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Verdi ruft für Donnerstag zum Warnstreik auf

Tarifkonflikt Verdi ruft für Donnerstag zum Warnstreik auf

Die Gewerkschaft Verdi ruft die Beschäftigten des Klinikums Hannover am Donnerstag, 21. April, zum Warnstreik auf. Während der Hannover-Messe sollen zudem am Dienstag, 26. April, der öffentliche Nahverkehr, die Müllabfuhr, Kitas sowie alle anderen öffentliche Bereiche in der Region Hannover die Arbeit niederlegen.

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Verdi will Hannover mit massiven Warnstreiks treffen.

Quelle: dpa (Symbolbild)

Hannover. Die Landeshauptstadt Hannover steht vor einer turbulenten Woche. Mitten in den Vorbereitungen für den Staatsbesuch von US-Präsident Barack Obama kündigt die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi massive Warnstreiks an, um ihre Forderungen in den Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst durchzusetzen. In einer ersten Welle sollen die Arbeitskampfmaßnahmen am Donnerstag die Krankenhäuser des Klinikums Region Hannover treffen.

Zu diesem Zeitpunkt laufen die Vorbereitungen für den Besuch des US-Präsidenten auf Hochtouren. Obama wird am Sonntag zur Eröffnung der Hannover Messe erwartet, deren Partnerland die USA in diesem Jahr sind. In der Stadt und darüber hinaus gibt es umfangreiche Sicherheitsvorkehrungen. Im hannoverschen Zooviertel, in Herrenhausen, am Messegelände und am Flughafen sowie in Isernhagen-Süd werden ganze Areale für die Öffentlichkeit zeitweise nicht zugänglich sein.

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Und wenn sich die Aufregung mit der Abreise am Montagnachmittag halbwegs gelegt haben wird, steht ein weiterer Streiktag von Verdi bevor. Für den Dienstag, 26. April, ruft die Gewerkschaft alle Beschäftigten der Kommunen und des Bundes zu Arbeitsniederlegungen auf. Der Nahverkehr der Üstra wird davon ebenso betroffen sein wie Kindertagesstätten, städtische Behörden, Schwimmbäder, Bibliotheken und Müllabfuhr. Die Elternschaft der städtischen Kitas äußert „völliges Unverständnis, warum nach den ausgedehnten Streiks im vergangenen Jahr die Tarifauseinandersetzung erneut auf dem Rücken der Kinder und Eltern ausgetragen wird“.

Bis zu 500.000 Üstra-Kunden betroffen

Die Üstra geht davon aus, dass sie an diesem Tag bestreikt wird – und bittet in diesem Fall, auf andere Verkehrsmittel auszuweichen. Da rund 90 Prozent der Mitarbeiter gewerkschaftlich organisiert sind, wird das Unternehmen den Verkehr von Stadtbahnen und Bussen voraussichtlich komplett einstellen. „Es wäre sinnlos, alle paar Stunden eine Bahn fahren zu lassen“, sagt Sprecher Udo Iwannek. Täglich nutzen rund 450.000 Kunden die Üstra, während der Messe 50.000 Fahrgäste mehr.

Die Deutsche Messe AG rechnet mit massiven Beeinträchtigungen für Aussteller und Besucher der Hannover Messe. „Wir reagieren mit großem Bedauern und Unverständnis. Fakt ist: Wenn die Üstra nicht fährt, haben die Aussteller und mehrere tausend Besucher Schwierigkeiten zum Messegelände zu kommen“, sagt Sprecher Hartwig von Saß. Zur Hannover Messe sind mehr als 5000 Aussteller aus aller Welt zu Gast. „Allein aus dem Partnerland USA sind 400 Unternehmen nach Hannover gekommen, um sich zu präsentieren.“ Für die gesamte Stadt Hannover sei der Warnstreik eine Herausforderung, betont von Saß. „Das Streikrecht ist ein hohes Gut. Aber wir müssen jetzt damit klarkommen.“

Die Messe AG hat sofort mit Vorbereitungen begonnen, um die Folgen des Warnstreiks abzufedern. Zur Cebit 2012, als ebenfalls ein Warnstreik lief, richtete sie einen Buspendelverkehr ein – und belebte die Aktion Roter Punkt. Autofahrer konnten mit einem Schild an der Windschutzscheibe signalisieren, dass sie Anhalter mitnehmen.

Weitere Behinderungen bei der Bahn

Nicht nur der Streik trifft Hannover und die Messe. Wie berichtet, sperrt die Deutsche Bahn ausgerechnet zum Messestart die Schnellstrecke Hannover–Göttingen–Kassel, weil dort Schotter ausgetauscht werden muss. Die Arbeiten sollen am kommenden Sonnabend beginnen und bis zum 9. Mai dauern.

Auch Berufspendler sind davon betroffen, etwa auf der S-Bahn-Linie 4 zwischen Hannover und Hildesheim. Der Verkehr auf der Linie wird nahezu komplett eingestellt. Nur morgens zwischen 7 und 9 Uhr und nachmittags zwischen 16 und 18 Uhr verkehren Züge zwischen dem Bahnhof Hannover-Messe-Laatzen und dem Hauptbahnhof Hildesheim.

Ein Trost bei all den Verkehrseinschränkungen: Der bundesweite Blitzermarathon am 21. April fällt in diesem Jahr aus. Innenminister Boris Pistorius hatte ohnehin Zweifel geäußert, ob diese eintägigen Geschwindigkeitskontrollen ein geeignetes Instrument sind, um Raser zu stoppen. Und angesichts der aufwendigen Maßnahmen für den Obama-Besuch wollte er jetzt nicht noch mehr Polizeikräfte binden.

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