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Soldaten statten Sportler mit Kleidung aus

Olympische Sommerspiele Soldaten statten Sportler mit Kleidung aus

Soldaten räumen Turnschuhe in Regale, Reservisten verstauen Kapuzenpullis, Regencapes und Bermudashorts geordnet nach Größe für Männer und für Frauen in verschiedene Schränke. Auf dem Gelände der Emmich-Cambrai-Kaserne in Vahrenwald dreht sich in diesen Tagen alles um Mode und um Sport.

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Emmich-Cambrai-Kaserne: Die Teilnehmer der Olympischen Spiele werden in diesem Jahr zentral in Hannover eingekleidet. Die Bundeswehr hat sogar Reservisten einberufen, um das logistisch zu wuppen. 

Quelle: Katrin Kutter

Hannover. Die Schule für Feldjäger und Stabsdienst auf dem Areal an der Vahrenwalder Straße hat in diesem Jahr die Aufgabe übernommen, alle deutschen Olympiateilnehmer mit der offiziellen Kleidung für die Sommerspiele auszustatten. Die ersten Athleten werden die insgesamt 69 Teile der Einmarsch-, Präsentations- und Reisekleidung am 4. Juli in einer Turnhalle auf dem Kasernengelände in Empfang nehmen.

Noch stehen nicht alle Athleten fest, die in Rio de Janeiro um Gold-, Silber- und Bronzemedaillen kämpfen werden. Nach Angaben des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) wird die Delegation aus etwa 850 Teilnehmern bestehen - rund 460 Athleten, etwa 340 Trainer und Betreuer sowie 50 Teilnehmer des Deutschen Olympischen Jugendlagers. Sie alle müssen vor dem Trip in Richtung Südamerika erst nach Hannover reisen, um sich auf dem Kasernengelände einkleiden zu lassen. „Schon jetzt freuen wir uns auf Diskuswerfer Robert Harting und die Handball-Nationalmannschaft, die sind ja bereits qualifiziert“, sagt Thomas Erdmann. Der Oberstleutnant ist der Projektbeauftragte für die Ausstattung der Olympioniken. Gemeinsam mit 20 anderen Berufssoldaten und 22 Reservisten ist er seit Monaten ausschließlich mit dieser Aufgabe befasst. „Das ist ein Fulltime-Job“, sagt er. Zwei Tage lang rollten die Lastwagen auf das Gelände, bis unter die Decke gefüllt mit Kartons aus dem fränkischen Herzogenaurach. Dort hat der Hauptausrüster der Sportler, die Firma Adidas, seinen Hauptsitz. Die Soldaten luden die Lieferung ab und überprüften sie auf Vollständigkeit. „Dazu mussten wir uns einen Gabelstapler ausleihen, sonst hätten wir das nicht bewältigen können“, sagt der Oberstleutnant.

Anschließend wurden die Kleidungsstücke in die Sporthalle gebracht, wo sie ordentlich sortiert werden. An der Decke des Gebäudes hängen die Nationalflaggen der 20 Länder, die bei den letzten Olympischen Spielen die meisten Medaillen abgeräumt hatten. Die Wände zieren unter anderem Plakate, auf denen Topmodel Lena Gercke zu sehen ist. Sie hatte die Olympia-Kleidung bei der offiziellen Vorstellung in Düsseldorf präsentiert.

Doch die Sportler müssen in der Bundeswehrturnhalle noch eine Menge weiterer Dinge erledigen. Jeder einzelne muss sich in der offiziellen Ausrüstung fotografieren lassen. Die Athleten müssen sich bereits in Hannover für das Deutsche Haus, ein eigens eingerichteter Treffpunkt für Delegation und Medienvertreter während der Olympischen Spiele in Rio, akkreditieren. Zudem müssen alle Teilnehmer 300 Autogrammkarten unterschreiben. Sie werden von Rio aus als Dank an die Sponsoren geschickt. „Wir rechnen damit, dass jeder Athlet rund zwei Stunden mit dem Einkleiden verbringen wird“, sagt Reinhard Peter vom DOSB. Er ist einer von derzeit drei Helfern, die vor Ort die Bundeswehr unterstützen.

Doch mit dem Entzünden des olympischen Feuers in Rio und dem offiziellen Beginn der Wettkämpfe ist die Arbeit in der Emmich-Cambrai-Kaserne noch lange nicht getan. Dann rollen neue Lastwagen mit Kleidungsstücken auf das Gelände, die entladen und sortiert werden wollen. „Wir helfen selbstverständlich auch bei der Einkleidung des deutschen Teams der Paralympics - das werden dann noch mal rund 300 bis 400 Sportler sein“, sagt Erdmann.

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