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VW-Tochter testet modernes Sammeltaxi in Hannover

Moia VW-Tochter testet modernes Sammeltaxi in Hannover

In Hannover wird sich eine Weltpremiere abspielen: Ab Oktober können 3500 ausgewählte Nutzer VW-Busse per App bestellen und sich von der Volkswagen-Tochter Moia zum gewünschten Ziel in der Stadt fahren lassen. Ein Computer berechnet die Route. Doch für das Angebot gibt es Einschränkungen.

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Bestellen per Smartphone-App: Beim sogenannten Ridepooling können Fahrgäste auch unterwegs zusteigen. Foto: Moia

Quelle: David Ulrich/photo&retouch

Hannover. Hannover wird zum Testfeld für ein neues Geschäftsmodell des VW-Konzerns. Die Tochtergesellschaft Moia will hier ab Anfang Oktober ihr Ridepooling-Angebot testen. Dabei handelt es sich um ein modernes Sammeltaxi: Nutzer geben ihr Fahrtziel in einer Smartphone-App an, werden dann von einem Fahrer abgeholt und an ihr Ziel gebracht. Anders als bei einem Taxi können unterwegs weitere Fahrgäste zusteigen. Hannover ist weltweit die erste Stadt, in der Moia aktiv wird.

Wer ist Moia?

VW hat Moia Ende 2016 gegründet. Die Tochtergesellschaft sitzt in Berlin und soll bis 2025 „einer der weltweit führenden Mobilitätsdienstleister“ werden. VW reagiert damit auf den Vormarsch von Unternehmen wie Uber oder Lyft. Diese vermitteln per App Fahrten in den Autos selbstständiger Fahrer.

Was plant Moia in Hannover?

Von der ersten Oktoberwoche an will Moia 20 VW-Busse durch Hannover fahren lassen. Die Fahrer sind bei VW angestellt, statt selbstständig wie bei Uber. Moia möchte in Hannover Erfahrungen sammeln, bevor es seinen Ridepooling-Dienst kommerziell anbietet. Der Test soll „mehrere Monate“ dauern.

Wie funktioniert Ridepooling?

Wenn mehrere Personen per Smartphone-App einen Moia-Bus bestellen, kombiniert eine Software deren Wünsche und berechnet eine Kompromiss-Route. Die Busse sollen bis zu vier Passagiere mitnehmen, ohne allzu große Umwege zu fahren. „Wir wollen Menschen in der Stadt preislich attraktiv und ohne Umsteigen von A nach B bringen. Stressfrei, ohne Parkplatzsuche und ohne Gedränge“, verspricht Moia.

Was kostet der Dienst?

In Hannover sind es nur 6 Cent pro Kilometer und Person. Das deckt nicht einmal die Betriebskosten. Moia verlangt so wenig Geld, weil der Dienst dadurch von der Stadt nicht genehmigt werden muss. Im späteren Praxisbetrieb soll der Moia-Dienst teurer sein als Bus und Bahn, aber günstiger als ein Taxi.

Entlastet Moia den Verkehr?

Einer Studie der US-Uni MIT zufolge könnten 3000 App-gesteuerte Sammeltaxis alle 13.000 klassischen Taxis in New York ersetzen. Auch der Berliner Verkehrsforscher Andreas Knie geht davon aus, dass Ridepooling den Verkehr „erheblich entlasten“ kann. Idealerweise sollten aber die schon vorhandenen Fahrzeuge genutzt werden statt zusätzliche wie bei Moia, betont er. Die Stadtverwaltung teilte auf Anfrage mit, dass man sich freue, dass Hannover „eines der ersten Testfelder für diese neue Form des Fahrzeugsharings wird“. Man sei gespannt auf die Akzeptanz durch die Nutzer „und die damit verbundene langfristige Option auf den Verzicht auf das eigene Auto“.

Macht Moia damit VW Konkurrenz?

Wenn Angebote wie Carsharing und Ridepooling stärker genutzt werden, brauchen theoretisch immer weniger Menschen ein eigenes Auto, und der Absatz von VW könnte leiden. Sicher ist das jedoch nicht: Intensiv genutzte Autos müssen früher ersetzt werden. Außerdem werden sich auch in Zukunft viele Menschen für bestimmte Fahrten ein eigenes Auto wünschen, zum Beispiel zum Einkaufen oder für Urlaube.

Wie geht es nach dem Test weiter?

Ob Moia nach dem Test in Hannover aktiv bleibt, ist noch nicht entschieden. In Hamburg will das Unternehmen ab 2018 rund 200 Elektrobusse auf die Straßen schicken. Dort soll jedermann mitfahren dürfen.

3500 Teilnehmer können Moia in der Pilotphase nutzen

In Hannover arbeitet Moia während des Pilotprojekts mit einer „geschlossenen Testgruppe“. Mitmachen dürfen 3500 Auserwählte, darunter Studenten der Leibniz-Universität und Mitarbeiter von Partnerfirmen. Die VW-Busse fahren während des Testzeitraums nur innerhalb eines bestimmten Gebiets. Dieses ist etwas kleiner als das Stadtgebiet Hannovers. Die räumliche Begrenzung soll offenbar das Management des Projekts erleichtern.

Im Nordwesten der Stadt ist zwar der Stadtteil Stöcken ausgenommen – aber das Werksgelände von VW-Nutzfahrzeuge und die Zufahrt über die Mecklenheidestraße sind im Testgebiet eingeschlossen. Im Südwesten ist ausgerechnet das hochtechnisierte Neubaugebiet In der Rehre (Wettbergen) ausgeklammert, im Süden fehlen Döhren, Wülfel und Mittelfeld, im Osten Misburg-Anderten, im Süden der Bezirk Kirchrode-Bemerode-Wülferode.

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