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Unternehmer verärgert über teure Erdentsorgung

Bauarbeiten Unternehmer verärgert über teure Erdentsorgung

Ob bei Erdarbeiten am Waterlooplatz oder für die neue Mensa der Hochschule, ob beim Bau des Star-Inn-Hotels am Cityring oder beim privaten Hausbau: Immer wieder müssen gering verunreinigte Böden entsorgt werden. Der Preis dafür hat sich innerhalb von zwei Jahren mehr als verdoppelt.

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Quelle: Sebastian Kahnert/dpa (Symbolbild)

Hannover. Grund dafür ist, dass es nur eine einzige Annahmestelle in der gesamten Region gibt: den Kaliberg in Sehnde, der derzeit abgedeckt wird. Bezahlen müssen meist die Kommunen – und damit der Steuerzahler. Unternehmer schlagen jetzt Alarm: Die Region müsse dringend weitere Entsorgungsmöglichkeiten ausweisen. Doch die setzt auf den Markt.

Von ursprünglich 8,50 Euro pro Tonne für die Annahme sogenannter Z2-Böden hat Kali+Salz in Sehnde den Preis in mehreren Stufen auf inzwischen 18,50 Euro angehoben und eine weitere Erhöhung auf gut 20 Euro angekündigt. „Das ist das typische Gebaren eines Monopolisten – und die öffentliche Hand darf es ausbaden“, ärgert sich Unternehmer Claus-Peter Rebohl, der das gleichnamige Garten- und Landschaftsbauunternehmen in Garbsen führt und Aufträge in der gesamten Region abwickelt. Beim Bau der Hochschul-Mensa in Ricklingen fallen seinen Angaben zufolge 1400 Tonnen an, am Waterlooplatz etwa 400 Tonnen, beim Star-Inn-Hotel waren es nach Branchenangaben rund 1000 Tonnen. Insgesamt nimmt Kali+Salz in Sehnde-Friedrichshall nach Branchenschätzung jährlich etwa 800.000 Tonnen an – und setzt damit rund 16 Millionen Euro im Jahr um. Das Unternehmen bestätigt im Grundsatz die Summen, will sich aber „zu der Preisgestaltung öffentlich nicht äußern“. Richtig sei, dass die Rekultivierung der Halde noch gut drei Jahre dauere.

„Wenn Tengelmann verkauft werden soll, schaltet sich das Kartellamt ein, hier aber darf ein Unternehmen frei schalten und walten“, sagt Rebohl, der mit seiner Kritik nicht allein steht, aber als Einziger in der Branche redet. Er fordert, dass die Region zumindest die Rekultivierung der alten Deponie in Burgdorf vorantreibt, damit dort Z2-Erde zur Abdeckung angeliefert werden darf. Die Erde dieser Kategorie ist so gering verunreinigt, dass sie zum Beispiel unter gepflasterten Wegen weiterverwendet werden darf. Wo das aber nicht möglich ist, muss sie entsorgt werden. Alternativen liegen etwa im Harz oder in Nordniedersachsen, was hohe Transportkosten bedeutet, oder in Sondermülldeponien - dort aber kostet die Entsorgung das Fünffache.

Der zuständige Regionsdezernent Axel Priebs macht wenig Hoffnung. „Wenn die Privatwirtschaft es nicht hinbekommt, soll die öffentliche Hand es richten - aber wenn der Preis mal sinkt, dann wollen wir das Risiko einer Annahmestelle nicht aus dem Müllgebührenhaushalt subventionieren müssen.“ Immerhin: Die Rekultivierung der Deponie Burgdorf sei in Vorbereitung. Wann dort wie viel Z2-Böden angenommen werden können, sei derzeit aber noch offen.

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