Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / 0 ° Schneeregen

Navigation:
Brutale Fußballspieler müssen zahlen

Gerichtsurteil Brutale Fußballspieler müssen zahlen

Am Montag mussten sich am Amtsgericht drei Spieler eines Kreisliga-Altherren-Teams von Iraklis Hellas wegen Körperverletzung und Bedrohung verantworten. Die Geldstrafen der Fußball-Rowdys, die Gegenspieler, Schiedrichter und Zuschauer attackieren, liegen zwischen 200 und 500 Euro. 

Voriger Artikel
CDU stellt künftig den Umweltdezernenten
Nächster Artikel
Zentrale Notrufnummer für den Ordnungsdienst

Symbolfoto

Quelle: dpa

Hannover . Dass Fußballspieler gelegentlich die Sportarten durcheinanderbringen und mit Fausthieben agieren, gehört zum traurigen Alltag auf Fußballplätzen – vor allem in den unteren Klassen. Bei zwei verschiedenen Begegnungen hatten drei Spieler eines Kreisliga-Altherren-Teams von Iraklis Hellas auf Gegenspieler eingeprügelt, einen Zuschauer am Kehlkopf verletzt und Morddrohungen gegen einen Schiedsrichter ausgestoßen. Zwar stellte Richter Lars Römermann die Verfahren ein, jedoch müssen die drei Fußball-Rowdys Geldstrafen zwischen 200 und 500 Euro an gegnerische Spieler zahlen.

Prügel mit dem Stollenschuh

Der erste Kick, der aus dem Ruder lief, war die Begegnung der Alten Herren von Iraklis gegen den SC Ayyildiz im Mai 2016. Bei der Begegnung ging es hitzig zu, der Schiedsrichter verteilte etliche gelbe und rote Karten. Besonders viel einstecken musste Stavros A. (34). Der frühere Vertragsamateur von 96, der irgendwann auf die schiefe Bahn geraten war, ist in seiner Klasse immer noch einer der Besten – und muss sich deshalb immer besonders vieler Attacken erwehren. Als A. in der 88. Minute erneut gefoult wurde, verloren er und zwei Mitspieler die Fassung. Der 34-Jährige hieb mit einem Stollenschuh auf den Kopf eines Ayyildiz-Kickers ein, Mitspieler Özgür K. (34) benutzte seine Fäuste, und Muhammed O. (33) prügelte auf einen anderen Fußballer von Ayyildiz ein.

Das Sportgericht hatte gegen die drei unbeherrschten Spieler schon vorab je zwei Monate Sperre verhängt, außerdem mussten sie je 50 Euro Geldstrafe zahlen. Auch ihr Verein Iraklis Hellas wurde mit 100 Euro zur Kasse gebeten. Aufgrund des gestrigen Einstellungsbeschlusses des Amtsgerichts wird es für die Altherren-Sportler nun noch deutlich teurer: Stavros A. muss seinem Opfer 500 Euro überweisen, Özgür K. dem gleichen Ayyildiz-Kicker 200 Euro und Muhammed O. 300 Euro an einen anderen Gegenspieler.

Griff an die Kehle

Die zweite Spiel, das entgleiste, war die Altherren-Kreisliga-Partie von Iraklis Hellas gegen Germania Grasdorf im September 2016. Kurz vor Spielschluss hatten die Grasdorfer das vorentscheidende 5:3 erzielt – ein strittiges Tor, das bei Stavros A. und Muhammed O. die Sicherungen durchbrennen ließ. A. baute sich vor dem Schiedsrichter auf und bedrohte ihn mit den Worten: „Wenn ich dich sehe, steche ich dich ab.“ Sein Mitspieler O. wurde gegen einen Zuschauer, der ebenfalls als Schiedsrichter tätig ist und seinem Kollegen zur Hilfe eilte, handgreiflich. Im Zuge eines Gerangels packte er den 18-Jährigen mit der Hand so heftig an den Kehlkopf, das dieser Schluckbeschwerden bekam und einen Arzt aufsuchen musste. Das Sportgericht sperrte A. ein ganzes Jahr, O. ein halbes.

„Der Breitensport nimmt aufgrund solcher Übergriffe erheblichen Schaden“, sagte der Richter zu den Angeklagten, die sich für die Attacken entschuldigt hatten. Von Sportsgeist, so Römermann, sei bei solch undiszipliniertem Verhalten rein gar nichts mehr zu spüren.     

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Die Debatte wurde beendet
Die Debatte zu diesem Artikel ist beendet. Auf HAZ.de können Sie die Themen des Tages diskutieren – hier finden Sie die aktuellen und vergangenen Themen im Überblick.
Mehr Aus der Stadt
Es war einmal in Hannover. Aber wo?

Auf in eine neue Runde: Sie kennen sich in Hannover aus? Zeigen Sie es! Schauen Sie sich die historischen Stadtansichten an, und erraten Sie, wo die Aufnahmen gemacht wurden. Direkt hinter dem historischen Foto sehen Sie die Auflösung – in Form eines aktuellen Vergleichsbildes.

Anfang Juli heiratete Ernst August Erbprinz von Hannover Ekaterina Malysheva. Auf unserer Themenseite finden Sie Bilder, Videos und Berichte zur Promi-Hochzeit des Jahres in Hannover.

Schüsse lösen sich aus Maschinenpistolen der Polizei

Zwei Mal haben sich in dieser Woche Schüsse aus Maschinenpistolen von Polizisten gelöst, die auf den Weihnachtsmärkten für Sicherheit sorgen sollen. Verletzt wurde niemand.