Volltextsuche über das Angebot:

1 ° / -8 ° wolkig

Navigation:
Und wie waren Ihre Neunzigerjahre so?

HAZ-Redakteure erinnern sich Und wie waren Ihre Neunzigerjahre so?

Als die Neunzigerjahre vorbei waren, dachte man über die Achtzigerjahre gerade das, was man Ende der Nullerjahre auch über die Jahrtausendschlussdekade denken würde. Die einen sagten: furchtbar! Die anderen sagten: meine Zeit! Anlässlich der Mega-90er-Party in der Tui-Arena schauen unsere HAZ-Redakteure auf dieses ganz spezielle Jahrzehnt zurück.

Voriger Artikel
Aufsatzband über Ersten Weltkrieg vorgestellt
Nächster Artikel
„Irgendwer hatte immer Wodka dabei“
Quelle: dpa/HAZ/Montage

Hannover. Wie waren sie denn nun, die Neunzigerjahre? Furchtbar oder wunderbar? So gesehen bietet sich am Freitagabend die Möglichkeit, das zumindest tanzmusikalisch mal auszudiskutieren. In der Tui-Arena treten von 20 Uhr an bei der Mega-90er-Party Damen und Herren auf, deren Hits damals im Radio und in den Diskos heiß liefen. Das deutsche Projekt Snap! hatte mit „Rhythm is a Dancer“ und „The Power“ zwei Welthits und schaffte es in den US-Charts bis auf Platz 2. Kaum weniger erfolgreich waren die Holländer von 2 Unlimited, die mit „No Limit“ die europäischen Charts stürmten. Das Quartett East 17 rang mit Take That um die britische Boyband-Krone und füllte in den Neunzigern allein die Music Hall auf dem Hanomag-Gelände. Whigfield heißt heute wieder Sannie Charlotte Carlson und singt unter diesem Namen in ihrer Heimat Dänemark. Und Mr. President hat ein Heimspiel. Sänger Delroy Rennalls kann nach der Show mit der Bahn heimfahren. Er wohnt in der Südstadt. 

Uwe Janssen

Neue Ära mit „Nevermind“

Die Neunziger sind für mich untrennbar mit der Grunge-Band Nirvana verbunden. Im Grunde gab es eine Zeit vor dem legendären Album „Nevermind“ und eine Zeit danach. Davor hatte ich zwar schon Rock- und Punkmusik gehört, jedoch mehr aus rebellischer Attitüde. Und weil die coolsten Typen in der Schule so etwas mochten. Aber mit „Nevermind“ änderte sich alles. Das war meine Musik. Die passende Musik für eine Zeit, in der ich ein Studium begann, für das es nicht zwingend eine berufliche Perspektive gab. Wie alle Fans wollte ich die Seattle-Helden einmal live sehen. Und kaufte teure Karten für ein Guns-’n’-Roses-Konzert im Stadion, weil Nirvana als Vorgruppe angekündigt war. Die kamen aber nicht, dafür spielten Bands namens Soundgarden und Faith No More. Die fand ich dann auch nicht schlecht.

Andreas Schinkel

Ein Plastikschnuller für den Schlüsselbund

Marushas Augenbrauen waren wie meine Neunziger: bunt und kitschig. Auf meinem Wunschzettel standen damals Plastikschnuller für den Schlüsselbund und Spielzeugtrolle mit Glitzerstein im Bauchnabel. Der beliebteste hatte neongrüne Haare – wie die verrückten Augenbrauen von Techno-Ikone Marusha. Zu ihrem Hit „Somewhere Over the Rainbow“ haben wir schon als Grundschüler getanzt.

Sarah Dettmer

Vanilla Ice in Dauerschleife

Nie wieder war es so leicht, mit geringem Einsatz seinen musikalischen Idolen modisch nachzueifern und damit die Eltern zur Verzweiflung zu treiben. Kaum hatte das Rap-Duo Kris Kross die Charts mit ihrem Hit „Jump“ gestürmt, saß ich regelmäßig mit verkehrt herum angezogenen Hosen am Frühstückstisch. Bis in die Schule schaffte ich es in diesem Outfit aber nie, da war Mutter vor. Sonst hatten meine Eltern beide eine recht hohe Schmerzgrenze. Zum Beispiel, als ich die Single „Ice, Ice Baby“ von Vanilla Ice in Dauerschleife hörte. Als ich mir dann aber die Haare zu einer Elvistolle toupieren und Blitze über die Koteletten rasieren wollte, griffen sie ein. 1993 schließlich betraten die Backstreet Boys die Bühne. Von deren Musik war ich zwar nie begeistert, Nick Carter werden ich aber für immer dankbar sein, dass er den blonden Topfschnitt salonfähig und sehr beliebt bei jungen Mädels machte.

Jörn Kießler  

Auf Warp 10 in Richtung „Paradise City“

Anfang der Neunziger bewegte ich mich in Überschallgeschwindigkeit, gezündet durch Musik. Eben noch Kinderdisco im Spielpark Tiefenriede, ungelenke Tanzversuche und Orangensaft mit Vanilleeis. Aus den Boxen fragte Grönemeyer „Was soll das?“. Plötzlich stand ich mit schweißnassen Händen vorm Checkers, in der Hoffnung, dass mich niemand nach dem Ausweis fragt. Aus dem Keller wummerte „The Best Things in Life Are Free“ von Janet Jackson und Luther Vandross. Und schließlich schenkte mir jemand ein Guns-’n’-Roses-Tape – ich beschleunigte auf Warp 10 in Richtung „Paradise City“. Fortan verbrachte ich meine Wochenenden in der Röhre. Natürlich blieben mir auch Pop und Eurodance nicht erspart. Den Soundtrack zum Abi lieferte Take That mit „Never Forget“. Nicht fehlen auf Partys durfte zudem „Cotton Eye Joe“ von Rednex – alle eingehakt und immer schön im Kreis herum. Yee-haw!

Frank Winternheimer 

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr Aus der Stadt
Es war einmal in Hannover. Aber wo?

Auf in eine neue Runde: Sie kennen sich in Hannover aus? Zeigen Sie es! Schauen Sie sich die historischen Stadtansichten an, und erraten Sie, wo die Aufnahmen gemacht wurden. Direkt hinter dem historischen Foto sehen Sie die Auflösung – in Form eines aktuellen Vergleichsbildes.

Briefwechsel zwischen Hannovers Grundschulen und der Queen

Queen Elizabeth ist eine treue Seele. Seit Jahren schon schreibt die britische Monarchin brav Antwortkarten an hannoversche Schulklassen, die ihr zum Geburtstag gratulieren. Oder: Lässt schreiben. Aber immerhin.