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Ursache für Stromausfall in Hannover gefunden

Untersuchung Ursache für Stromausfall in Hannover gefunden

Am 13. Juli um 22.34 Uhr saß ganz Hannover plötzlich im Dunkeln. Nicht menschliches Versagen oder gar das Abschalten von Atomkraftwerken, sondern zwei unvorhersehbare technische Defekte haben den Blackout ausgelöst.

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Grund für den Stromausfall in Hannover ist gefunden. Bernd Heimhuber, Geschäftsführer der Enercity Netzgesellschaft, präsentiert den durchgebrannten Kondensator.

Quelle: dpa

Hannover. Das Rätsel um den totalen Stromausfall vor knapp zwei Wochen in Hannover ist gelöst. Als Ursache haben die Betreiber nach aufwendigen Recherchen zwei technische Pannen ausgemacht. Es handele sich um eine unglückliche Verkettung von unvorhersehbaren technischen Fehlern, sagte der Geschäftsführer der enercity Netzgesellschaft, Bernd Heimhuber, am Dienstag. Zunächst hatte sich ein Block des Kohlekraftwerks Stöcken nach Überhitzung einer Kohlemühle selbst abgeschaltet. Dann verhinderte eine beschädigte Schutzeinrichtung, dass ein Transformator im Umspannwerk bei Mehrum (Kreis Peine) in diesem Notfall einsprang.

Das fehlerhafte Bauteil war nach Angaben der Netzgesellschaft erst im August 2010 überprüft worden. In dem Gerät war ein sogenannter Elektrolyt-Kondensator, der einer Batterie ähnelt, durchgebrannt. „Das passiert sehr selten“, betonte Heimhuber. Fast 600.000 Menschen hatten in Hannover und Teilen des Umlands am späten Abend des 13. Juli plötzlich im Dunkeln gesessen. Auch etliche Industriebetriebe waren betroffen. Es war der größte Stromausfall in der niedersächsischen Landeshauptstadt seit 1996. Nach 30 Minuten ging in etwa 70 Prozent der Haushalte das Licht wieder an, um 23.55 Uhr war die Stromversorgung im gesamten Gebiet wieder hergestellt.

Ein kompletter Stromausfall hat am Mittwochabend gegen 22.35 Uhr das gesamte Stadtgebiet Hannovers sowie Teile des Umlands betroffen. Grund war nach ersten Einschätzungen der Stadtwerke ein Defekt bei der Stromversorgung aus dem Kraftwerk Mehrum des Energieversorgers, das im Kreis Peine liegt.

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Es sei sehr unwahrscheinlich, dass eine solche Doppel-Panne in den nächsten 20 Jahren wieder passiere, erklärte der Geschäftsführer der Netzgesellschaft. Allerdings wollen die Betreiber nun die Wartungsintervalle der Transformator-Schutzeinrichtungen auf ein Jahr verkürzen, zudem werde das gesamte Schutzkonzept des Umspannwerks Mehrum systematisch überprüft.

Der Schaden ist noch nicht genau bezifferbar, liegt aber Heimhuber zufolge auf jeden Fall im sechsstelligen Bereich. Einen großen Anteil machen dabei zusätzliche Brennstoff- und Personalkosten aufgrund der Fehlersuche aus; erst seit Samstag läuft die Stromversorgung in Hannover wieder auf Normalbetrieb.

Etwa 60 Stromkunden fordern von den Stadtwerken Hannover Schadenersatz, weil infolge des Blackouts ihr Fernseher, Telefon, Fön oder andere elektrische Geräte kaputt gingen. Auch einige Industriebetriebe - darunter der Reifenhersteller Continental und Volkswagen - beklagen Produktionsausfälle. „Bei berechtigten Forderungen werden wir nicht kleinkariert sein“, betonte Heimhuber.

Der totale Stromausfall sei wegen der Parallelität der Ereignisse nicht zu verhindern gewesen, betonte der Technische Direktor der Stadtwerke Hannover, Harald Noske. Alle Techniker sowie das Krisenteam der Stadt hätten schnell gehandelt und genau die richtigen Dinge getan. Menschen kamen bei dem Blackout nicht zu schaden.

dpa

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