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Aus der Stadt Der Pavillon ist wieder da!
Hannover Aus der Stadt Der Pavillon ist wieder da!
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00:15 23.01.2014
Von Juliane Kaune
Der Pavillon ist für 14,9 Millionen Euro komplett saniert und modernisiert worden und hat dabei sein typisches Erscheinungsbild behalten. Quelle: Rainer Surrey
Hannover

Alles ist pünktlich fertig geworden. Bis auf den Platz mit der Nummer 11. Einer der 683 neuen Holzsitze ist noch nicht ordentlich montiert. Doch das ist keine Nachlässigkeit der Handwerker. Bei dem Möbelstück im großen Veranstaltungssaal des Raschplatz-Pavillons sind mit voller Absicht die Schrauben locker. Schließlich will der Oberbürgermeister auch noch etwas zu tun haben. So greift Stefan Schostok wie verabredet zum Werkzeug und sorgt für den nötigen Halt. Mit dieser Amtshandlung ist es offiziell: Der ein Jahr währende Umbau des Pavillons ist beendet.

Viele haben es nicht für möglich gehalten, doch es hat geklappt. Termingerecht ist die Generalüberholung des Veranstaltungs- und Kulturzentrums über die Bühne gegangen. „Das war eine Punktlandung“, sagt Gerd Kespohl, zuständig für das Musikprogramm und seit 22 Jahren Angehöriger der Pavillon-Belegschaft. „Noch am Wochenende haben wir hier den letzten Baustaub weggekehrt.“ Damit der OB, Kulturdezernentin Marlis Drevermann und Sabine Tegtmeyer-Dette, ihre Kollegin aus dem Wirtschaftsressort, beim Eröffnungsrundgang keine schmutzigen Schuhe bekommen, wurde zuvor noch einmal gründlich geputzt.

Für 14,9 Millionen Euro ist das Kultur- und Veranstaltungszentrum komplett saniert und modernisiert worden und dabei hat es sein typisches Erscheinungsbild behalten.

Auch nach der umfangreichen Sanierung hat der Pavillon sein typisches Erscheinungsbild aus den siebziger Jahren behalten. „Er ist fast baugleich geblieben – nur viel schöner“, formuliert es Schostok. Fast 15 Millionen Euro, 2,5 Millionen mehr als anfangs veranschlagt, hat die Stadt Hannover dafür ausgeben. „Ein sensationelles Sanierungsprojekt“, wie SPD-Mann Schostok findet. Das sehen nicht alle so. Die CDU etwa hatte gefordert, den ursprünglich als Kaufhaus-Provisorium errichteten und später zum Kulturzentrum umgebauten Pavillon durch einen Neubau zu ersetzen – auch um Platz für ein weiteres Geschoss zu gewinnen.

Die Nutzer jedenfalls sind hochzufrieden mit dem Ergebnis der Umbauphase. „Als ich zum ersten Mal den neuen großen Saal gesehen habe, war das ein echter Aha-Effekt“, sagt Pavillon-Geschäftsführer Christoph Sure. Die Decken sind mit 8,50 Metern etwa doppelt so hoch wie früher. Auf den aktuell 683 Sitzplätzen haben rund 120 mehr Gäste Platz als bisher. Besonderer Clou: Mit einem Knopfdruck lässt sich die Zuschauertribüne vor- und zurückfahren. Bei Stehkonzerten oder Partys fasst der Raum nun rund 1200 Besucher, das sind 200 mehr als zuvor. Ebenfalls neu: Dank einer verbesserten Akustik können der große Saal und sein kleineres Pendant mit 440 Plätzen auch parallel bespielt werden. Sure und Pavillon-Geschäftsführerin Susanne Müller-Jantsch freuen sich zudem, dass nach der einjährigen Zwangspause bis auf einen Mitarbeiter wieder alle Angestellten im Pavillon anfangen. 28 Beschäftigte gehören zum Team.

Besonderen Grund zur Freude haben die Macher der Theaterwerkstatt: Beide Bühnen im Pavillon-Gebäude wurden erweitert und runderneuert. „Unsere räumlichen Kapazitäten haben sich nahezu verdoppelt“, sagt Sabine Trötschel vom Leitungsteam. Dies solle künftig auch für eine Kooperation mit weiteren freien Theatern genutzt werden, kündigt Kulturdezernentin Drevermann an. Die weiteren Nutzer des Pavillons – der Kreativverein Workshop, das Café „Mezzo“, die Oststadtbücherei und die Krabbelgruppe „Freche Rübe“ – haben in den umgestalteten Räumen ebenfalls ein sichtbar schöneres und komfortableres Zuhause bekommen.

Schon im Foyer ist der Unterschied zu früher erkennbar. Der Eingangsbereich ist größer, heller und wirkt einladender. Wie es dort während der Bauarbeiten ausgesehen hat, ist wirkungsvoll dokumentiert: Ein überdimensionales Foto zeigt ein heilloses Durcheinander aus losen Kabeln, Betonblöcken und Stahlstreben. „Als hätte eine Bombe eingeschlagen“, sagt Kespohl schmunzelnd. Auch die Wandlung der anderen Räume ist zu sehen: Im Foyer läuft noch bis Mitte März eine Diashow mit rund 250 Baustellenbildern, die der hannoversche Fotograf Thomas Langreder aufgenommen hat. Der binnen eines Jahres entstandene Fotofundus ist noch weitaus größer – auf den Auslöser gedrückt hat Langreder mehr als 4000 Mal.

Der Pavillon hat eine lange Phase der Sanierung und Modernisierung hinter sich. Der hannoversche Fotograf Thomas Langreder hat die Bauarbeiten begleitet. Seine Bilder sind nun im Foyer des Pavillons zu sehen.

Die erste Veranstaltung in den neuen Räumen, die Lesung „Diesseits von Eden“ mit Wladimir Kaminer am 21. Januar,  ist bereits ausverkauft. Richtig gefeiert wird die Wiedereröffnung dann am Sonnabend, 1. Februar, mit einem großen Konzert und anschließender Party. Gleich drei Bands treten ab 20 Uhr auf. Die Gruppe Evelyn Kryger kommt aus Hannover und spielt einen Mix aus Disko, Latin und Balkanmelodien. La Papa Verde mit Musikern aus Mexiko, Kolumbien, dem Iran und Deutschland versteht sich als „Partyband mit politischem Anspruch“. Aus sechs Nationen kommen die neun Mitglieder von Six Nations, die Reggae, Latin und Ska im Angebot haben. Der Eintritt beträgt 10 Euro. Der Vorverkauf für alle Veranstaltungen im Pavillon und in der Theaterwerkstatt hat begonnen.

www.pavillon-hannover.de.
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