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Verein will eine Zukunft fürs Ihme-Zentrum

Linden Verein will eine Zukunft fürs Ihme-Zentrum

In Hannover hat sich ein Verein "Zukunft für das Ihme-Zentrum" gegründet. Er will der Großimmobilie mit frischen Ideen ein neues Image geben: weg von der Betonruine, hin zu einem angesagten Wohn-, Arbeits- und Lebensort. Dem Verein gehören prominente Mitglieder an.

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Leuchtet es bald wieder wie ein hannoversches Wahrzeichen? Das Ihme-Zentrum in der Abenddämmerung.

Quelle: Ole Spata

Hannover. Der ehemalige Wirtschaftsdezernent Hans Mönninghoff zählt ebenso zu den Gründungsmitgliedern wie der Architekt Robert Marlow, Bezirksvorsitzender des Bunds Deutscher Architekten, und die Architektin Karin Kellner von der Vereinigung für Stadt-, Regional- und Landesplanung. Die langjährige Bürgermeisterin Ingrid Wagemann ist dabei und Jonas Jordan vom Netzwerkverein Civilia, der Architekt Gerd Runge hat ebenso mitgegründet wie Julia Bolzek von der Agentur Polymorphing, die den Autofreien Sonntag für die Stadt organisiert. Initiiert wurde der Verein von Unternehmensberater Constantin Alexander, der derzeit einen Film über das Ihme-Zentrum dreht und erfolgreich ehrenamtlich Führungen anbietet. Auch weitere Bewohner sind mit von der Partie.

Der Verein ist Anfang April gegründet worden und am Mittwochabend erstmals mit einer knappen Mitteilung an die Öffentlichkeit getreten. Man wolle für "eines der umstrittendsten Quartiere Norddeutschlands" neue Konzepte organisieren, denn das Ihme-Zentrum biete "ein riesiges Potenzial für eine lebenswerte Stadt", heißt es in der ersten Ankündigung. Zunächst gehe es darum, "den Austausch zwischen den Bewohnern, dem Großeigentümer und der Stadtgesellschaft zu verbessern". Nach HAZ-Informationen werden im Kreis der Initiatoren aber längst auch Nutzungsideen für eine Belebung sowie architektonische Ideen für ein Aufbrechen der Immobilienmasse am Ihme-Ufer diskutiert: Architekt Runge gilt als Verfechter der These, dass das Ihme-Zentrum allein wegen seiner Größe ein Problem im Grundriss der europäischen Stadt darstelle, aus der sich viele aktuelle Probleme ableiten ließen.  

Die Ende der Sechzigerjahre konzipierte Immobilie galt lange Zeit als moderner Wohn- und Arbeitsort. Mit dem Auszug der großen Geschäfte wie Huma oder Saturn aber wurde die Situation für die Gewerbeareale immer prekärer. Der Großteil der Wohnungen ist in der Hand Hunderter privater Eigentümer, der Gewerbebereich mit Büros und den überwiegend leerstehenden Handelsflächen aber, der 83 Prozent der Immobilie ausmacht, schliddert von einer Krise in die nächste. Derzeit ist das Berliner Unternehmen Intown Haupteigentümer dieser 83 Prozent, es hat die Anteile vor einem Jahr bei einer Zwangsversteigerung für 16,5 Millionen Euro erworben, bisher aber nicht konkret gesagt, wie es weitergehen soll.

Verschiedene Versuche, das Dilemma des Ihme-Zentrums in den Griff zu bekommen, sind gescheitert. Immer wieder hat es Runde Tische und Initiativen gegeben, zuletzt war auch die "Bürgerinitiative Linden/Ihme-Zentrum" kaum noch aktiv. Der neue Verein wagt jetzt einen frischen Anlauf, dem Großprojekt gegenüber vom Glockseepark neues Leben einzuhauchen. Im Mai will er bei einer Veranstaltung vorstellen, was er vorhat.

INFO

Den Link zum Verein finden Sie hier. 

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