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Platzmangel – Uni hält Vorlesungen im Astor

Hörsäle fehlen Platzmangel – Uni hält Vorlesungen im Astor

Wenn sich morgens im Kinosaal 2 der Vorhang öffnet, flimmert keine Filmvorschau über die Leinwand. Stattdessen ist dort die erste Folie der aktuellen Vorlesung zu sehen, denn bis Ende des Jahres finden sechs Veranstaltungen der Universität im Astor Kino statt.

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Vorhang auf - für eine Politikvorlesung im Astor Kino.

Quelle: Villegas

Hannover. In den Gebäuden der Uni gäbe es nicht genügend Hörsäle für Vorlesungen mit großer Teilnehmerzahl, teilt die Uni-Pressestelle mit. Deshalb habe man gemeinsam mit den betroffenen Fakultäten überlegt, wie das Problem am besten gelöst werden könnte. Da das Astor Kino nah an der Uni gelegen ist, schienen die Räumlichkeiten eine gute Lösung zu sein. Am Beginn des Semesters hat man sich im Astor eingemietet, nun finden dort jeden Vormittag Vorlesungen statt.

Politikdozentin Franziska Martinsen fühlt sich in dem Kinosaal wohl: „Die Räume sind ja morgens leer. Warum sollten wir sie dann nicht nutzen?“ Auch die Technik würde hier immer perfekt funktionieren. Auf der fast 200 Quadratmeter großen Leinwand können auch die Studenten in der letzten Reihe noch jedes Wort gut erkennen. „Bei meiner Vorlesung sind circa 300 Studenten angemeldet“, erklärt Martinsen. Natürlich würden meistens nicht alle Studenten kommen, aber bei 464 Kinosesseln sei auf jeden Fall genug Platz für alle. „Das ist in der Uni leider nicht immer so“, sagt die Dozentin.

Auch die Politikstudenten sind von der Lösung begeistert. „Ich finde es hier sehr gemütlich“, sagt Judith Liekefett. Natürlich würde man durch die angenehme Atmosphäre schnell abgelenkt. Aber das käme in den anderen Hörsälen auch oft vor. „Es kommt immer darauf an, wie interessant der Dozent die Vorlesung gestaltet“, sagt die Studentin. Außerdem freue es sie, dass jeder einen Sitzplatz hätte und niemand auf den Treppen sitzen müsse. Judith Ulbig hat gleich drei Vorlesungen in der Woche im Astor Kino. „Das ist natürlich Luxus im Vergleich zu den normalen Hörsälen“, sagt sie. Der Kinosaal sei eine gute Lösung für das Platzproblem. „Ich kann mich hier genau so gut konzentrieren wie in den anderen Räumen“, erzählt sie. Am Anfang des Semesters habe sie sich aber gewundert, dass ein Kinosaal als Vorlesungsort in ihrem Stundenplan auftauchte. Auch Jonas Schröder kommt öfter in der Woche ins Astor: „Ich habe hier noch eine Statistikvorlesung“, sagt er. Manchmal sei es in den gemütlichen Kinosessel etwas schwierig sich zu konzentrieren. „Hier fehlt nur noch der Popkornverkauf“, schmunzelt er.

Noch bis Ende des Jahres finden vor allem Veranstaltungen der Philosophischen Fakultät im Astor Kino statt. Laut Pressestelle der Uni soll dann evaluiert werden, ob sich das Mieten der Räume weiterhin lohnt.

Von Anna Beckmann

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