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Kein Schmerzensgeld nach Stuhlwegziehen

Urteil am Amtsgericht Kein Schmerzensgeld nach Stuhlwegziehen

Für einen Schülerstreich mit bösen Folgen muss ein Jugendlicher kein Schmerzensgeld an seinen ehemaligen Mitschüler zahlen. Das entschied das Amtsgericht Hannover am Dienstag. Der heute 17-Jährige hatte in der neunten Klasse seinem Sitznachbarn den Stuhl weggezogen.

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Hannover. Das Amtsgericht hat am Dienstag die Klage eines Realschülers aus Hannover abgewiesen, der 1400 Euro Schmerzensgeld von einem Klassenkameraden gefordert hatte. Der heute 17-Jährige hatte dem Kläger im März 2013 kurz vor dem Unterricht den Stuhl weggezogen, als dieser sich hinsetzen wollte. Der Streich war nicht nur nicht witzig, er hatte auch üble Folgen: Der damals 15-Jährige stürzte auf sein Steißbein und schlug mit dem Kopf auf dem Boden auf.

Da der Neuntklässler an der Bluterkrankheit leidet, musste er wegen der erlittenen Prellungen und Blutergüsse drei Tage lang in der Medizinischen Hochschule in Hannover beobachtet werden. Das hatte auch Konsequenzen für die Urlaubsplanung der Familie – sie musste eine geplante Fahrt nach Süddeutschland daraufhin absagen. Als Ausgleich für die erlittenen Schmerzen und die ausgefallene zweiwöchige Reise forderte er nun 1400 Euro.

Diese Forderung lehnte Richterin Catharina Schwind jedoch ab. Die Schule sei ein besonderer Raum, für den eine Haftungsprivilegierung gelte. Der Gesetzgeber wisse, dass Kinder und Jugendliche auch einmal Fehler machten und wolle sie dafür nicht immer bestrafen. Kinder müssen für Neckereien untereinander im Klassenzimmer in der Regel nicht haften. Nur, wenn man dem beschuldigten Schüler bei Tat und Folgen Vorsatz nachweisen könne, habe eine Zivilklage Aussicht auf Erfolg.

Zwar hatte der Neuntklässler den Stuhl absichtlich weggezogen. Über die Folgen jedoch war er selbst sehr erschrocken. Er brachte den 15-Jährigen damals sofort in den Sanitätsraum der Schule und entschuldigte sich mehrfach. „Das war ein tragischer Unfall“, sagte Schwind. Ein Anspruch auf Schmerzensgeld bestehe daher nicht. „Das ist kein Freifahrtschein, dass man sich in der Schule prügeln darf“, betonte Richterin Schwind dennoch.

Dem Anwalt des Klägers, Thomas Kräft, reichte diese Begründung jedoch nicht. Sein Mandant, der genau wie der Beschuldigte gestern nicht zu dem Termin am Amtsgericht erschien, habe so starke Schmerzen gehabt, dass er lange Zeit nur stehen und liegen konnte. Zudem habe der Schüler von der Krankheit seines Mandanten gewusst und ihm dennoch absichtlich den Stuhl weggezogen. Kräft kündigte Berufung an.

 

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