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Aus der Stadt Ärger schon am ersten Tag
Hannover Aus der Stadt Ärger schon am ersten Tag
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00:16 24.07.2014
Von Andreas Schinkel
Bis Ende Juli ist die Kurt-Schumacher-Straße zwischen Odeon-und Herschelstraße einseitig Richtung Steintor gesperrt. Quelle: Rainer Surrey
Hannover

„Unsere Kunden können nicht mehr vor dem Geschäft parken und die Straße nicht mehr überqueren. Das wird sich im Umsatz bemerkbar machen“, sagt Yildiz Akkus, Inhaberin einer Werbeagentur und eines Copy Shops auf der Kurt-Schumacher-Straße. Vor ihrem Schaufenster gibt ein Schild den schmalen Gehweg für Fußgänger und Radler frei.

„Hier wird es hakeln“, sagt Geschäftsfrau Akkus. Bauleiter Jürgen Wendt wiederum fürchtet ungeduldige Fußgänger. „Unsere Arbeiter müssen aufpassen, denn schon jetzt überqueren Fußgänger die Straße und laufen in die Baustelle hinein“, sagt Wendt. Die Bauarbeiten auf der Hauptverkehrsader in der City dauern noch die gesamten Sommerferien. Schlimmer aber wird es danach, wenn die Arbeiten zur sogenannten D-Linie die Kurt-Schumacher-Straße monatelang in eine Dauerbaustelle verwandeln. Vorerst lässt die für Schienen und Bahnsteige verantwortliche Infra die Gleise der Linien 10 und 17 erneuern. Zudem werden die Abstände zwischen den beiden Schienensträngen vergrößert, sodass künftig die breiten Silberpfeile und der neue TW 3000 ohne Schrammen aneinander vorbeikommen.

Die Bauarbeiten auf der Kurt-Schumacher-Straße haben am Montag begonnen. Bis Ende Juli ist die Kurt-Schumacher-Straße zwischen Odeon- und Herschelstraße einseitig Richtung Steintor gesperrt. Vom 1. August bis 7. September ist das gesamte Teilstück für den Verkehr tabu.

Bis Ende Juli ist die Kurt-Schumacher-Straße zwischen Odeon- und Herschelstraße einseitig Richtung Steintor gesperrt. Vom 1. August bis 7. September ist das gesamte Teilstück für den Verkehr tabu. „Wenn wir dann den mittleren Bereich der Straße herausreißen, geht nichts mehr“, sagt Bauleiter Wendt. Schon jetzt sind einige logistische Hürden zu überwinden. So musste für das Hotel Loccumer Hof, direkt an der Baustelle gelegen, eine Regelung für den Anlieferverkehr gefunden werden. Die Hotel-Lieferanten dürfen auf der Herrenstraße, eigentlich seit Baubeginn eine Sackgasse, wenden und wieder zurück fahren. Das Polizeirevier gleich neben dem Hotel musste seine Parkplätze auf der Kurt-Schumacher-Straße aufgeben und in die Herschelstraße verlegen. „Bei einem Blaulichteinsatz darf die Polizei über die Baustelle und den abgesperrten Bereich fahren“, sagt Bauleiter Wendt.

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Bau der D-Linie in Hannover

Sorgen bereiten ihm weniger die professionellen Fahrer von Last- und Lieferwagen, als vielmehr ungeduldige Autofahrer. „Einer hat schon unwirsch reagiert, als wir ihn aus der Halteverbotszone dirigierten“, erzählt Wendt. Er verspricht, sich um alle Probleme zu kümmern. Wer Fragen habe, könne an die Tür des Baucontainers vor dem Loccumer Hof klopfen. Für Geschäftsfrau Akkus kommt das Angebot reichlich spät. „Ich fühle mich nicht ausreichend über die Bauarbeiten informiert“, sagt sie. Zwar habe die Infra vor Baubeginn eine Versammlung der Anlieger einberufen, aber da habe man auf Nachfragen unwirsch reagiert.

Jetzt soll es eine weitere Zusammenkunft geben. Auch ihre Kollegin Enziya Raufi, Inhaberin des Bekleidungsgeschäfts Espinenti, wirft der Infra vor, zu spät und zu ungenau über die erheblichen Einschränkungen gesprochen zu haben. „Ich weiß nicht, was noch alles passiert“, sagt sie. Beide Geschäftsfrauen betonen aber, dass sie die Bauarbeiten für nötig halten. „Die Frage ist nur, ob wir das finanziell überleben“, sagt Akkus.

Vorgeschmack auf größere Baustelle

Die Infra wird nicht müde zu betonen, dass die Gleisarbeiten auf der Kurt-Schumacher-Straße in keinem Zusammenhang zum barrierefreien Ausbau der D-Linie bis zum Raschplatz stehen. Tatsächlich bleibt nach Ende der Baustelle im September zunächst alles beim Alten. Die Linien 10 und 17 fahren wie gewohnt über den Ernst-August-Platz bis zum Aegi. Erst im kommenden Jahr beginnen die Arbeiten an der D-Linie – mit dem Bau des Hochbahnsteigs auf der Kurt-Schumacher-Straße. Dennoch sind die derzeitigen Bauarbeiten in vielerlei Hinsicht eine Art Overtüre. So werden die Stadtbahnen demnächst mehrere Wochen (vom 31. Juli bis zum 10. September) in den Untergrund verlegt. Sie fahren ab Humboldtstraße durch den sogenannten A-Tunnel, den auch die Linien 3,7 und 9 nutzen. Diese Umleitung kommt erneut zum Tragen, wenn für den D-Linien-Bau wieder die Bagger auf der Kurt-Schumacher-Straße anrücken. Schon unkt man im Rathaus, dass dann die Bahnen fast durchgehend mehrere Jahre durch den A-Tunnel rollen, so wie es sich manche Ratspolitiker als Dauerlösung gewünscht hatten. Auch die Ladeninhaber bekommen einen kleinen Vorgeschmack auf den D-Linien-Ausbau. Am Ende aber soll die Straße Hannovers neue City-Flaniermeile sein.

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