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Aus der Stadt Vater misslingt Drogenschmuggel in Socken in JVA
Hannover Aus der Stadt Vater misslingt Drogenschmuggel in Socken in JVA
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00:16 21.04.2017
Von Michael Zgoll
Wirkte zerknirscht: Der 70-jährige Rentner Lech R.  Quelle: Tim Schaarschmidt
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Hannover

Dass jemand mit 70 Jahren zum ersten Mal in seinem Leben vor Gericht steht und dann gleich zu einer Haftstrafe verurteilt wird, passiert nicht alle Tage. Doch die Vaterliebe von Lech R. ging so weit, dass er Drogen in die Justizvollzugsanstalt (JVA) Hannover schmuggeln und sie seinem Sohn zustecken wollte. Das gab der Rentner am Dienstag vor einem Schöffengericht am Amtsgericht zwar nicht zu, wahrscheinlich um seinen drogensüchtigen, bis vor Kurzem wegen Diebstahls und Betrugs einsitzenden Sohn nicht zu belasten. „Aber wir können uns das schon denken“, meinte der Vorsitzende Richter Koray Freudenberg.

Bewährungsstrafe von anderthalb Jahren

Verurteilt wurde Lech R. wegen unerlaubten Besitzes von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge zu einer Bewährungsstrafe von anderthalb Jahren. Damit ging das Gericht noch um zwei Monate über den Antrag der Staatsanwaltschaft hinaus; Verteidiger Dimitrios Kotios hatte gemeint, ein Jahr Haft auf Bewährung reiche aus. Zusätzlich muss der 70-Jährige eine Geldstrafe von 500 Euro zahlen.

R. war im März 2016 in die JVA an der Schulenburger Landstraße gekommen. Besucher werden dort mit Röntgengerät und Metalldetektoren überprüft, auch ihre Kleidungsstücke nehmen die Justizwachtmeister unter die Lupe. Bei dieser Kontrolle fielen einem Beamten zwei Ausbeulungen in den Socken des Rentners auf. Zutage gefördert wurden drei Beutel mit 9,83 Gramm Heroin, 8,09 Gramm Marihuana und 4,85 Gramm Kokain.

Schmuggelversuch früh aufgefallen

Vermutlich wollte der Vater seinem damals 34-jährigen Sohn, der eine Haftstrafe von zehn Monaten absitzen musste, die Drogen nahe einem der Besuchertische zuschanzen. „Ein Handschlag und eine Umarmung bei der Begrüßung sind durchaus zulässig“, erklärte ein Justizwachtmeister im Zeugenstand. Der Besucherraum wird von Kameras überwacht, ein Beamter kontrolliert die Aufnahmen. Mit der Frage, ob der Vater hier eine echte Chance gehabt hätte, seinem Sohn die Drogen zuzustecken, musste sich das Gericht nicht beschäftigen - schließlich war der Schmuggelversuch schon vorher aufgeflogen.

Niedergeschlagener Eindruck

Der 70-jährige Angeklagte mit deutscher und polnischer Staatsbürgerschaft machte in der Verhandlung einen sehr niedergeschlagenen Eindruck, entschuldigte sich auch für seine Tat. Nähere Angaben, ob er von seinem Sohn angestiftet worden war und wo er Heroin, Kokain sowie Marihuana gekauft hatte, wollte der Misburger aber nicht machen.

Die Staatsanwältin hatte darauf hingewiesen, dass der Rauschgiftschmuggel in ein Gefängnis besonders verwerflich ist. Dort säßen viele Drogenabhängige, die entwöhnt werden sollen; abgesehen davon könne man in Haftanstalten mit dem Verkauf von Drogen hohe Gewinne erzielen. Richter Freudenberg gab R. eine Warnung auf den Weg: Sollte er nochmals Drogen in eine JVA schaffen wollen, müsse er damit rechnen, seine 18-monatige Haftstrafe absitzen zu müssen.

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