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Aus der Stadt „Das Vergnügungsverbot ist nicht mehr zeitgemäß“
Hannover Aus der Stadt „Das Vergnügungsverbot ist nicht mehr zeitgemäß“
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07:12 25.03.2016
Von Conrad von Meding
Hält das Vergnügungsverbot am Karfreitag nicht mehr für zeitgemäß: Jürgen Steinecke, Geschäftsführer des Humanistischen Verbands Deutschlands (HVD).
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 Herr Steinecke, am Karfreitag sind Vergnügungen aus religiösen Gründen verboten. Die Humanisten vertreten ja eine weltliche Ethik – was sagen Sie dazu?

Ich habe bei Ihnen in der Zeitung gelesen, dass Landesbischof Ralf Meister appelliert, die Karfreitagsruhe nicht öffentlich zu diskutieren. Offenbar merken die Kirchen, dass die Akzeptanz gesellschaftlich schwindet. Und klar, wenn Sie mich als Humanisten fragen: Ich finde es nicht zeitgemäß, wenn der Staat an einem staatlich festgelegten Tag allen Bürgern vorschreibt, was sie privat in ihrer Freizeit zu unterlassen haben.

Was die Christen fordern, ist ja Respekt gegenüber ihrem höchsten Feiertag ...

Und diesen Respekt finde ich ganz wichtig. Niemand will ihn den Christen verwehren. Der Karfreitag ist im Grunde ja eigentlich ein trauriger Feiertag für die Christen, aus dem dann über Ostern eine frohe Botschaft entsteht. Wegen des Kreuzigungshintergrunds fände ich es pietätlos, in Nachbarschaft etwa einer christlichen Kirche öffentlich lautstark zu feiern. Aber bei der Frage des Karfreitags-Vergnügungsverbots geht es ja darum, ob Menschen etwa in einem Club oder einer Vereinsgaststätte feiern dürfen.

Landesbischof Meister sagt: Wer sich über den freien Arbeitstag freut, der solle dann aber auch die entsprechende Ruheregelung an dem Tag akzeptieren.

Genau das ist doch aber absurd. Wenn der Staat den Feiertag festlegt, dann ist es ein staatlicher Feiertag, der bundeseinheitlich für alle geregelt ist. Daran kann man nach einem aufgeklärten Verständnis dem Privatleben der Menschen keine Verhaltensauflagen machen. Ein Beispiel: Am Tag der Arbeit, der ja eine Verbeugung des Staates vor den Gewerkschaften ist, ist es ja auch nicht Freiberuflern verboten, in ihre Praxis oder Kanzlei zu gehen und dort Abrechnungen zu machen.

Wollen Sie gegen die Regelung vorgehen?

Unser Partnerverband in Hessen hat das im vergangenen Jahr versucht, ist aber gescheitert. Ich hoffe, dass der Gesetzgeber irgendwann von selbst ein Einsehen hat, dass da ein Anachronismus wirkt. Bitte verstehen Sie mich nicht falsch: Ich finde den Respekt gegenüber den Hochämtern der Religionsgemeinschaften wichtig und möchte niemanden daran hindern, an dem Tag nicht zu tanzen oder fröhliche Filme zu schauen. In Städten wie Hannover ist weniger als die Hälfte der Bevölkerung Mitglied in den christlichen Religionsgemeinschaften – da finde ich solch eine Regelung sehr überkommen.

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