Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Uni investiert 3 Millionen Euro in Welfengarten
Hannover Aus der Stadt Uni investiert 3 Millionen Euro in Welfengarten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:26 12.12.2015
Von Bernd Haase
Die sogenannte Campuswiese wird das Herzstück des Parks. Ihr Umriss zeichnet eine Barockanlage nach.  Quelle: Animation: Büro Louafi/Foto: Treblin
Anzeige
Hannover

Der Welfengarten hinter dem Hauptgebäude der Leibniz-Universität ist in einem anderen Zustand als die Herrenhäuser Gärten, zu denen er gehört: „Leicht verwildert, von Trampelpfaden durchzogen, in Teilbereichen vermüllt und mit zerstörten Mobiliar“, fasst es Uni-Präsident Volker Epping zusammen. Das ändert sich ab nächstem Jahr. Die Anlage wird neu gestaltet - unter Berücksichtigung der historischen Bedeutung und der Ansprüche derjenigen, die ihn nutzen. Das sind viele, wie Sepp Heckmann, Vorsitzender des Vereins Freunde der Herrenhäuser Gärten, betont: „Der Welfengarten ist derjenige unter den vier Gärten mit dem höchsten Durchlauf.“

Der Verein hat dazu beigetragen, dass der Park, gleichzeitig Campus und Stadtteilpark für die Nordstadt, nun aufgewertet werden kann. Er hat eine sogenannte Mehrfachbeauftragung von vier Planungsbüros mit 30 000 Euro finanziert. Der Siegerentwurf in dieser Form des Architektenwettbewerbs ist Anfang der Woche von einer Jury gekürt und am Mittwoch im Senatssaal der Universität präsentiert worden. Die Wahl fiel auf den in Hannover bestens bekannten Landschaftsarchitekten Kamel Louafi aus Berlin und seine Kollegin Dörte Eggert-Heerdeegen.

Zur Galerie
Sepp Heckmann, Volker Epping, Dörte Eggert-Heerdegen und Kamel Louaf (v.li.).

„Wir haben Anrainer und Studenten befragt, was sie am Welfengarten schätzen. Sehr oft kam als Antwort das Wort Freiheit“, sagt Prof. Christian Werthmann vom Institut für Landschaftsarchitektur der Leibniz-Uni. In die Aufgabenstellung für den Wettbewerb sei auch eingeflossen, die Identität des Parks zu erhalten und dessen spätere Pflege nicht zu aufwendig werden zu lassen.

Louafi und Eggert-Heerdeegen haben das umgesetzt, indem sie nur leichte Eingriffe am Baumbestand vornehmen. Das Wegenetz orientiert sich sowohl an historischen Vorgaben wie auch an neuen Verbindungen - beispielsweise derjenigen zwischen Uni-Gebäude und Mensa. Um den Park ist ein Rundweg vorgesehen, den auch Jogger nutzen können. Herzstück wird die sogenannte Campuswiese mit Sitzflächen in Blattform. Ihre Grenzen markiert die Graft aus der Barockzeit, die heute zugeschüttet ist und deren Verlauf nun mit unterschiedlichen Materialien nachgezeichnet werden soll.

Die Umgestaltung des Welfengartens ist ein Projekt, dass sich über zehn Jahre hinziehen wird und für das die Hochschule 3 Millionen Euro veranschlagt. Ein Drittel dieser Summe wird bereits im kommenden Jahr ausgegeben; „vor allem für vernünftige Wege im Park“, sagt Epping. Der Uni-Präsident erhofft sich einen Nebeneffekt: Wenn der Welfengarten weniger verwildert daherkommt, werden die Nutzer ihn möglicherweise pfleglicher behandeln und beispielsweise weniger Müll hinterlassen.

Fast schon ein Heimspiel

 „Wir haben uns sehr gefreut“, kommentierte Landschaftsarchitekt Kamel Louafi den Sieg beim Wettbewerb zur Neugestaltung des Welfengartens. Den Satz durfte der gebürtige Algerier, der in Berlin lebt und international tätig ist, speziell in Hannover schon häufiger sagen. Die Beziehung zwischen der Landeshauptstadt und Louafi, dessen Entwürfe häufig von ornamentalen Elementen geprägt sind, begann mit der Weltausstellung, für die er die „Gärten im Wandel“ konzipierte. Nach einigen Aufträgen für die Messe setzte er mit dem sogenannten Operndreieck an der Georgstraße einen Akzent in der Innenstadt. Anfang des Jahres wurde vor dem Neuen Rathaus der umgestaltete Trammplatz freigegeben – auch er ein Werk des Berliners. Vor vier Jahren hat Louafi ein Buch über seine Vorstellungen von Landschaftsplanung veröffentlicht. Darin lobt er Hannover als Stadt, die „Landschaft als Raum für die ihn nutzenden Menschen begreift und entsprechend formt“.     

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Ein Studienrat, der mit seinem Auto vom rechten Weg abkam und sich unerlaubt von einem Unfallort entfernte, muss 1800 Euro an die Staatskasse zahlen. Der 63-Jährige hatte bei einem Einparkmanöver zwei Fahrzeuge touchiert, die vor und hinter ihm standen, sah sich aber als unschuldig verfolgt.

Michael Zgoll 12.12.2015

Die Wartezimmer von Hannovers Allgemeinärzten sind in diesen Tagen voll. Der Grund: Das frühlingshafte Wetter bietet Erkältungsviren ideale Bedingungen, um sich zu vermehren und zu verbreiten.

12.12.2015

Wer haftet, wenn per Briefpost verschicktes Geld abhandenkommt? Diese Frage steht im Mittelpunkt eines Zivilverfahrens am Amtsgericht Hannover. Geklagt hat ein 53-jähriger Mechaniker, der einer befreundeten Familie vor zwei Jahren 300 Euro geliehen hatte. Nach mehreren Mahnungen habe ihm die Familie einen Brief zugeschickt – doch der Umschlag war leer.

Michael Zgoll 12.12.2015
Anzeige