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Ungleiche Honorare für Sprachlehrer sorgen für Ärger

Integrationskurse Ungleiche Honorare für Sprachlehrer sorgen für Ärger

Unruhe bei den Bildungsträgern in Hannover und Umland: Dozenten, die Deutsch als Fremdsprache unterrichten, werden nicht nur schlecht bezahlt. Eine Konsequenz des Ansturms auf die Integrationskurse für Ausländer ist überdies: Sie werden zusätzlich sehr unterschiedlich bezahlt. Das sorgt für Ärger.

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Unter Druck: Deutschdozenten wie Eleni Moschanaki im Bildungsverein an der Schulenburger Landstraße werden schlecht bezahlt. 

Quelle: Jan Philipp Eberstein

Hannover. Dozenten, die Deutsch als Fremdsprache unterrichten, werden nicht nur schlecht bezahlt. Eine Konsequenz des Ansturms auf die Integrationskurse für Ausländer im Zuge der Flüchtlingswelle des vergangenen Jahres ist überdies: Sie werden mittlerweile ungleich bezahlt. Die Schere bei den Stundenlöhnen ist im vergangenen Jahr erheblich auseinandergegangen. Der Grund: Dozenten, die vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) bezahlte Integrationskurse für Flüchtlinge geben, verdienen nach einer Erhöhung ihres Stundenlohns von 23 auf 35 Euro Mitte 2016 deutlich mehr als die Kollegen, die andere Deutschkurse für Geflüchtete, Deutschförderkurse oder gar Kurse in anderen Sprachen wie Französisch geben. Das wiederum sorgt bei den Bildungsträgern in Stadt und Umland für erhebliche Unruhe.

Altersarmut programmiert?

Das waren die zentralen Ergebnisse einer gemeinsamen Anhörung von Schulausschuss und Internationalem Ausschuss des Rates zum Thema „Vergütung von Dozenten für Deutsch als Fremdsprache“. Die Linke hatte diese gefordert, um über die aktuelle Lage der Deutschlehrer in den Integrationskursen aufzuklären und nach möglichen Lösungen zu suchen. Deutschkurse würden angesichts des Flüchtlingszustroms immer wichtiger, heißt es in dem Antrag. Gleichzeitig beklagten die rund 20 000 Deutschlehrer hierzulande eine Bezahlung, in der Altersarmut programmiert sei. Es waren am Ende allerdings die Grünen, die Abhilfe in Aussicht stellten. Man habe das Thema bei den Haushaltsberatungen auf dem Zettel, sagte Grünen-Fraktionschefin Freya Markowis. Für einen Lichtblick sorgte auch die Ankündigung eines Vertreters der Regionalstelle Braunschweig des BAMF. Die Stelle ist auch für die Region Hannover zuständig. Für die zweite Hälfte 2017 sei geplant, dass das BAMF eine Kinderbetreuung bei den Kursen honoriere. Hülya Iri (SPD) hatte gefragt, ob so etwas angesichts der steigenden Zahl von alleinerziehenden Müttern unter den Flüchtlingen in Hannover möglich sei.

Kinderbetreuung honorieren?

Zuvor hatten zwei Vertreterinnen des hannoverschen Aktionsbündnisses Deutsch als Fremdsprache (DaF) die Lage geschildert. Die meisten von ihnen hätten ein abgeschlossenes Studium und eine Zusatzqualifikation für Deutsch als Fremdsprache. Dennoch arbeiteten sie zu 90 Prozent auf Honorarbasis, ohne Krankenversicherung und bezahlten Urlaub und müssten zudem hohe Steuern und Sozialabgaben zahlen. Vom früheren Stundenlohn von 23 Euro seien 9,20 Euro in ihrem Portemonnaie gelandet, sagte eine Dozentin. Beim jetzigen Stundenlohn von 35 Euro seien es 14 Euro. Die DaF-Frauen forderten, dass künftig in allen Deutschkursen für Ausländer dieselben Löhne gezahlt würden. Bildungsträger wie der Bildungsverein Soziales Lernen und Kommunikation, nach eigenen Angaben die zweitgrößte VHS in Niedersachsen, schlossen sich an. Durch Gebührenerhöhungen und Umschichtungen in allen Fördersystemen versuchten sie derzeit eine Gleichstellung zu erreichen. Das werde nicht lange gutgehen können. „Da brauchen wir die Hilfe der Stadt.“

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