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Urlauber fordern Schmerzensgeld für Bruchlandung

Gericht muss entscheiden Urlauber fordern Schmerzensgeld für Bruchlandung

Die Eheleute, beide 83 Jahre alt, wollten ihre diamantene Hochzeit am Schwarzen Meer feiern. Die einwöchige Flugreise zum bulgarischen Goldstrand war ein Geschenk ihrer Tochter und deren Lebensgefährten, die sich ebenfalls einen kleinen Urlaub gönnen wollten. Doch aus dem Traum wurde ein Albtraum.

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Die Passagiere verlassen das auf eine Wiese geschlitterte Flugzeug über Notrutschen.

Quelle: eingereicht

Hannover. Beim Anflug auf den Flughafen von Varna geriet der Airbus A 320 in heftige Turbulenzen. Die Maschine setzte äußerst unsanft auf, schlitterte über die regennasse Rollbahn hinaus und kam erst auf einer Wiese zum Stehen. Die 172 Fluggäste mussten den Airbus über Notrutschen verlassen, zwei von ihnen verletzten sich. Nun sehen sich der Reiseveranstalter TUI und die vier Passagiere vor dem hannoverschen Amtsgericht wieder: Ende Oktober geht es um knapp 5000 Euro für Reisekostenerstattung, Entschädigung und Schmerzensgeld.

Die Maschine der bulgarischen Chartergesellschaft Air Via mit den beiden Paaren aus Sachsen war am 24. Mai 2013 morgens um 7 Uhr planmäßig in Leipzig gestartet, näherte sich drei Stunden später der Schwarzmeerküste. Die seit 60 Jahren verheirateten Senioren hatten schon lange keinen Urlaub mehr gemacht, der ältere Herr - fast blind und Träger eines Herzschrittmachers - war besonders gespannt auf die Reise. Die Tochter benötigte dringend Erholung, hatte wegen einer Leukämieerkrankung einen Medizinmarathon hinter sich. Doch was bei der Landung passierte, war wenig erholsam.

Wie sich die vier Fluggäste erinnern, tobte über Varna ein Unwetter mit starken Böen. Der Pilot habe den Sinkflug ohne Vorankündigung begonnen, die Maschine sei so steil heruntergegangen, dass ein Servicewagen durch den Gang gepoltert sei. Schließlich habe das Flugzeug mit zu hohem Tempo auf der Landebahn aufgesetzt. Dann sei die Maschine mehrmals hoch- und niedergedrückt worden, habe am Ende der Piste einen Zaun niedergerissen und sei erst auf einer matschigen Wiese abrupt zum Stehen gekommen. Die 83-Jährige kam am Ende der Notrutsche zu Fall, andere Passagiere prallten auf sie, sodass die Frau mehrere Hämatome davontrug. Feuerwehr und Krankenwagen, so die Kläger, seien bei strömendem Regen erst nach 15 Minuten eingetroffen. Drei Stunden habe man in nasser Kleidung auf die - demolierten - Koffer warten müssen.

Der Urlaub im Doppelzimmer mit Meerblick, so schildern es die beiden Paare, war mit dieser Bruchlandung gelaufen. Auf der Piste hätten sie Panik empfunden und Todesängste ausgestanden. Die späteren Tage am Goldstrand seien von Schlafstörungen und zermürbenden Überlegungen geprägt gewesen, wie sich der Rückflug gestalten werde und ob man nicht auf Reisebus oder Auto ausweichen solle. Der jüngere Mann erlitt zudem eine posttraumatische Belastungsstörung, war ein halbes Jahr in psychologischer Behandlung.

Knapp 2200 Euro kostete die vier Schwarzmeer-Urlauber ihre Reise. Doch sie wollen nicht nur diesen Betrag erstattet bekommen, sondern haben der TUI eine erweiterte Rechnung präsentiert: 1100 Euro Entschädigung für entgangene Urlaubsfreuden, 1900 Euro Schmerzensgeld, 600 Euro Arztkosten. Lediglich 800 Euro hat ihnen der Touristikkonzern bislang erstattet, plus 970 Euro für beschädigte Kleidungsstücke und Schuhe. Die Kernfrage im nahen Zivilprozess wird sein, für wie gravierend Richterin Catharina Schwind die Folgen der unsanften Landung für den gesamten Urlaub tatsächlich hält.

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