Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Leiter der Santander-Filiale muss mehrere Jahre in Haft
Hannover Aus der Stadt Leiter der Santander-Filiale muss mehrere Jahre in Haft
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:15 17.06.2017
 Im Vordergrund die Verteidiger von Nicolas F., Matthias Waldraff (links) und Pascal Ackermann (rechts). Quelle: Michael Zgoll
Anzeige
Hannover

Nicolas F., 32, ehemaliger Leiter einer Santander-Bank-Filiale an der Vahrenwalder Straße, ist am Mittwoch wegen eines Bankraubs verurteilt worden. Das Besondere: F. hatte an einem Überfall auf seine eigene Filiale mitgewirkt. Die 18. Große Strafkammer am Landgericht Hannover erkannte auf einen minder schweren Fall und ein Strafmaß von drei Jahren und fünf Monaten.

F.s Kompagnon Ehsan J., ebenfalls 32, wurde zu einer fünf Monate längeren Freiheitsstrafe verurteilt. Außerdem ordnete die Kammer die Unterbringung des kokain- und alkoholabhängigen J. in einer Entziehungsanstalt an.

Zur Galerie
Der Angeklagte Nicolas F. sitzt auf der Anklagebank im Landgericht in Hannover.

Der Vorsitzende Richter Volker Löhr sprach von einem „ungewöhnlichen Fall“. Dass die Strafen verhältnismäßig moderat ausfielen, begründete er mit zwei Geständnissen von erheblichem Wert sowie der Wiedergutmachung des Schadens von 367 500 Euro. Auch wiesen beide Täter keine Vorstrafen auf. Oberstaatsanwalt Frank Weissenborn hatte zuvor für die eng befreundeten Bankräuber Haftstrafen von vier Jahren und neun Monaten sowie vier Jahren und sechs Monaten gefordert.

Die vier Verteidiger sprachen sich für ein geringeres Strafmaß aus. Am Mittwoch zeigten sich alle Seiten mit der Entscheidung der Kammer einverstanden und verzichteten darauf, Rechtsmittel einzulegen. Damit ist das Urteil rechtskräftig.

Richter Löhr sprach davon, dass der Filialleiter ein intelligenter Mann sei, der sein gutbürgerliches Leben bis zum Überfall bestens organisiert und es zu gewissem Wohlstand gebracht hatte. Nach eigenem Bekunden beteiligte sich F. an dem Bankraub, damit sein Freund Drogenschulden von gut 20 000 Euro begleichen konnte. Bereits früh im Prozess hatte der Bankkaufmann bekundet, sein Vermögen – darunter Eigentumswohnungen und Luxusautos – für die Schadenswiedergutmachung herzugeben.

Sein Freund J. hatte von der Beute 317 500 Euro bekommen, kann nun aber nur noch 89 500 Euro zurückzahlen – den Rest verwendete er zur Schuldentilgung und verprasste ihn binnen fünf Monaten. Filialleiter F., der von der Beute des Raubs lediglich 50 000 Euro kassierte, will nun für die verbleibenden 278 000 Euro geradestehen.

Das Gericht ging davon aus, dass es sich bei den Waffen, die bei dem Überfall eingesetzt wurden, nur um eine ungeladene Gaspistole und eine Handgranatenattrappe handelte. Ob es noch einen dritten Täter gab, war laut Urteil „nicht feststellbar“. So hatten die Ermittler lange Zeit einen zweiten Bankmitarbeiter als Mittäter verdächtigt; dieses Verfahren wurde jedoch eingestellt.     

Michael Zgoll

Der Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) wirft der Unternehmensgruppe Papenburg vor, in Misburg einen Lebensraum der geschützten Zauneidechsen zerstört zu haben.

Bernd Haase 17.06.2017
Aus der Stadt DNA-Spuren führen nach Hannover - Gibt es eine Wende bei den Göhrde-Morden?

Vor 28 Jahren wurden zwei Paare in Göhrde in der Lüneburger Heide ermordet, der Fall ist bis heute ungeklärt. Doch jetzt führen DNA-Spuren nach Hannover - ausgerechnet zu einem weiteren Mord.

14.06.2017
Aus der Stadt Streit um falsche Baugenehmigung - Praxis verlässt die Eilenriedeklinik

Der Streit um eine fehlende Baugenehmigung hat erste Auswirkungen auf die Belegung der Eilenriedeklinik: Die Gelenkchirurgie Orthopädie Hannover verlässt den Standort. Die Stadt hatte jüngst die Schließung der Eilenriedeklinik angedroht – wegen fehlender baurechtlicher Genehmigungen.

Mathias Klein 14.06.2017
Anzeige