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Aus der Stadt Mehr als 30 Sportvereine wollen Kunstrasenplätze
Hannover Aus der Stadt Mehr als 30 Sportvereine wollen Kunstrasenplätze
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00:17 29.11.2017
Alles nass: Der Platz beim VfL Eintracht war auch am Sonntag wegen des Dauerregens der vergangenen Woche nicht bespielbar. Er hat keine Drainage wie Kunstrasenplätze. Quelle: Philipp von Ditfurth
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Hannover

 Der feuchte Sommer und der Dauerregen im Herbst machen Hannovers  Sportvereinen zu schaffen. Sie mussten auch an diesem Wochenende wieder etliche Fußball-Pflichtspiele absagen, weil die Rasenflächen zu feucht sind. „Ich kann mich nicht erinnern, dass wir jemals vier Punktspiele im Verzug waren“, sagt Rolf Jägersberg, Vorsitzender des VfL Eintracht. Auch der Oststädter Sportverein (OSV) hat mit aufgeweichten Plätzen zu kämpfen. „Ganze Wochenenden sind ausgefallen“, sagt der stellvertretende OSV-Vorsitzende Nicolas Manke. Wenn trotzdem gespielt werde, nehme der Rasen dauerhaften Schaden. „Bereits im August sind viele Fußballspiele ausgefallen. Das hatten wir bisher noch nicht“, sagt Thorsten Schuschel, Vorsitzender des Spielausschusses für den Bereich Hannover und Umland beim Niedersächsischen Fußballverband (NFV).

Vereine können inzwischen selbst entscheiden, ob ihre Rasenfläche einem Punktspiel standhält. Zuvor musste eigens ein Schiedsrichter den Platz begehen und ein Gutachten abgeben. „Wenn sich die Grasnarbe wegtreten lässt, ist das ein sicheres Indiz, dass wir nicht spielen können“, sagt Manke vom OSV. 12 bis 15 Partien habe der Verein in dieser Saison insgesamt absagen müssen. 

Ohnehin sind die Kapazitäten des Bothfelder Vereins begrenzt. „Wir haben 22 Manschaften und nur einen Rasen- sowie einen Ascheplatz“, sagt Manke. Die hohe Nachfrage nach Mitgliedschaften könne man kaum befriedigen. Das Problem kennt auch der VfL Eintracht in der Südstadt. Bei zwei Rasenplätzen und einem Ascheplatz für rund 700 Mitgliedern in der Fußballsparte komme man an die Grenzen, sagt VfL-Chef Jägersberg. „Ich hoffe nicht, dass wir einen Aufnahmestopp verhängen müssen.“

Vor diesem Hintergrund wird der Ruf nach Kunstrasenplätzen immer lauter. Sie sind witterungsbeständig, halten wegen ihrer Drainagesysteme Dauerregen aus und können rund um die Uhr bespielt werden. Hannovers Stadtverwaltung will auf Antrag von SPD, Grünen und FDP ein Bauprogramm für Kunstrasenplätze auflegen. Ziel ist es, einen Platz für jeden der 13 Stadtbezirke zu bauen. „Etwas mehr als 30 Vereine haben Interesse an einem Kunstrasenplatz bekundet“, sagt Stadtsprecher Udo Möller. Derzeit erstelle die Verwaltung ein Konzept, in welcher Reihenfolge und mit welchen Prioritäten das Programm umzusetzen sei. Bis Jahresende soll das Konzept stehen. 

Am Ende dürfte es vor allem darum gehen, wer welche Kosten übernimmt. Denn Kunstrasenplätze sind teuer. „Wir haben schon ein Angebot eingeholt und kommen auf rund 550 000 Euro Investitionskosten“, sagt Manke vom OSV. Selbst wenn die Stadt die Hälfte der Summe übernähme, könnte der Verein mit seinen 550 Mitgliedern die Ausgabe nicht stemmen. 

Der Niedersächsische Fußballverband sieht jetzt die Stadt in der Pflicht. „Hannovers Sportplätze gehören überwiegend der Kommune und sind in einem schlechten Zustand“, sagt NFV-Vertreter Schuschel. Jahrelang habe die Stadt ihre Sportstätten stiefmütterlich behandelt. Wenn jetzt ein Kunstrasen-Programm gestartet werde, sei das gut investiertes Geld. „Aber es ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein“, meint Schuschel. Die Sportstätten sollten weiter ausgebaut werden.

Von Andreas Schinkel

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