden von Butter, Salami, Nescafé und Blumen, auch den Diebstahl von Tomaten und Tabak in einem Herrenhäuser Edeka, alles im Herbst 2015. Wert der gestohlenen Waren: 33,98 plus 16,13 plus 63,79 Euro. Ein Taschenmesser, das er bei sich führte, sieht Richterin Maria Kleimann letztlich doch nicht als gefährliche Waffe an. Sondern glaubt dem Zahnprothesenträger, dass er damit sein Essen kleinschneiden muss. Was sie dem 81-Jährigen nicht glaubt? „Dass Sie von der Begehung weiterer Straftaten Abstand nehmen werden.“ Und weil die Sozialprognose für Wilhelm P. so mies ist und das Rückfalltempo nicht nachlässt, bekommt er keine Bewährungschance.

Vieles von dem, was der Angeklagte an diesem Tag mitleidheischend vorträgt, kennt man – mit Variationen – aus früheren Prozessen. Mit dem Blumenstrauß habe er einer Frau eine Freude machen wollen, den Tabak habe er für andere gestohlen, und überhaupt könne er sich so viel eigene Dummheit nicht erklären. „Ich habe alles falsch gemacht und möchte mich für mein verpfuschtes Leben entschuldigen“, sagt P. Er wiederholt es seit Jahren. Leider folgenlos.

2015 durchtrennte P. eine elektronische Fußfessel. Derzeit sitzt er wegen drei anderer Taten eine Strafe von 13 Monaten ab, jetzt kommen vier Monate obendrauf. Ein Gutachter bescheinigte ihm 2013 „ausgeprägte Verantwortungslosigkeit“ und die Unfähigkeit, aus Bestrafung zu lernen. Auch gutes Zureden ist schon lange vergebens – und das hat nichts mit Alterstaubheit zu tun.

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