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Aus der Stadt Vereine streiten weiter über Wasserflächen
Hannover Aus der Stadt Vereine streiten weiter über Wasserflächen
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00:15 26.07.2015
Von Andreas Schinkel
Wer darf wann trainieren? Der Streit unter den Schwimmvereinen spitzt sich zu. Quelle: Felix Schledding, Symbolbild
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Hannover

Andere Vereine mit deutlich weniger Mitgliedern bekämen wesentlich mehr Bahnenstunden. Der Kreisschwimmverband, zuständig für die Zuteilung von Wasserflächen, sieht dem drohenden Verfahren gelassen entgegen. „Wir werden nicht zulassen, dass ein einziger Verein alle anderen ausbremst“, sagt der Präsident des Kreisschwimmverbands, Michael Nölke. Die Vergabe von Bahnen erfolge streng nach den Kriterien der Deutschen Gesellschaft für das Bäderwesen. Zudem müsse der Ratsbeschluss beachtet werden, dass Leistungssportler mehr Trainingsmöglichkeiten bekommen als Breitensportler. „Als Leistungssportler gelten nur registrierte Wettkämpfer“, betont Nölke. Tonisport hat sich auf Schwimmausbildung, Gesundheits- und Breitensport spezialisiert.

Inzwischen ist Tonisport nicht mehr der einzige Verein, der unzufrieden ist. Der Hannoversche Schwimmverein von 1892 (HSV) fühlt sich aus dem Fössebad herausgedrängt. „Wir haben dort bisher gute Arbeit geleistet und zur Integration beigetragen“, sagt der HSV-Vorsitzende Holger Teichel. Etliche Kinder und Jugendliche aus dem Verein stammten aus Einwandererfamilien. Nach den Sommerferien aber müsse der Verein mit weniger Bahnen im Fössebad auskommen. Zwar gebe es einen Ausgleich im Stadionbad, jedoch zu Zeiten, die für die Kinder ungünstig seien.

Der Streit um Hannovers begrenzte Wasserflächen tobt in diesem Jahr heftiger als je zuvor. Das liege auch daran, sagt Teichel vom HSV, dass die Wasserballmannschaft des Vereins Waspo 98 nicht mehr im Sportleistungszentrum trainiert, sondern im Fössebad - und dort viel Platz braucht. Einer der Vorsitzenden der Waspo 98 ist Nölke, der als Vorsitzender des Kreisschwimmverbands zugleich für die Vergabe der Bahnen zuständig ist. Das habe einen „unguten Beigeschmack“, meint Teichel.

Letztlich scheint der Kuchen zu klein zu sein, damit alle Vereine zufriedengestellt werden können. Immer wieder haben Stadtsportbund und Ratspolitiker gefordert, dass Hannover mehr Wasserflächen braucht. Der Sanierungsplan für Hannovers Bäder mit einem Volumen von 42 Millionen Euro sieht aber keine Erweiterungen vor. Allein beim Fössebad erkennt Grünen-Sportpolitiker Mark Bindert Spielraum. „Wenn das Bad abgerissen und neu errichtet werden sollte, würde sich ein 50-Meter-Becken anbieten“, sagt er. Die Betriebskosten stiegen gegenüber einem 25-Meter-Becken nur um ein Drittel, meint Bindert. Derzeit prüft die Stadt, ob ein Neubau wirtschaftlich ist.

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