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Aus der Stadt Drei Jahre Haft für Angriff mit Fleischgabel
Hannover Aus der Stadt Drei Jahre Haft für Angriff mit Fleischgabel
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00:16 22.08.2016
Quelle: dpa (Symbolbild)
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Hannover

Das Schwurgericht unter dem Vorsitz von Richter Wolfgang Rosenbusch sah es als erwiesen an, dass Jewan A. seinen Bekannten zwar nicht töten wollte, aber eine Verletzung in kauf genommen hat. Ein Zinken der Gabel war damals in der Lunge des Opfers stecken geblieben und abgebrochen. Der 38-Jährige konnte nur durch eine Notoperation gerettet werden. Daher hatte das Gericht die Tat zu Beginn des Prozesses noch als versuchten Totschlag gewertet.

Mit dem Urteil liegt die Kammer ein Jahr über dem Höchstmaß, das A.s Verteidiger, Rechtsanwalt Holger Nitz, gefordert hatte. Nitz sagte in seinem Plädoyer, sein Mandant habe zwar nicht aus Notwehr gehandelt, sich aber über seine Tat selbst erschrocken. Ein Streit um 20 Euro soll der Attacke vorausgegangen sein, die Wirt und Gäste eines griechischen Restaurants in Kirchrode an jenem Abend beobachteten. Nach Auffassung des Gerichts kam das spätere Opfer mit einem Bekannten zur Wohnung von A. Dieser öffnete, bekleidet mit einem Unterhemd, Badeschlappen und der Fleischgabel, die er vorher in den Hosenbund gesteckt haben soll.

Im Verlauf der Auseinandersetzung verpasste ihm der 38-jährige Besucher eine Kopfnuss. A., der zum Tatzeitpunkt alkoholisiert war, sah sich nach Aussage des Anwalts bedroht und fuchtelte mit der Fleischgabel in Richtung seines Kontrahenten. „Allerdings ohne die Absicht, ihn zu treffen“, sagte Nitz. Das versicherte auch A. noch einmal vor der Urteilsverkündung: „Ich wollte ihn nicht töten. Wir waren doch Freunde.“ Nach dem Angriff sollen sie zumindest einträchtig nebeneinander in der Gaststätte auf die Polizei gewartet haben.

Das Gericht sah vom Vorwurf des versuchten Totschlags ab, bewertete die Attacke jedoch als gefährliche Körperverletzung. Neben der Haftstrafe muss der Verurteilte dem Opfer 5000 Euro Schmerzensgeld zahlen und für Folgekosten im Zusammenhang mit der Verletzung aufkommen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, Sollte A. binnen einer Woche keinen Einspruch einlegen, muss er ins Gefängnis.

Von Isabel Christian

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