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Und wer macht jetzt die „Patte“ weg?

Streit um Handball-Harz Und wer macht jetzt die „Patte“ weg?

Das spezielle Harz, das Handballer verwenden und das in den höchsten Ligen Pflicht ist, macht Hausmeistern große Probleme: Sie klagen über intensives Putzen nach Punktspielen. Jetzt ist ein Streit entbrannt, wer für die Reinigung aufkommen soll - die Stadt oder die Vereine.

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„Wir wollen nicht, dass Sportler nachts ihre Halle putzen müssen“: Das spezielle Harz macht Hausmeistern große Probleme.

Quelle: fotolia

Hannover. Hannovers Leistungs-Handballer sollen Turnhallen nach Wettkämpfen nicht mehr auf eigene Kosten putzen müssen. Der Stadtsportbund (SSB) fordert die Stadt auf, jährlich 22 000 Euro für die Hallenreinigung zu erübrigen. Doch SPD und Grüne haben die Forderung des SSB im jüngsten Sportausschuss abgelehnt. „Das ist sehr enttäuschend“, sagt Rolf Jägersberg, Vizepräsident des SSB. Schließlich sei Hannover eine Handballstadt; es müsse mehr für den Spitzensport getan werden.

Bei dem Konflikt geht es nicht um das übliche Durchfeudeln, sondern um intensives Putzen nach Punktspielen in höheren Ligen. Leistungssportler reiben ihre Hände mit einem klebrigen Harz, der sogenannten Patte, ein, um die Haftung zu verbessern und dem Ball einen Drall geben zu können. Die Verwendung von Harz ist in der ersten bis dritten Liga sogar vorgeschrieben. Der Nachteil liegt darin, dass die Turnhallenböden nach den Spielen mit einer klebrigen Schicht überzogen sind. Für die Reinigung braucht es spezielle Lösungen und teure Wischmaschinen.

Pro Wischgang bis zu 300 Euro

„So eine Reinigung dauert zweieinhalb bis drei Stunden“, sagt Bernd Schröder, sportlicher Leiter der HSG Hannover Badenstedt. Früher hätten Vereinsmitglieder nach Turnieren noch selbst die Ärmel hochgekrempelt, um die Turnhalle der IGS Badenstedt wieder auf Vordermann zu bringen. Inzwischen hat eine Putzfirma den Job übernommen, sie wird aus der Vereinskasse bezahlt. Ein Wischgang kostet je nach Anbieter zwischen 200 und 300 Euro. Die Stadt habe jetzt Unterstützung zugesagt, berichtet Schröder.

Das Problem gibt es auch in Hannovers Umland. Die Handballsparte der TSV Burgdorf erfreut sich großer Beliebtheit, seit die „Recken“ als Hannover-Burgdorf in der 1. Bundesliga spielen. Doch in der Burgdorfer Grundschule, in der die Handballer meist trainieren, häufen sich die Beschwerden über klebrige Stellen auf den Böden.

Harz ist in höheren Ligen Pflicht

„Mehrere Mannschaften in Hannover spielen inzwischen in höheren Ligen und müssen das Harz verwenden“, sagt SSB-Vize Jägersberg. Die Sportler sollten nicht dafür bestraft werden, dass sie sich verbessert haben. Man werde jetzt noch einmal das Gespräch mit den Ratsfraktionen suchen.

Bei SPD und Grünen scheint der Stadtsportbund offene Türen einzurennen - trotz der anfänglichen Ablehnung. „Es kann nicht sein, dass Spitzensportler auf den Reinigungskosten sitzen bleiben“, sagt SPD-Sportpolitikerin Peggy Keller. Man habe den Antrag des Stadtsportbunds nur deshalb abgelehnt, weil es zum laufenden Geschäft der Sportverwaltung gehöre, die Hallenreinigung zu bezahlen - auch das intensive Putzen der verklebten Böden. „Wir werden darüber mit der Stadt sprechen“, sagt Keller.

Ihr Kollege von den Grünen, Mark Bindert, sieht das ähnlich. „Wir wollen nicht, dass Sportler nachts ihre Halle putzen müssen“, sagt er. Zugleich kritisiert er, dass sich der Stadtsportbund mit den Ratsfraktionen nicht abgestimmt habe. Unterm Strich werde es im kommenden Jahr eine Lösung geben.

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