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Aus der Stadt „Der alte Vorstand hat schwere Fehler gemacht“
Hannover Aus der Stadt „Der alte Vorstand hat schwere Fehler gemacht“
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00:15 09.02.2018
Der neue Vorstand: Volkhard Klöppner, Denise Hain, Ulf-Birger Franz Quelle: Foto: Dröse
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Hannover

Nach der Vergabeaffäre bei der Üstra setzen Aufsichtsrat und der neue Vorstand auf Transparenz. Am Montag wurden die ersten Maßnahmen beschlossen. Üstra-Aufsichtsratschef Ulf-Birger Franz verteidigt im Interview das Vorgehen des Aufsichtsrats bei der Üstra 

Herr Franz, jahrelang wurde bei den Auftragsvergaben der Üstra getrickst, gemauschelt und das Gesetz gebrochen. Hätte der Aufsichtsrat nicht schon viel früher etwas merken müssen?

Das ist Spekulation. Nach dem ersten anonymen Hinweis auf Probleme bei der Auftragsvergabe zur Rockkampagne hat der Aufsichtsrat sehr einig und sehr entschieden gehandelt. Wir haben zunächst eine unabhängige Sonderprüfung beschlossen und am Ende den Vorstand abberufen. Das ist die härteste Konsequenz, die man ziehen kann. Im Übrigen hat sich das als die richtige Entscheidung erwiesen.

Inwiefern?

Der alte Vorstand hat schwere Fehler gemacht. Er hat versucht, Probleme zu vertuschen, statt sie zu lösen.

Und unter dem neuen Vorstand wird jetzt alles besser?

Der neue Vorstand gibt eine gute Figur ab. Beide Vorstände, Volkhardt Klöppner und Denise Hain, sorgen derzeit für eine solide, neue Aufstellung des Unternehmens. Beide legen im Aufsichtsrat die Karten auf den Tisch und sie verfolgen mit dem Aufsichtsrat ein gemeinsames Ziel. In der Vergangenheit hat es das so nicht gegeben.

Herr Franz, sie erwähnen die Rockkampagne. Was ist eigentlich mit der Üstra-Mitarbeiterin, die an der Vergabe des entsprechenden Auftrags an die Agentur ihres Mannes beteiligt war?

Der Vorstand hat diese Personalie, aber auch andere Personalien im Blick. Er wird die richtigen Konsequenzen ziehen.

Sie haben jetzt einige Maßnahmen beschlossen, wie geht es darüber hinaus weiter?

Eine vollständige Untersuchung aller Auftragsvergaben kann es nicht geben. Die interne Revision der Üstra und externe Anwälte werden aber speziell die großen Aufträge untersuchen. Und der Vorstand wird genau hinschauen, ob bei Aufträgen zu viel gezahlt wurde. Wenn es einen finanziellen Schaden gibt, dann wird geprüft, ob die entsprechende Person zu Schadensersatz herangezogen werden kann.

Gilt das auch für die beiden ehemaligen Vorstände?

Ja.

Demnächst wird die endgültige Entscheidung der Landesnahverkehrsgesellschaft zu den Hybridbussen erwartet. Der Üstra droht wegen Fehlern bei den Zuschussanträgen ein Schaden von 1,85 Millionen Euro. Hat das Konsequenzen auf die Vereinbarung mit dem ehemaligen Vorstand Wilhelm Lindenberg, der bis zum Jahresende 200 000 Euro erhält?

Das werden wir beraten, wenn der Bescheid vorliegt. Ich möchte der Diskussion nicht vorgreifen.

Wird es künftig bei der Üstra ruhiger, oder ist mit weiteren problematischen Vergabefällen zu rechnen?

Das kann man derzeit nicht einschätzen. Im Moment ist kein weiterer größerer Fall bekannt, aber es gibt ja noch Untersuchungen. Auf jeden Fall sorgt das Thema derzeit für enorme Unruhe im Unternehmen. Die 1800 Mitarbeiter sorgen in Hannover jeden Tag für einen exzellenten Nahverkehr. Das sollte möglichst schnell wieder im Vordergrund stehen.

Von Mathias Klein

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