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Ungiftige Chemikalien verfärben Wasser der Leine

Panne in Papierfabrik Ungiftige Chemikalien verfärben Wasser der Leine

Viele Hannoveraner wundern sich an diesem Wochenende über die Farbe der Leine: Der Fluss schimmert blau/grün. Die Ursache: Eine versehentlich von einer Papierfabrik in Alfeld eingeleitete ungiftige Substanz fließt den Fluss hinab. Die Behörden schlossen eine Gefahr für Mensch und Tier aus.

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Weiß, braun, grün glitzert das Wasser der Leine.

Quelle: Hagemann

Hannover/Alfeld . Verfärbtes Wasser der Leine hat am Wochenende viele Passanten auch in Hannover stutzig gemacht. Polizei und Feuerwehr registrierten zahlreiche Anrufe. Des Rätsels Lösung liegt weiter flussaufwärts im Klärwerk der Papierfabrik Alfeld. Nach Angaben der dortigen Polizei ist bereits am Freitagabend Kalziumkarbonat ins Flusswasser gelangt. „Die Substanz ist für Menschen und Tiere nicht gesundheitsschädlich“, teilten die Beamten mit.

Ungewohnter Anblick: Weiß, braun, grün glitzert das Wasser der Leine.

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Das verfärbte Flusswasser, das teils grünlich, weißlich oder bläulich schillerte, erreichte am Sonnabendvormittag zunächst den Laatzener Bereich der Leine und dann auch Hannover. Feuerwehr, Polizei und Gewässerfachleute entnahmen in Laatzen Wasserproben und wollen sie der Region Hannover als zuständiger Wasserbehörde übergeben.

Nach Angaben der Polizei in Alfeld ist noch unklar, wie das kreideähnliche Kalziumkarbonat in derart großer Menge in die Leine gelangen konnte. Es wird in der Fabrik bei der Herstellung von Papier zugesetzt. Normalerweise holt die Kläranlage so viel Material aus dem Wasser, dass die Substanz mit dem Auge nicht mehr zu erkennen ist.

„Das Kalziumkarbonat kann zeitweilig die Wasserhärte erhöhen“, sagt Dirk Schmidt, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Limnologie (Gewässerkunde) in Hannover. Dafür seien aber große Mengen erforderlich. Die Leine sorge für einen Verdünnungseffekt. „Das ist im Gegensatz zu Säure kein Stoff, der gleich Schaden anrichtet“, erklärt Schmidt. Auswirkungen auf Fische und Kleinlebewesen seien nicht zu erwarten. Beim Fischereiverein Laatzen sieht man die Dinge nicht so entspannt. Die Angler fürchten, dass die Schlieren auf der Wasseroberfläche nicht genug Sonnenlicht durchlassen und die Sauerstoffbildung der Wasserpflanzen beeinträchtigen.

Direkt zuständig für den Fall ist die untere Wasserbehörde des Landkreises Hildesheim. Sie will nach Abstimmung mit dem Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz entscheiden, ob eine strafbare Handlung vorliegt.

Auch in Laatzen war die Feuerwehr kurzzeitig an der Leine im Einsatz.

Von Kim Gallop
 und Bernd Haase

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