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VW-Fahrer verklagt Händler wegen "Dieselgate"

Gericht VW-Fahrer verklagt Händler wegen "Dieselgate"

Ein Kunde verklagt einen Langenhagener Gebrauchtwagenhändler und fordert den Umbau seines Tiguan. Sein Auto soll die in der EWG-Übereinstimmungsbescheinigung angegebenen Stickoxid-Werte einhalten. Eine angebotene Rücknahme des Wagens lehnte der Kläger ab. Das Urteil wird in sechs Wochen erwartet.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Hannover. Ein VW-Besitzer aus Langenhagen hat den Gebrauchtwagenhändler verklagt, bei dem er im April 2015 einen schwarzen Tiguan mit einem 2-Liter-Dieselmotor gekauft hatte. Er möchte, dass ihm der Isernhagener Betrieb sein 140-PS-Aggregat so umbaut, dass sein Auto die in der EWG-Übereinstimmungsbescheinigung angegebenen Stickoxid-Werte einhält – ohne Schummelsoftware, die die Abgasreinigung nur unter speziellen Bedingungen aktiviert. Der Händler bot dem Kunden an, den Wagen zurückzunehmen, zum Kaufpreis minus eines Abschlags für die seit April gefahrenen Kilometer. Doch der Langenhagener lehnte ab: Er besteht auf einer Nachbesserung seines Motors. Das Urteil der 11. Zivilkammer des Landgerichts Hannover wird in sechs Wochen erwartet.

Der Käufer hatte für seinen Tiguan 14.650 Euro bezahlt, der Tacho zeigte damals knapp 114.000 Kilometer an. Kurz nachdem der Abgasskandal ruchbar geworden war, wandte sich der Mann an seinen Gebrauchtwagenhändler und forderte ihn auf, den Wagen so umzurüsten, dass dieser nicht mehr als die im Datenblatt vermerkten Emissionen in die Luft bläst. Der Geschäftsmann verwies darauf, dass er persönlich bei der Regulierung des Schadens machtlos sei. Er bot dem Kunden an, den Tiguan auf Kulanzbasis zurückzunehmen – vergeblich.

Zivilrichterin Doris Schrader hatte jüngst im Internet die Fahrgestellnummer des betroffenen Wagens eingegeben. Die Botschaft des VW-Konzerns sei, so erklärte sie den streitenden Parteien, dass er technische Mittel gefunden habe, die Motorenmanipulation rückgängig zu machen. Eine Rückrufaktion für das Modell Tiguan ist allerdings noch nicht gestartet, und der Kläger hat offenbar auch noch keine entsprechende Benachrichtigung bekommen.

Es gehe seinem Mandanten nicht um eine Kulanzregelung „ohne Anerkennung einer Rechtspflicht“, so der Klägeranwalt, sondern um einen gerichtlich festgestellten Anspruch auf Nachbesserung. Damit könnte er dann auch darauf beharren, dass die versprochenen Verbrauchswerte eingehalten werden.

„Wir verstehen nicht, warum sich der Kunde nicht an den Hersteller wendet“, sagte Händler-Anwalt Thomas Schulz. Nur VW selbst könne den manipulierten Dieselmotor umrüsten, sein Mandant sicher nicht. Natürlich sei der Händler kein Konstrukteur, bestätigte Richterin Schrader, nichtsdestotrotz habe er rechtliche Verpflichtungen. Wenn man einen Rechtstitel habe, so der Anwalt des Kunden, werde man eventuell einen Gerichtsvollzieher mit einer Zwangsvollstreckung beauftragen. Die Frage, was dies in der Praxis bedeuten könnte, blieb ungeklärt - will der Tiguan-Besitzer über seinen Händler eine Reparatur jenseits der modellabhängigen Rückruf-Zyklen erzwingen? Oder will er einen höheren Schadensersatz herausholen?

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