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Ursachenforschung für Blackout in Hannover läuft

Stadt im Dunkeln Ursachenforschung für Blackout in Hannover läuft

Die Stadtwerke werden nach eigenen Angaben noch mindestens zwei Wochen brauchen, bis die Ursache für den Blackout in Hannover am späten Mittwochabend endgültig geklärt ist. Das betrifft in erster Linie die Vorgänge am Umspannwerk beim Kraftwerk Mehrum, das deshalb derzeit nur auf niedrigem Niveau läuft.

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Eine Nacht, an die man sich lange erinnern wird: Ein Rettungswagen taucht die Kollenrodtstraße in blaues Licht.

Quelle: Daniel Reinhardt

Hannover. „Zur Sicherheit haben wir die Kraftwerksblöcke in Leinhausen und Linden hochgefahren und uns Optionen auf Strom aus dem überregionalen Netz von e.on gesichert“, sagt Unternehmenssprecher Carlo Kallen. Das Netz sei stabil.

Theoretisch können die Stadtwerke mit ihrem Anlagenpark fast doppelt soviel Strom erzeugen wie die Stadt benötigt. Trotzdem gingen am Mittwoch die Lichter aus. Auslöser für den Stromausfall, der in einigen Stadtteilen länger als eine Stunde dauerte, waren technische Probleme im Gemeinschaftskraftwerk Stöcken und in Mehrum, die fast zeitgleich auftraten.

Ein kompletter Stromausfall hat am Mittwochabend gegen 22.35 Uhr das gesamte Stadtgebiet Hannovers sowie Teile des Umlands betroffen. Grund war nach ersten Einschätzungen der Stadtwerke ein Defekt bei der Stromversorgung aus dem Kraftwerk Mehrum des Energieversorgers, das im Kreis Peine liegt.

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Was in Stöcken passiert ist, wissen die Betreiber inzwischen. Weil ein Bauteil an der Steuerung der Kohlemühle ausgefallen war, hatte diese zu viel Material in den Kessel von Block 2 geblasen. „Der Kessel hat sich überhitzt, deshalb wurde die Schnellabschaltung ausgelöst“, erläutert Kallen. Parallel versagte in Mehrum die Verbindung zum Hochspannungsnetz. Danach hing die gesamte Stromversorgung an Block 1 in Stöcken, der dazu nicht in der Lage ist. Die Folge war der Kollaps.

Für die genaue Ursachenforschung müssen die Stadtwerke laut Kallen eine Fülle an Material aufarbeiten. Dazu zählen Messwerte aus der zentralen Netzleitstelle in Ricklingen ebenso wie Störungsschreiber aus den Umspannwerken im Netzgebiet. Erforderlich sind auch Inspektionen vor Ort, vor allem im Umspannwerk Mehrum, wo die Netzschutz- und Leittechnik untersucht wird. „Erst wenn das abgeschlossen ist, können wir angeben, wie hoch der finanzielle Schaden ist“, sagt Kallen.

350 Feuerwehr- und Rettungskräfte sind bei dem Stromausfall am Mittwoch im Einsatz gewesen. Mit tragbaren Generatoren wurden Menschen aus Aufzügen gerettet und kleine Kliniken und Pflegeheime betreut.

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Inzwischen haben auch die Katastrophenschutzexperten der Feuerwehr mit der Auswertung des Großeinsatzes während des Stromausfalls begonnen. Sie gleichen die bestehenden Vorplanungen, die für alle denkbaren Szenarien angefertigt worden sind, mit den tatsächlichen Abläufen im Ernstfall ab. „Sollte sich ergeben, dass wir etwas an den ursprünglichen Plänen ändern müssen, wird das mit aufgenommen“, erklärte Feuerwehrsprecher Martin Argendorf.

Aber die Katastrophenschützer blicken nicht nur zurück. Sie versuchen auch anhand des Einsatzprotokolls des abgeschlossenen Großeinsatzes eine Vorstellung davon zu bekommen, was beispielsweise geschehen wäre, wenn der Strom am Mittwoch noch länger ausgefallen wäre. „Diese Überlegungen fließen dann ebenfalls in die Alarmpläne mit ein“, ergänzte Argendorf.

Das Notstromaggregat der Medizinischen Hochschule Hannover hat Störungen und Schwierigkeiten während des Stromausfalls verhindern können. Es versorgte alle wichtigen Geräte, dennoch gab es Einschränkungen bei der Beleuchtung. Operiert werden musste aber zum Glück nicht mehr.

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Als sich die Stadt am späten Mittwochabend schlagartig verdunkelte, rätselten die Hannoveraner über Ursache und Ausmaß des plötzlichen Stromausfalls. Bei ihrer Suche nach Antworten wurde für viele das Internetangebot der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung zur ersten Anlaufstelle. Bereits wenige Minuten nach dem Blackout hatte die Onlineredaktion erste Informationen auf HAZ.de veröffentlicht. In der Spitze gab es bis zu 1200 Abfragen pro Sekunde. Innerhalb von 24 Stunden besuchten fast 100.000 Internetnutzer das Webangebot.

Bernd Haase, Tobias Morchner und Frerk Schenker

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Notfallpläne werden überarbeitet
Foto: Die Umspannstation am Kraftwerk in Mehrum.

Noch einmal Glück gehabt: Der Stromausfall in Hannover hat am Mittwochabend zwar etwa 600.000 Bürger betroffen - es hätte aber schlimmer kommen können. Die schwere Panne soll aber kein Vorbote für Stromausfälle in größerem Stil sein.

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