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Aus der Stadt Unternehmen unterstützen Obdachlosenhilfe
Hannover Aus der Stadt Unternehmen unterstützen Obdachlosenhilfe
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10:28 03.05.2016
Pakt für die Wohnungslosen: Harald Bremer (v. l.), Karl-Lemmermann-Haus, Tatjana Makarowski (Caritas), Christian Katterle (Jugendwerksiedlung), Petra Tengler (Selbsthilfe für Wohnungslose), Astrid Rehmert (Werkheim), Karl Heinz Range (KSG), Nadine Otto (Gundlach), Karsten Klaus (GBH) und Rainer Müller-Brandes (Diakonie). Quelle: Michael Thomas
Hannover

Für die Ärmsten der Gesellschaft ist die Lage auf dem Wohnungsmarkt in Hannover dramatischer denn je. Wer ohnehin schon auf der Straße oder in einer Einrichtung für Wohnungslose leben muss, hat auf dem regulären Markt fast keine Chance auf eine Wohnung. Aus diesem Grund haben sich jetzt Wohnungsbauunternehmen und Träger der Wohnungslosenhilfe zusammengeschlossen, um die Situation für Menschen ohne festes Dach über dem Kopf zu verbessern. 

Die Zahl der Obdachlosen ist im vergangenen Jahr rapide gestiegen. In Hannover leben derzeit rund 4000 Menschen, die keine Wohnung haben, darunter viele Migranten aus Osteuropa. Diese Zahl sei eine Schätzung, sagte Rainer Müller-Brandes, Geschäftsführer des Diakonischen Werkes Hannover, bei der Vertragsunterzeichnung der Kooperationspartner. Vor einem Jahr waren es noch rund 1000 Wohnungslose weniger. Zum Vergleich: In städtischen Einrichtungen sind derzeit rund 4700 Flüchtlinge untergebracht, von denen viele künftig auf den Wohnungsmarkt drängen werden. „Für diesen Ansturm gibt es viel zu wenig kleine, kostengünstige Wohnungen“, betonte Müller-Brandes. 

Großer Verlierer dieser Konkurrenz auf dem Wohnungsmarkt seien eben die Obdachlosen. „Sie haben so gut wie keine Perspektive“, sagte Diakonie-Pastor Müller-Brandes. Deswegen richteten die Verantwortlichen der Betreuungseinrichtungen einen Hilferuf an die Politik. Und die wiederum wandte sich direkt an die Wohnungsbaugesellschaften. Drei von denen – die Gesellschaft für Bauen und Wohnen in Hannover (GBH), Gundlach und die KSG – machen bei dem neuen Bündnis mit der Forderung „Vergesst die Wohnungslosen nicht“ mit. 

„Wir haben eine soziale Verantwortung“, sagte Nadine Otto von Gundlach. Ihr Unternehmen mache das, was es am besten könne: Wohnraum zur Verfügung stellen. Die bis dahin Wohnungslosen, die dort einziehen, werden dann von Sozialarbeitern auf dem Weg zurück in einen normalen Alltag begleitet. 

Die Vermittlerrolle in diesem System nimmt die Soziale Wohnraumhilfe (SWH) ein. „Wir wollen so vielen Wohnungslosen wie möglich auf kurzem Dienstweg Wohnungen verschaffen“, erklärt deren Geschäftsführer Jürgen Schabram. Er hofft, dass das kurzfristig bei 20 bis 30 Menschen klappt. Langfristig müssten günstige Wohnungen in Hannover neu gebaut werden. 

Das hob auch SPD-Ratsfrau Gudrun Koch hervor. „Wir brauchen schnellstmöglich neue Wohnungen im günstigen Segment, sonst schieben wir die Menschen nur hin und her“, sagte sie. Von neuen Wohnungen würden auch Studenten profitieren. Michael Dette von den Grünen lobte die „verantwortungsbewusste Wohnungswirtschaft“ in Hannover, die nicht nur auf Gewinn aus sei.

Von Gerko Naumann

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