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Aus der Stadt Und ewig spielt der Zoo-Streit
Hannover Aus der Stadt Und ewig spielt der Zoo-Streit
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00:15 28.11.2013
Von Mathias Klein
Regionspräsident Hauke Jagau. Quelle: Wilde
Hannover

Eigentlich ist der alte Zoo-Streit längst passé. Und doch wird Regionspräsident Hauke Jagau immer wieder damit konfrontiert. Das Internetlexikon Wikipedia macht’s möglich. Jedenfalls beschäftigt sich der Wikipedia-Eintrag zu einem erheblichen Teil mit dem öffentlich ausgetragenen Streit, der im Februar 2011 darin gipfelte, dass Jagau als Vorsitzender des Zooaufsichtsrats Machens fristlos kündigte. Der wehrte sich vor Gericht.

In der Wiki-Darstellung kommt Jagau nicht allzu gut davon. Dem geneigten Leser wird mitgeteilt, dass der Regionspräsident im Januar 2011 „in die öffentliche Kritik“ geraten sei, „als bekannt wurde, dass er den Vertrag des langjährigen Geschäftsführers des Zoos Hannover, Klaus-Michael Machens, wegen politischer Differenzen nicht verlängern“ wollte. Dann wird über die fristlose Kündigung berichtet sowie über eine Feststellung der Staatsanwaltschaft, dass es keine Anhaltspunkte für ein pflichtwidriges Verhalten von Machens gegeben habe. Der Wiki-Beitrag über Jagau endet mit der Feststellung: „Im Februar 2012 entschied das Landgericht Hannover, dass Machens’ Kündigung rechtswidrig war, und sprach ihm eine Abfindung zu.“ Als Anhang finden sich in Jagaus Wiki-Dossier Presseartikel, die sich fast ausschließlich mit diesem Thema beschäftigen. Im aufziehenden Wahlkampf um das Amt des Regionspräsidenten, für das Jagau wieder kandidiert, ergibt dies dann doch ein recht einseitiges Bild.

Jagau kennt die Einträge, weiß aber nicht, ob er etwas dagegen unternehmen soll. „Ich habe eigentlich keine Lust, mich darüber zu ärgern“, sagt er. Nach Angaben von Wikipedia-Sprecherin Catrin Schoneville kann jeder in dem Internetlexikon Artikel bearbeiten oder auch neu erstellen. Man müsse sich zwar anmelden; aber seinen richtigen Namen muss kein Autor verraten. „Einträge und Veränderungen von neuen Autoren werden zunächst gesichtet“, berichtet die Sprecherin. Geprüft werde lediglich, ob es sich womöglich um „groben Unfug“ handele.

Die speziellen Einträge über Jagau wurden von Ganescha vorgenommen - das ist eine indische Gottheit mit Elefantenkopf. Und die Gottheit ist gleich so klug gewesen, ihre Sicht der Dinge auch auf der Wikipedia-Seite von Klaus-Michael Machens zu verewigen. Fast wortgleich. Zu den Eigenschaften Ganeschas zählt es übrigens, dass er gern Streiche spielt.

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