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5000 Fans feiern Unheilig in Hannover

Konzert auf der Gilde-Park-Bühne 5000 Fans feiern Unheilig in Hannover

Der Graf will sich zurückziehen, sich wieder mehr um die Familie und das Privatleben kümmern: 5000 Fans feiern deshalb am Freitagabend das letzte Konzert von Unheilig in Hannover.

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Unheilig bei seinem Auftritt auf der Gilde-Park-Bühne.

Quelle: Sielski

Hannover. Der Graf sprintet zum Rand der Gilde Parkbühne, stoppt, hält inne. Er schaut, lacht, schwarzer Anzug, weißes Hemd, schwarze Krawatte, und breitet die Hände aus. „Dankeschön! “, sagt er. "Bitteschön!" Ruft die Menge - und jubelt. Das Konzert beginnt,  der Graf hat Spaß, die Zuschauer beim Abschied in Hannover auch. 

„Ein letztes Mal“, so heißt die Tour, so ist das letzte Konzert von Unheilig in Hannover überschrieben. Das letzte Konzert in Hannover ist ausverkauft. Rund 5000 Fans sind gekommen, um dem Grafen, dem Kopf von Unheilig, das Gehen schön und schwer zugleich zu machen. Die Fan-Gespräche vor Konzertbeginn drehen sich um zwei Fragen: Wird es noch Gewitter geben? Und, mittelbarer, aber dringlicher: Wird der Graf vielleicht doch weitermachen? „Er hat uns so viel gegeben“, sagt ein Mann im schwarzen Fan-Shirt und Lederweste zu seiner Begleitung. Die nickt, und nippt am Bier. „Ach ja“, sagt sie, "das ist traurig". 

Der Graf, der Mann mit dem Traueranlass-Outfit und den beiden graumelierten Kinnbartzipfeln, ist ein Genrevermischer. Er selbst lächelt nur, wenn man ihm der schwarzen Szene zuordnet, dem Dark Wave, wo vielleicht seine musikalischen Wurzeln liegen. Wer Songs mit Helene Fischer aufnimmt („Zeitreise“), Popnummern mit Andreas Bourani („Wie wir waren“) oder Liebeslieder mit dem Soundteppichknüpfer Schiller (Sonne"), der weiß, dass die ganz dunklen Seelen woanders unterwegs sind.

5000 Fans feiern das letzte Konzert von Unheilig in Hannover.

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Unheilig, das ist Radiopop mit düsterem Charme und Schlagernähe. Die markante, tiefe Stimme des Grafen, ist immer dicht am Sprechgesang. Oft klingen die Stücke des Rammstein-Fans, als hätte jemand vergessen, „Feuer Frei!“ zu rufen. Doch der Pathos, das Getragene, das alles funktioniert für die Fans bestens. Mit jedem Album, mit jeder Tour wurde Unheilig größer. Das 2010er-Album „Große Freiheit“ verkaufte sich mehr als zwei Millionen mal, hielt sich für 157 Wochen in den deutschen Charts. Im Jahr 2014 dann kommt es geballt für den Grafen, Nummer-Eins-Album, zweiter Platz beim Vorentscheid für den Eurovision Song Contest und Tausende schockierte Fans. Denn im Herbst des Jahres kündigte der Sänger an, dass nach einer ausgedehnten Tour Schluss sei mit Unheilig.

Dieser letzte Tour-Teil hat nun begonnen. Der Graf will sich zurückziehen, sich wieder mehr um die Familie und das Privatleben kümmern, über das auch treueste Fans nur sehr wenig wissen. Die Fanliebe ist dennoch enorm. Viele tragen Shirts von Unheilig, können alle Songs mitsingen, jubeln bei jedem Hit, der anklingt, darunter „Geboren, um zu leben“ und „So wie du warst“. Mit „Zeit zu gehen“ hat sich der Graf seine eigene Abschiedshymne geschrieben. Die 5000 Fans in Hannover helfen dem Grafen beim Abschied, singen fleißiger als zuvor, manche haben tatsächlich Tränen in den Augen. „So viele Worte sind geschrieben / so viele Träume sind gelebt / Ihr habt uns mit Applaus getragen / Wir durften auf dem Gipfel stehen.“ Man solle gehen, wenn es am schönsten ist.

Der endgültige Abschied wird dann im September sein, beim letzten Konzert im Kölner Fußballstadion. Da wird der Graf vor bis zu 35.000 Fans spielen und am Ende, wie auch in Hannover und bei all den anderen Konzerten, mit der schlichten Formel enden: "Das war Unheilig – Dankeschön!“ 

Von Gerd Schild

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