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Aus der Stadt Uni will mit Plastik-Seegras Sturmfluten trotzen
Hannover Aus der Stadt Uni will mit Plastik-Seegras Sturmfluten trotzen
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21:23 05.01.2017
Von Bärbel Hilbig
Salzwiesen dämpfen Wellen und helfen so beim Küstenschutz: Das haben Forscher im Wellenkanal der Leibniz-Uni getestet und nachgewiesen. Nun wollen sie testen, wie wieder mehr Seegras angesiedelt werden kann. Quelle: privat
Hannover/Braunschweig

Dass die Wissenschaftler mit dem Projekt „Sea Art“ auf dem richtigen Weg sind, ist recht wahrscheinlich. In einer Vorläuferstudie haben sie im großen Wellenkanal in Marienwerder bereits die dämpfende Wirkung von Salzwiesen auf die Stärke von Wellen nachgewiesen. Dafür hatten sie eine komplette Salzwiese in den trogförmigen Forschungskanal verpflanzt, in dem Wellen mit bis zu zwei Metern Höhe erzeugt werden können. Das Grünzeug konnte die Wellenhöhe unter Sturmflutbedingungen um fast 20 Prozent mindern.

In dem kürzlich gestarteten neuen Projekt wollen Ingenieure, Ökologen und Materialwissenschaftler den an den Küsten schwindenden Seegraswiesen mit Tricks bei der Wiederansiedlung in der Nordsee helfen. Künstliches Seegras soll den echten Pflanzen dabei als Schutz dienen und eine Starthilfe geben. Maike Paul vom Institut für Geoökologie der Technischen Universität Braunschweig hatte das Projekt noch in ihrer Zeit in Hannover entwickelt und leitet es jetzt. Die künstlichen Gräser sollen zusammen mit echten Setzlingen am Meeresboden gepflanzt werden und sich zersetzen, sobald die nachgewachsenen Pflanzen der Strömung standhalten können, skizziert sie das Ziel des Projekts.

Viele Fragen sind noch ungeklärt

„Der Clou ist, dass sich das Kunstgras zersetzt und den echten Pflanzen Raum lässt“, erläutert Stefan Schimmels vom Forschungszentrum Küste, einer gemeinsamen Einrichtung von Leibniz-Uni und TU Braunschweig sowie Ludwig-Franzius-Institut für Wasserbau.

Bisher sind viele Fragen aber noch ungeklärt. Es geht darum, geeignete, vollständig biologisch abbaubare Kunststoffpflanzen zu entwickeln. „Wir wollen herausbekommen, wie das künstliche Seegras für seine Aufgabe beschaffen sein muss“, erläutert Prof. Torsten Schlurmann, Geschäftsführender Leiter des Forschungszentrums Küste. Möglich werde das durch die Zusammenarbeit von Fachleuten aus unterschiedlichen Disziplinen. Aktuell dient Kunst-Seegras bereits zum Schutz von Offshore-Windanlagen, an deren Fuß die Strömung sonst Sedimente wegspült. Allerdings zersetzt es sich nicht, und beim Einsatz von Plastik gibt es immer Abrieb. „Nicht abbaubare Mikroplastik verursacht bereits beträchtliche Probleme in den Meeren“, sagt Schimmels.

Tests in Marienwerder

Das soll bei den hilfsweise eingesetzten künstlichen Seegräsern, die als Amme für echte Pflanzen dienen, nicht geschehen. Im Wellenkanal in Marienwerder wollen die Forscher an einer künstlichen Seegraswiese testen, wie die Plastikpflanzen sich bei verschiedenen Strömungsbedingungen verhalten. Die Frage ist auch, wie die Kunstwiese am besten am Meeresboden befestigt wird. Reichen Gewichte, oder müssen die Pflanzen verankert werden? „Die Anpflanzung darf nicht bei der ersten Sturmflut weggespült werden“, erklärt Schimmels das Problem.

Wenn das Projekt gelingt, käme der ökologische Küstenschutz beträchtlich voran. Seegras helfe doppelt gegen die Küstenerosion, betont Schimmels. Es dämpfe die Wellen, indem es sich unter ihnen mit bewegt, und es schwäche Strömungen ab, sodass das Wasser Sedimente weniger stark abträgt. Damit stabilisiert sich der Seeboden.

Das niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur fördert das Forschungsvorhaben von TU Braunschweig, Leibniz-Uni und Hochschule Hannover vier Jahre lang mit rund 1,1 Millionen Euro.

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