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Aus der Stadt Flic-Flac ist nichts für schwache Nerven
Hannover Aus der Stadt Flic-Flac ist nichts für schwache Nerven
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00:16 25.02.2015
Von Frank Winternheimer
Rasante Einlage – ganz ohne Motorrad: Zum Flic-Flac-Programm gehört auch anspruchsvolle Akrobatik. Quelle: Tim Schaarschmidt
Hannover

Dem kolumbianischen Motorradfahrer, der bei der Flic-Flac-Premiere am Freitagabend einen Unfall hatte, geht es deutlich besser. „Er hat keine Brüche, keine inneren Verletzungen, war zur Beobachtung eine Nacht im Krankenhaus und wird voraussichtlich im Laufe der nächsten Woche schon wieder auf dem Motorrad sitzen können“, sagte Zirkussprecherin Verena Schoenrock am Sonntagabend.

Adrenalin pur: Laute Rockmusik, Motorradstunts und hoher Turnkunst präsentiert der Zirkus Flic Flac auf dem Schützenplatz in Hannover. „Höchststrafe“ heißt die Show zum 25-jährigen Bestehens der Akrobatengruppe, die auf Tiernummern verzichtet.

Der Kolumbianer war mit zwei anderen Motorradfahrern in einer Metallkugel unterwegs gewesen. Vermutlich hatte er nicht genug Gas gegeben, er war abgerutscht und mit den anderen Fahrern kollidiert. Schoenrock sprach von einer minderschweren Kollision. Die anderen beiden Fahrer seien mit einem Schrecken davon gekommen. Nachdem einige der insgesamt 1400 Premierengäste mit weinenden Kindern die Show verlassen hatten und aus dem Publikum Pfiffe und Buhrufe kamen, war die Vorstellung vorzeitig abgebrochen worden. Die letzte Nummer mit den springenden Motorradfahrern, die zweifellos zu den Höhepunkten gehört, wurde nicht mehr gezeigt. Wer seine Karte oder einen Onlineausdruck noch habe, könne sich an der Kasse melden und von Dienstag bis Donnerstag noch einmal die komplette Show ansehen, sagte Schoenrock gestern.

Nervenkitzel pur

Circus Flic Flac - das ist Nervenkitzel pur. Mit lauter Rockmusik, atemberaubenden Motorradstunts und hoher Turnkunst hat sich die Gruppe einen Namen gemacht. „Höchststrafe“ heißt die Show zum 25-jährigen Bestehens der Akrobatengruppe, die auf Tiernummern verzichtet. Mehr als 5500 Zuschauer haben die Shows am ersten Wochenende gesehen. Weitere böse Überraschungen gab es nicht mehr.

Gut 30 Künstler, die durch die Manege flitzen, Salto, Pirouetten und Radschlag machen, Diabolos oder sich selbst durch die Luft wirbeln, auf Riesenschaukeln, Ringen oder Luftnetzen unter der Kuppel turnen, Handstand auf dem Kopf eines anderen machen - das ist ganz große Artistik. Die Vorstellung ist eingebettet in das Thema „Gefängnis“, denn die Artisten sind Häftlinge, da wird eine Turneinlage zu einer Gangrangelei stilisiert, und drumherum stehen die Wärter und gucken zu. Zu den Höhepunkten zählten zweifellos Larissa Kastein, Tochter des Zirkus-Gründers Benno Kastein, mit einer ganz eigenen Interpretation eines Stangentanzes und ihre jüngere Schwester Tatjana, die sich von vier Turnern auf Händen tragen lässt.

Es ist kein Familienzirkus

Familienzirkus für die Kleinsten ist Flic Flac nicht, dazu ist die Musik, die die Band in ihren Einzelzellen spielt, auch viel zu laut und rockig. Jugendlichen gefällt es dafür um so besser. Kinder unter acht, vielleicht auch unter zehn Jahren könnte das rasante Programm überfordern.

Mehr noch als die exzellenten Turner sind die Helldriver (Höllenfahrer) zum Markenzeichen Flic Flacs geworden, die mit Motorrädern in einer Stahlkugel mit 6,50 Meter hin- und herflitzen. Mindestens ebenso waghalsig sind die fliegenden Motorräder, die über eine Rampe ins Zelt schießen, über die Metallkugel springen und auf der anderen Seite wieder herausrasen. Dass die Fahrer dazwischen schnell noch auf dem Sattel Handstand machen, scheint unglaublich. Kein Wunder, dass dies zum Extremsport zählt.

Auch der traditionelle Zirkusdirektor, der durchs Programm führt, sieht bei Flic Flac anders aus: Hubertus Wawra ist ein Punk aus Thüringen mit Irokesenfrisur, der schnoddrig spricht und auch sonst gern mit dem Feuer spielt. Beinahe schon harmlos, aber dafür um so witziger ist der gebürtige Ungar Steve Ekely im Schotten-Outfit.

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