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Streik: Verdi will Hannover lahmlegen

Öffentlicher Dienst Streik: Verdi will Hannover lahmlegen

Kommende Woche müssen sich die Hannoveraner auf Streiks im öffentlichen Dienst einstellen. Kitas bleiben geschlossen, Busse und Stadtbahnen stehen in den Depots, Kliniken der Region halten nur eine Notfallbesetzung bereit. Die Streiks sollen jeweils nur einen Tag dauern, aber jedes Mal viele Bereiche des öffentlichen Lebens betreffen.

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Der Streik soll auch die Üstra treffen.

Quelle: Archiv

Hannover. „Wir bereiten uns auf Warnstreiks vor. Und wir werden alle Kollegen aufrufen“, sagt Verdi-Sekretär Jan Orbach. Die Streiktermine werden drei Tage zuvor angekündigt, sodass etwa Kliniken rechtzeitig Notfallpläne entwickeln können. Ob während der Hannover Messe (vom 25. bis 29. April) Busse und Stadtbahnen stillstehen, lässt die Gewerkschaft offen. „Die Streiks könnten auch Messegäste treffen“, sagt Orbach. 

Hintergrund der Arbeitsniederlegungen ist der Tarifstreit im öffentlichen Dienst mit bereits zwei erfolglosen Verhandlungsrunden. Die Gewerkschaft Verdi fordert eine Lohnerhöhung von sechs Prozent, die Arbeitgeberverbände sind bisher bereit, einen Aufschlag von drei Prozent zu bezahlen, verteilt auf zwei Jahre. „Die Beschäftigten sind empört“, sagt Verdi-Sekretär Orbach. Letztlich hinke der öffentliche Dienst bei der Bezahlung der freien Wirtschaft hinterher. Vom Tisch ist aber die Forderung der Arbeitgeber, den Rotstift bei der Betriebsrente anzusetzen. Stattdessen sollen die Arbeitnehmer jetzt zusätzliche Beiträge zur betrieblichen Rentenkasse zahlen. Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 28. und 29. April angesetzt. Bis dahin bleiben noch viele Tage für mögliche Warnstreiks.

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In dieser Woche sieht Verdi nach Informationen der HAZ von Arbeitsniederlegungen ab. In den Betrieben soll es Diskussionsrunden und Informationsveranstaltungen geben. Dadurch werde aber keine Stadtbahn Verspätung haben oder ein Amt früher schließen, versichert Verdi-Sekretärin Stefanie Reich. Für heute um 16 Uhr hat Verdi eine Kundgebung auf dem Kröpcke, einen sogenannten Flashmob, anberaumt. „Rot gekleidete Mitarbeiter werden Plakate zeigen und ihre Position zur Tarifrunde verdeutlichen“, sagt Reich.

Ernst wird es erst in der kommenden Woche. Das kommunale Verkehrsunternehmen Üstra stellt sich darauf ein, dass tatsächlich kein Bus und keine Stadtbahn fahren wird, sollte Verdi zum Streik aufrufen. „Der Organisationsgrad liegt bei uns bei 90 Prozent. Ein Streik wird uns mit voller Wucht treffen“, sagt Üstra-Sprecher Udo Iwannek. Da mache es keinen Sinn, Stadtbahnen alle zwei Stunden fahren zu lassen. „Unsere Fahrgäste müssen leider auf andere Verkehrsmittel ausweichen“, sagt Iwannek. Die Aussicht, dass Verdi möglicherweise auch zur Messezeit zu Streiks ermuntert, will der Üstra-Sprecher nicht kommentieren.

Im Klinikum Region Hannover wartet man jetzt auf die konkreten Streiktermine. „Die die bestreikten Klinikstandorte werden uns zuvor mitgeteilt, dann können wir Notfalldienstpläne aufstellen“, sagt eine Sprecherin. Auch die Stadt Hannover behält sich vor, Maßnahmen für den Notfall zu treffen, etwa für Kitas.

Ob es bei eintägigen Streiks bleibt, ist ungewiss. Bei Verdi hält man einen Kompromiss in der dritten Verhandlungsrunde zumindest nicht für ausgeschlossen.

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