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Uni-Präsident droht Besetzern mit Räumung

Proteste Uni-Präsident droht Besetzern mit Räumung

Die bisher friedliche Besetzung an der Leibniz-Uni droht zu einem Konflikt zwischen Hochschulpräsidium und protestierenden Studenten zu werden. Er werde die Blockade des zentralen Hörsaals in der derzeitigen Form nicht länger tolerieren, kündigte Uni-Präsident Prof. Erich Barke am Freitag an.

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Besetztes Audimax: Eine Räumung und eine Anzeige wegen Hausfriedensbruch sind nicht ausgeschlossen.

Quelle: Surrey

Sollten die Besetzer das Audimax weiterhin nicht für Lehrveranstaltungen öffnen, werde er eine Räumung veranlassen und eine Anzeige wegen Hausfriedensbruch stellen. Die Besetzer forderten Barke auf, die Drohung zurückzunehmen.

Wie berichtet, sind durch die Besetzung des mit 650 Plätzen größten Uni-Hörsaals zurzeit Hunderte Studenten vom Lehrbetrieb ausgeschlossen. Vor allem die Studienanfänger im Maschinenbau sind zwingend auf das Audimax angewiesen. Bereits am Donnerstag mussten fünf der Lehrveranstaltungen in deutlich kleinere Räume verlegt werden. Auch am Freitag wurden drei Vorlesungen in Ausweichquartieren abgehalten, eine Vorlesung musste ganz abgesagt werden, weil keine Ersatzräume gefunden werden konnten.

„Es kann nicht sein, dass Studenten, die die Lehrveranstaltungen besuchen wollen, davon abgehalten werden“, sagte Barke. Er betonte jedoch erneut, dass er grundsätzliches Verständnis für die Proteste der Studenten habe und jederzeit zum Gespräch bereit sei. „Aber bisher hat mich leider keiner hören wollen.“

Am Mittwoch Abend wurde auf einer studentischen Vollversammlung über die Besetzung des Audimax abgestimmt.

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Schon am Donnerstag war der Präsident dreimal ins Audimax gekommen – mit dem Vorschlag, trotz der Besetzung Studenten in den Hörsaal zu lassen, die Vorlesungen besuchen möchten. Technisch wäre das machbar, sagte Barke. Auch in anderen Städten wie Potsdam, in denen Studenten Hörsäle besetzt hielten, sei man zu dieser Praxis übergangen. Am Montagmorgen will Barke wieder im Audimax vorstellig werden, um für eine solche Lösung zu werben. Sollte das keinen Erfolg haben, werde er eine Räumung in Erwägung ziehen, sagte er.

Die Besetzer zeigten sich am Freitagabend bei einer Versammlung mit rund 100 Teilnehmern entrüstet über das Vorhaben. „Es ist ein Skandal, dass der Präsident seinen eigenen Studenten nicht nur mit Räumung, sondern auch noch mit einer Anzeige droht, um diese einzuschüchtern und zu kriminalisieren“, empörte sich AStA-Referent Jan Harig. Gleichwohl signalisierten die Protestierenden Gesprächsbereitschaft: Sie wollen Barke am Montagabend ins Audimax einladen. In einem Brief, der per E-Mail auch an alle Uni-Studenten verschickt werden soll, fordern sie zudem, dass Barke ihre Forderungen für bessere Studienbedingungen unterstützt. Im Zuge der Besetzung ist es bereits zu Sachbeschädigungen gekommen. In der Nacht zu Freitag wurden die Kabel von zwei Sicherheitskameras am Eingang des Hörsaalbaus durchtrennt. Zudem lösten die Besetzer einen Fehlalarm aus, sodass Feuerwehr und Polizei anrücken mussten.

von Juliana Kaune und Julia Sellner

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